Triumphalismus
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Triumphalismus bezeichnet eine Haltung oder Ideologie, die den eigenen Erfolg oder Sieg besonders stark betont und daraus Überlegenheitsansprüche ableitet. Der Begriff wird überwiegend in kritischer Absicht verwendet.
Ursprung und Entwicklung
Der Ausdruck geht auf das lateinische triumphus zurück, den feierlichen Siegeszug im antiken Rom (vgl. Römischer Triumph). In der Neuzeit entwickelte sich daraus eine abstrakte Bedeutung, die nicht mehr das Ereignis selbst, sondern eine bestimmte Deutung von Erfolg beschreibt.[1]
Seit dem 19. Jahrhundert wird „Triumphalismus“ zunehmend zur Bezeichnung von Überheblichkeit und ideologischer Selbstübersteigerung verwendet.[2] In der Philosophie bezeichnet der Begriff insbesondere Positionen, die von einem endgültigen Wahrheits- oder Fortschrittsanspruch ausgehen.
In der christlichen Theologie wird Triumphalismus als Selbstdeutung der Kirche als siegreiche und unfehlbare Institution verstanden und in diesem Sinn vielfach der römisch-katholischen Kirche vorgeworfen. Dort wurde diese Sichtweise im 20. Jahrhundert, insbesondere im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, kritisch reflektiert.[3]
In der politischen Sprache beschreibt Triumphalismus eine Rhetorik, die Erfolge absolut setzt und daraus Überlegenheitsansprüche ableitet.[4] Der Begriff wird auch auf gesellschaftliche Bereiche wie Sport oder Wirtschaft übertragen.
Weblinks
- Interview mit Julian Nida-Rümelin über westlichen Triumphalismus seit 1989
- American Triumphalism, erschienen 2009 in Commonweal