Triadimenol

organische Verbindung, Fungizid From Wikipedia, the free encyclopedia

Triadimenol ist ein Gemisch von vier isomeren chemischen Verbindungen aus der Gruppe der Conazole bzw. Triazole.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Triadimenol
Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Triadimenol
Andere Namen

α-tert-Butyl-β-(4-chlorphenoxy)-1H-1,2,4-triazol-1-ethanol

Summenformel C14H18ClN3O2
Kurzbeschreibung

weißer bis grauer Feststoff mit phenolartigem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 55219-65-3 (unspezifizierte Stereochemie)
  • 89482-17-7 (racemisches Diastereoisomer A)
  • 82200-72-4 (racemisches Diastereoisomer B)
  • 89497-66-5 [(αRS)-Stereoisomer]
  • 89497-63-2 [(αSR)-Stereoisomer]
  • 89497-64-3 [(αRR)-Stereoisomer]
  • 89497-65-4 [(αSS)-Stereoisomer]
EG-Nummer 259-537-6
ECHA-InfoCard 100.054.106
PubChem 41368
ChemSpider 37749
Wikidata Q15632882
Eigenschaften
Molare Masse 295,77 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,24 g·cm−3 [racemisches A-Diastereomer – threo-Form (R,S) + (S,R)][1]
  • 1,30 g·cm−3 [racemisches B-Diastereomer – erythro-Form (R,R) + (S,S)][1]
Schmelzpunkt
  • 138,2 °C (racemisches A-Diastereomer)[1]
  • 133,5 °C (racemisches B-Diastereomer)[1]
Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (62 bzw. 33 mg·l−1 bei 20 °C)[1]
  • löslich in Aceton, 2-Propanol, Dichlormethan, Ethylacetat und Dimethylsulfoxid[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302360362411
P: 202260263273301+312308+313[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Triadimenol kann durch eine Meerwein-Ponndorf-Verley-Reduktion von Triadimefon mit Aluminiumisopropanolat hergestellt werden.[4]

Synthese von Triadimenol
Synthese von Triadimenol

Eigenschaften

Triadimenol ist ein brennbarer weißer bis grauer Feststoff mit phenolartigem Geruch, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Es hat einen Flammpunkt von 100 °C und zersetzt sich bei Erhitzung über 150 °C.[1] Triadimenol ist stabil gegenüber Hydrolyse bei pH-Werten von 4, 7 and 9 und unterliegt in geringem Maße der Photolyse.[2] Die oxidative Zersetzung unter Luft startet beim Erhitzen bei Temperaturen oberhalb von 200 °C. Hauptprodukte der Zersetzung sind 4-Chlorphenol, 4-Chlorbenzaldehyd, 5-Chlor-2-hydroxybenzaldehyd, 5-Chlorbenzofuran, 4-Chlor-4-ethoxybenzol, 1-Ethyl-1H-pyrrol-2,5-dion und 2,2-Dimethylpropionsäure-4-chlorphenylester.[5][6]

Stereochemie

Triadimenol enthält zwei Stereozentren in α-Position und β-Position:

Triadimenol mit eigens markierter alpha- und beta-Position
Triadimenol mit eigens markierter alpha- und beta-Position

Damit gibt es insgesamt vier Stereoisomere. Das technische Produkt besteht zu 70 bis 85 % aus dem racemischen Diastereoisomer A [(αRS) + (αSR)], das Diastereoisomer B [(αRR) + (αSS)] liegt hingegen zwischen 15 und 30 % vor:[7]

Weitere Informationen Stereoisomere von Triadimenol ...
Stereoisomere von Triadimenol

RS)-Stereoisomer

SR)-Stereoisomer

RR)-Stereoisomer

SS)-Stereoisomer
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Verwendung

Triadimenol ist ein systemisches Fungizid mit breitem Wirkungsspektrum. Es hemmt die Ergosterol- und Gibberellin-Biosynthese und damit die Rate der Zellteilung.[2] Die Verbindung wurde 1978 auf den Markt gebracht.[8]

Zulassung

In der Europäischen Union konnte Triadimenol bei Pflanzenschutzmitteln seit September 2009 für Anwendungen als Fungizid verwendet werden.[9] Da kein Antrag auf Erneuerung der Wirkstoffgenehmigung gestellt wurde, endete die EU-Genehmigung für Triadimenol als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln, gemäß Durchführungsverordnung (EU) Nr. 540/2011, am 31. August 2019 durch Zeitablauf.[7]

In Deutschland galt gemäß Pflanzenschutzgesetz noch eine Abverkaufsfrist bis zum 29. Februar 2020 und eine Aufbrauchfrist bis zum 28. Februar 2021.[10]

In der Schweiz endete die Aufbrauchsfrist für das einzig mit diesem Wirkstoff erhältliche Pestizid am 31. Oktober 2020.[7]

Der von Bayer hergestellte Wirkstoff wird auch auf dem brasilianischen und südafrikanischen Markt vertrieben.[11]

Einzelnachweise

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