Turbo Debugger

Stand-alone Debugger von Borland für DOS und Windows-Programme From Wikipedia, the free encyclopedia

Turbo Debugger (TD) ist ein von Borland entwickelter Standalone-Debugger mit einer zeichenorientierten Benutzeroberfläche.[1.1]

Schnelle Fakten Basisdaten ...
Turbo Debugger

C++-Programm in Borland Turbo Debugger 3.2
Basisdaten
Entwickler Borland
Erscheinungsjahr 1988
Aktuelle Version 5.0 für DOS und Windows
(1995)
2.0 GX für OS/2
(1994)
Betriebssystem DOS, OS/2, Microsoft Windows
Kategorie Debugger
Lizenz proprietär
deutschsprachig nein
Sonstiges deutschsprachige HilfedateiVorlage:Infobox Software/Wartung/Sonstiges
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Bereits seit der ersten Version können mehrere Arbeitsschritte als Makro gespeichert und einer Tastenkombination zugeordnet werden.[1.2] Es ist möglich, den Quelltext eines Programms und den dazugehörigen Assemblercode gleichzeitig anzuzeigen.[2]

Unterstützte Sprachen

Der Debugger ist optimiert für Programmiersprachen Borland C++, Turbo C/C++, Borland Pascal, Turbo Pascal und Turbo Assembler (TASM), lässt sich prinzipiell aber auch weitestgehend mit gleichwertigen Konkurrenzprodukten, wie beispielsweise Microsoft C, QuickC (einschließlich QuickAssembler) und dem Microsoft Macro Assembler nutzen. Microsoft Pascal und QuickPascal werden allerdings nicht unterstützt. Symboltabellen für CodeView können mit dem Tool TDCONVRT in das Format für Turbo Debugger umgewandelt werden. Bei COM-Dateien besteht das Problem, dass diese architekturbedingt keine Symboltabelle enthalten können. Es ist daher notwendig, diese in einer separaten TDS-Datei (Turbo Debugger Symbol) bereitzustellen.[3.1][3.2]

Geschichte

DOS und Windows

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auswahl der wichtigsten Änderungen der einzelnen Versionen:

Weitere Informationen Version, Datum ...
Version Datum Beschreibung
1.0[1.3][2] 1988
  • Vollständige Unterstützung von Turbo Pascal 5.0, Turbo C 2.0 und Turbo Assembler 1.0
  • Turbo Debugger ist in der Lage, drei Speichertypen zu nutzen, sofern diese jeweils vorhanden sind:[3.3]
  • Makros für komplexe Arbeitsschritte[1.2]
  • Remote-Debugging unter DOS mit Hilfe des Tools TDREMOTE[3.4]
  • Unterstützung von In-Circuit-Emulation (ICE) von 386er-Prozessoren[4][5]
2.0[6] 1990
2.5[7] 1991
  • Turbo Debugger for Windows (TDW)
  • Für Remote-Debugging unter Windows wurde analog zu TDREMOTE das Tool WREMOTE eingeführt
  • Für Remote-Debugging wird eine höhere Baudrate unterstützt
  • Für Windows-Programme können Nachrichten nachverfolgt werden
3.0[8] 1991
3.1 1992
3.2 1992
4.0[10.1] 1993
  • Unterstützung von 16-Bit- und 32-Bit-Programmen
  • Unterstützung großer Programme
  • Unterstützung von Multithreading unter Windows
  • Anhängen an einen laufenden Prozess unter Windows NT
  • Ausnahmebehandlung für C- und C++-Programme
  • Unterstützung von Programmen, die die Object Windows Library (OWL) nutzen[10.2]
  • TD32 kann unter Win32s genutzt werden und erlaubt unter bestimmten Grafikeinstellungen auch das Debugging mit mehreren Monitoren[3.4][10.3][11]
4.5[12] 1994
5.0[13] 1995
  • Unterstützung von Object Pascal resp. dem Derivat Delphi
  • Just-in-Time-Debugging unter Windows NT
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OS/2

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auswahl der Besonderheiten von Turbo Debugger GX for OS/2:[14]

Weitere Informationen Version, Datum ...
Version Datum Beschreibung
1.0 GX 1993
  • Grafische Benutzeroberfläche für OS/2
  • Unterstützung von Borland C++ for OS/2 und Turbo Assembler for OS/2
  • Unterstützung von Hardware-Debugging-Registern
  • Werkzeuge für den Presentation Manager
  • Zwei Debug-Modi für PM-Anwendungen:[15]
    • Soft-Mode (Standard):
      Alle PM-Anwendungen können Nachrichten senden und empfangen. Diese können ggf. verzögert und in anderer Reihenfolge eintreffen.
    • Hard-Mode:
      Alle PM-Anwendungen werden angehalten. Ausgenommen ist die Anwendung, die gerade untersucht wird. Nachrichten für die untersuchte Anwendung treffen immer in der Reihenfolge ein, in der sie gesendet wurden. Multitasking ist jedoch nicht möglich.
  • Mehrere Quellcode-Fenster können gleichzeitig geöffnet werden
1.5 GX 1994
2.0 GX 1994
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Rezeption

Die Zeitschrift Byte zeichnete das Programm 1989 aus und beschrieb es bezüglich des Funktionsumfangs als Schweizer Taschenmesser.[16]

Im selben Jahr wurde der Turbo Debugger von der Zeitschrift PC Magazine mit dem Award for Technical Excellence ausgezeichnet:

Everyone who’s tried the Turbo Debugger agrees: this is a spectacular product. It wins this category’s award for Technical Excellence hands down. The user interface is simple yet elegant; the program works the way programmers want to work. Beyond being a terrific debugger, it also serves as an economical development system. Running on a 386, it can do nearly everything a debugging board can do, and it even ventures into some of the functions of an in-circuit emulator for hardware development. Yet again. Borland has advanced the state of the art in an eminently useful way.

Brad Silverberg: PC Magazine. Band 8, Nr. 1.[4]

Literatur

  • Tom Swan: Mastering Turbo Debugger. Hayden Books, Carmel 1990, ISBN 0-672-48454-4 (englisch, Volltext [PDF; 41,8 MB]).
  • Ben Ezzell: Using Turbo Debugger and Tools 2.0. Addison-Wesley, 1991, ISBN 0-201-57083-1 (englisch).
  • Philip Seyer: Using the Turbo Debugger. McGraw-Hill, New York 1991, ISBN 0-8306-7394-6 (englisch).
  • Frank Riemenschneider, Michael Schuschk, Wolfgang Soltendick: Debuggen leichtgemacht – Turbo Debugger in Pascal und Assembler. Markt+Technik Verlag, München 1990, ISBN 3-89090-887-X.

Einzelnachweise

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