Trijntje Alberts
niederländische Näherin und Märchenerzählerin
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Trijntje Alberts auch Trijntje Soldaats (geboren 19. Januar 1749 in Ezinge; gestorben 5. August 1814 ebenda) war eine niederländische Näherin und Erzählerin von Märchen, die in einer Märchensammlung herausgegeben wurden.
Leben
Trijntje Alberts wurde am 18. Januar 1749 in Ezinge geboren. Ihr Vater war der Böttcher Albert Derks (gestorben 1759), ihre Mutter Lijsbeth Klaassen (gestorben nach 1764). Sie war das älteste Kind aus dieser Verbindung. Die Kinder aus der ersten Ehe ihres Vaters lebten ebenfalls in der Familie. Am 23. Oktober 1787 heiratete sie in der Martinikerk in Groningen den deutschen Soldaten Johann Andreas Greuling (1758–1793), auch bekannt als Andries Cramer oder Kremer. Ihre Tochter Elisabeth kam im Januar 1788 zur Welt, danach zogen sie nach Schlitz in Hessen. Andreas Greuling starb 1793 und Trijntje Alberts zog zurück in ihr Heimatdorf Ezinge. Sie heiratete am 29. April 1798 in Den Ham Wijbe Wijbrands (1769–1809), mit ihm hatte sie zwei Kinder. Trijntje Wijbrands arbeitete als Näherin für den Witwer Arend Gerrits Arends in Ezinge. Sie erzählte seinen beiden Kindern Geschichten, während sie arbeitete.[1]
Diese Geschichten schrieb sein Sohn Gerrit Arends in einem Heft auf. Er nannte die Sammlung „Geschichten der Frau von Wybo Wybrands, im Volksmund Trijntje Soldaats genannt, erzählt von G.A. Arends und K.A. Arends im Haus ihres Vaters A.G. Arends in ihrer Kindheit, wo diese Frau oft damit beschäftigt war, Kleidung zu reparieren usw., und niedergeschrieben von Gerrit Azn. Arends damals zwischen 1800 und 1804“.[1]
Diese Mitschrift wurde 1928 von Eilina Huizenga-Onnekes bibliophil als Groninger Volksmärchen herausgegeben. Es enthielt 17 Geschichten und ist eine der ältesten mündlich überlieferten Märchensammlungen, die vor der Märchensammlung der Brüder Grimm entstanden war.
Zur Sammlung der Märchen von Trijntje Soldaats gehören Varianten bekannter Märchen wie „Däumling“ und „Blaubart“, aber auch weniger bekannte wie die Fabel, in der ein Spatz sich an dem Bauern rächt, der seinen Freund, den Hund, getötet hat: „Iss mich lebendig“, sagte der Spatz. Der Bauer aß den Spatz. Plötzlich musste er dringend aufs Klo und bat seine Frau, ein Auge darauf zu haben, ob der Spatz auch herauskam. Die Frau stand mit einer Axt bereit. Als sie den Spatz sah, fragte sie, ob sie zuschlagen solle. Der Bauer rief: „Ja!“, und die Frau schlug zu. […] Dann schlug die Frau dem Bauern ein Stück seines Hinterns ab. Als der Spatz davonflog, rief er: „Jetzt hast du ein Stück vom Brei und ein Stück von deinem Hintern verloren.“[1]
Trijntje Alberts starb am 5. August 1814 in Ezinge. Dort erinnern zwei bronzene Gedenktafeln an sie.