Tritylchlorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Tritylchlorid ist eine reaktionsfreudige organisch-chemische Verbindung, die als Schutzgruppe für primäre Alkohole eingesetzt wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Tritylchlorid
Allgemeines
Name Tritylchlorid
Andere Namen
  • Triphenylchlormethan
  • Triphenylmethylchlorid
  • α-Chlortriphenylmethan
  • Chlortriphenylmethan
Summenformel C19H15Cl
Kurzbeschreibung

hellgelbes Pulver[1] mit stechendem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 76-83-5
EG-Nummer 200-986-4
ECHA-InfoCard 100.000.898
PubChem 6456
ChemSpider 6214
Wikidata Q2790082
Eigenschaften
Molare Masse 278,78 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

109–112 °C[1]

Siedepunkt

230–235 °C (bei 27 hPa)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314410
P: 280301+330+331303+361+353305+351+338310[2]
Toxikologische Daten

180 mg·kg−1 (LD50, Maus, i.v.)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Die Verbindung wurde erstmals 1900 vom US-amerikanischen Chemiker Moses Gomberg durch die Reaktion von Benzol mit Tetrachlorkohlenstoff in Gegenwart von Aluminiumchlorid hergestellt.[3][4]

Herstellung

Tritylchlorid ist kommerziell erhältlich. Zur Herstellung setzt man Triphenylmethanol mit Acetylchlorid um. Alternativ liefert die Friedel-Crafts-Alkylierung von Benzol mit Tetrachlorkohlenstoff ein Salz aus Tritylchlorid und Aluminiumchlorid, das bei der Hydrolyse Tritylchlorid liefert.[5]

Synthese von Tritylchlorid

Eigenschaften

Die wichtigsten thermodynamischen Eigenschaften sind in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Weitere Informationen Eigenschaft, Formelzeichen ...
Eigenschaft Formelzeichen Wert (Bemerkung)
Standardbildungsenthalpie ΔfH0(s) 183 kJ·mol−1[6]
Verbrennungsenthalpie ΔcH0(s) −9826 kJ·mol−1[6]
Wärmekapazität cp 367,27 J·mol−1·K−1 (als Feststoff bei 25 °C)[7]
Schmelzenthalpie ΔfH0 27,9 kJ·mol−1 (am Schmelzpunkt)[7]
Schmelzentropie ΔfS0 74,1 kJ·mol−1 (am Schmelzpunkt)[7]
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Verwendung

Zur Synthese von Tritylethern setzt man einen Alkohol mit Tritylchlorid (Ph3CCl, abgekürzt TrCl) in Gegenwart einer Base (z. B. Pyridin) um.[8] Aus sterischen Gründen werden ausschließlich primäre Alkohole mit Tritylchlorid verethert und es ist beispielsweise bei Monosacchariden möglich, die Hydroxygruppe an C-6 selektiv neben allen anderen zu schützen.[9][10]

Außerdem kann das Triphenylmethylradikal aus Tritylchlorid hergestellt werden.[11]

Einzelnachweise

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