Trinitroazetidin

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1,3,3-Trinitroazetidin (TNAZ) ist eine energetische heterocyclische Verbindung, die wegen ihres niedrigen Schmelzpunktes (101 °C) und ihrer guten Temperaturbeständigkeit (bis 240 °C)[5] als möglicher Ersatz für TNT betrachtet wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von 1,1,3-Trinitroazetidin
Allgemeines
Name 1,3,3-trinitroazetidin
Andere Namen
  • Trinitroazetidin
  • TNAZ
Summenformel C3H4N4O6
Kurzbeschreibung

hellgelbe, orthorhombische Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 97645-24-4
PubChem 9794126
Wikidata Q2453524
Eigenschaften
Molare Masse 192,09 mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,84 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

101 °C[1]

Siedepunkt

252 °C (Zersetzung)[1]

Dampfdruck

4,34·10−3 Pa (25 °C)[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

In einer ersten Stufe wird durch die Umsetzung von Epichlorhydrin mit tert-Butylamin das 1-tert.-Butyl-3-azetidinol gewonnen, welches durch stufenweise Nitrierung zum 1,3,3-Trinitroazetidin umgesetzt wird.[6][7] Die Ausbeute ist bei dieser Umsetzung eher gering.[5] Eine alternative Synthese geht vom 3-Amino-1,2-propandiol aus, welches nach Einführung von p-Toluolsolfonyl- und tert.-Butyldimethylsilylschutzgruppen mittels Lithiumhydrid zum entsprechenden Azetidinderivat zyklisiert wird. Die Zwischenverbindung wird nach einer Oxidation mit Chromtrioxid und Umsetzung mit Hydroxylamin zu einer Oximzwischenstufe umgesetzt, die dann oxidativ mit Salpetersäure zur Trinitrozielverbindung nitriert wird.[5]

Eigenschaften

1,3,3-Trinitroazetidin bildet hellgelbe Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 101 °C. Die Verbindung kristallisiert in einem orthorhombischen Gitter mit der Raumgruppe Pbca.[7] Die Thermolyse ergibt ab 240 °C die Zersetzungsprodukte Stickstoffdioxid, Stickstoffmonoxid, Salpetrige Säure, Kohlendioxid und Formaldehyd.[8] Als Explosionskenndaten sind die Explosionswärme mit 6343 kJ·kg−1[6], die spezifische Energie mit 1378 kJ·kg−1[6], die Detonationsgeschwindigkeit mit 9000 m·s−1[1] und der Detonationsdruck mit 36,4 GPa[1] bekannt. Die Verbindung ist schlag- und reibempfindlich.[9]

Verwendung

Experimentelle energetische Verbindung zur Herstellung von hochbrisanten gießbaren Sprengstoffen. Mit seinen Leistungsdaten liegt es zwischen Hexogen und Oktogen. Der Stoff ist aber wesentlich unempfindlicher als diese.[6]

Einzelnachweise

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