Trinitatiskirche (Gleina)
Kirchengebäude in Gleina, Verbandsgemeinde Unstruttal, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
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Die evangelische Trinitatiskirche ist eine spätgotische Saalkirche in der Gemeinde Gleina im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Laucha im Kirchenkreis Saale-Unstrut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur
Die Saalkirche mit nördlich stehendem Turm ist an diesem mit der Jahreszahl 1512 bezeichnet. Das Turminnere ist kreuzgratgewölbt; im Glockengeschoss sind Fenster mit spätgotischen Maßwerkfüllungen eingelassen, ein steiler Walmdachhelm bekrönt den Turm.
In den Jahren 1696/97 erfolgte (nach einer Inschriftkartusche über dem Südportal) ein weitgehender Neubau des Schiffs; in der Ostwand ist noch ein spitzbogiges Fenster erhalten, die übrigen sind als große rundbogige Fenster ausgeführt. Wegen baulicher Schäden, bedingt durch die mangelnden Kapazitäten zu DDR-Zeiten, musste die Kirche 1992 baupolizeilich gesperrt werden. In den Jahren nach 1996 erfolgte eine Instandsetzung. Im Jahr 2023 wurde das Turmdach mit Unterstützung der Stiftung KiBa saniert, wobei der Dachreiter und eine Glocke sowie der Stundenschlag wiederhergestellt wurden.[1]
Ausstattung
Das Innere ist mit einheitlicher barocker Ausstattung versehen und wird durch eine reich bemalte Holztonne geschlossen. Sie zeigt im mittleren Oval die Verklärung Christi mit den Evangelisten, eingefasst von einem Rahmen in Stuckimitation. Eine zweigeschossige Hufeisenempore mit Rankenmalerei zwischen Inschriftfeldern umgibt den Raum, im Norden und Süden sind Logen eingebaut, gleichzeitig wurde die dreiseitig vorkragende Patronatsloge an der Nordwand mit Brüstungsdekor und das bemalte Chorgestühl geschaffen.
Das Hauptstück der Ausstattung ist der große hölzerne Kanzelaltar aus der Zeit um 1700. Die Kanzel ist gerahmt von Doppelpilastern; das Ganze wird von einem Segmentgiebel bekrönt und ist mit reichem Dekor aus Blumen- und Fruchtgehängen versehen. Ein kleines gotisches Relief zeigt die Kreuzigung.
Die Orgel mit Prospekt im Rundbogenstil ist ein Werk von Carl Joseph Chwatal aus dem Jahr 1867, das 2014 mit Unterstützung der Stiftung Orgelklang restauriert wurde.[2] Sie hat heute acht Register auf einem Manual und Pedal.[3]
Am Außenbau befinden sich zahlreiche Grabsteine, darunter derjenige des Pfarrers Johann Feinler († 1690) mit Halbfigur über einer Inschriftkartusche; daneben ein kleinerer mit Wappenmedaillons für Anna Schartten († 1556).
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 206 (dehio.org).