Typ Europa

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Der Typ Europa, auch Serie Joa, ist ein kleiner Mehrzweck-Schiffstyp.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Typ Europa / Serie Joa
Das Typschiff Joa im Februar 2020 als Canlill in Norwegen.
Das Typschiff Joa im Februar 2020 als Canlill in Norwegen.
Schiffsdaten
Schiffsart Mehrzweck-Trockenfrachtschiff
Bauwerft VEB Elbewerften Boizenburg/Roßlau
Bauzeitraum 1970 bis 1973
Gebaute Einheiten 20
Fahrtgebiete Weltweite Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 49,70 m (Lüa)
44,00 m (Lpp)
Breite 10,10 m
Seitenhöhe 5,60 m
Tiefgang (max.) 2,80 m
Vermessung 199,9 BRT
120 NRT
 
Besatzung 6
Maschinenanlage
Maschine 1 × MaK 6M282 AK-BB Dieselmotor
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 662 kW (900 PS)
Höchst­geschwindigkeit 11,4 kn (21 km/h)
Propeller 1 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 600 tdw
Container 27 TEU
Sonstiges
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Einzelheiten

Die Serie Joa bestand aus 20 baugleichen Einheiten, die von der norwegischen Gesellschaft A/S Osloagenturer der Osloer Reederei Lars Rej Johansen bei den VEB Elbewerften Boizenburg/Roßlau in Auftrag gegeben wurden. Vorangegangen war 1969/70 eine Serie von elf Einheiten des etwas kleineren Typ Roßlau für dieselbe Reederei. Der Typ Europa wurde zwischen 1970 und 1973 gebaut, wobei 15 Einheiten auf der Elbewerft Boizenburg und 5 Einheiten auf der Roßlauer Schiffswerft entstanden. Ein Teil der Schiffe wurde während der Bauzeit an andere norwegische Reedereien weiterveräußert.

Der Schiffsentwurf, dessen Vermessung unter 200 Bruttoregistertonnen bleiben musste, ist als kleiner Mehrzweck-Küstenmotorschiff mit achtern angeordnetem Deckshaus und einem Laderaum ausgelegt. Der Rauminhalt des Laderaums beträgt 1446 m3 für Schüttgut und 1320 m3 Ballenraum. Der Laderaum mit Zwischendeck ist für den Transport von 16 20-Fuß-Standardcontainern und mit losnehmbaren Getreideschotten ausgerüstet. Die 22,50 Meter lange und 6,20 Meter breite Laderaumluke wird mit Balanlift-Lukendecken verschlossen. In der Hauptsache wurden die Schiffe für den Transport von Papierrollen konzipiert, sie können jedoch auch für andere Massenstückgüter, Massengüter oder Container eingesetzt werden. Die Containerkapazität beträgt 27 TEU. Die Schiffe sind mit vor und hinter der Luke angebrachten elektrohydraulischen Ladebäumen mit drei und fünf Tonnen Hubvermögen ausgerüstet.

Der Antrieb der Schiffe besteht aus einem MaK-Viertakt-Dieselmotor des Typs 6M282 AK-BB. Der Motor mit einer Leistung von 662 kW ermöglicht eine Geschwindigkeit von etwa 11,4 Knoten. Nennenswert für Küstenschiffe dieser Bauzeit ist die Verwendung eines Vorschiffs mit Wulstbug, um einen geringen Treibstoffverbrauch zu ermöglichen.

Ein Teil der Schiffe ist nach gut fünfzigjähriger Dienstzeit noch immer in Fahrt (Stand: 2025).

Die Schiffe (Auswahl)

Weitere Informationen Joa, Bauname ...
Typ Europa / Serie Joa
BaunameBauwerft/
Baunummer
IMO-NummerAblieferungAuftraggeberSpätere Namen und Verbleib
JoaRoßlau/413703079330. November 1970Lars Rej Johansen, Oslo1974 Gullfjell, 1976 Nes Coaster, 1977 Cap Coaster, 1978 Anneli, 1981 Lavangen, 1987 Suledrott, 1994 Askita, 2005 Finnøybulk, 2013 Falkås, 2019 Canlill, so in Fahrt
GullhavRoßlau/41470421481971Lars Rej Johansen, Oslo1976 Nes Cargo, 1977 Cap Cargo, 1979 Brudanger, 1992 Seines, 1999 nach Litauen verkauft, ab Juni 2011 im Register gelöscht; angeblich Anfang der 2000er Jahre nach Umbenennung in Laime abgewrackt[1]
GullholmRoßlau/-70421501971Lars Rej Johansen, Oslo1976 Namo, am 12. August 1981 nach Wassereinbruch in Norwegen gesunken[2]
BrilandRoßlau/-70422911971Lars Rej Johansen, Oslo1973 Lundoy, 1979 Irene, 1982 Fjord Trader, 2006 Fjordbulk 2, 2006 Harvest Caroline, 2008 Straumvik, 20XX Tornado, so in Fahrt
Nesland-/41770423061971Lars Rej Johansen, Oslo1974 Linhav, 1981 Tanja, 1986 Frekoy, 1993 Tanja, 1994 Ringhav, 1995 Tanja, am 11. September 2001 auf einer Reise von Senja nach Kirkenes in Position 69,23°N; 016,45°O im Gryllfjord gesunken.
Jobb-/-71027281971Lars Rej Johansen, Oslo1973 Gulldal, 1976 Nes Freighter, 1977 Cap Freighter, 1978 Brudanger, am 26. Februar 1979 auf einer Reise mit Eisen von Rana nach Perth nach einer Grundberührung im Stavfjord vor Florø gesunken.
Jocares-/-71022591971Lars Rej Johansen, Oslo1972 Lofotoy, 1980 Lofotfjell, 1981 Sevald, 1994 Gullholm, 1995 Norbar, 2009 Nyfjord, 2011 Framfjord, 2014 Bjugnholm, so in Fahrt
JodurRoßlau/-71022471971Lars Rej Johansen, Oslo1973 Gullsund, 1976 Nes Carrier, 1977 Cap Carrier, 1978 Anntoro, 2006 Miriam, 2007 Mariam, 2007 Haj Jamil, 2009 Captain Jad, 2009 Teranga, so im Register verzeichnet
Joett-/-7117967Dezember 1971Lars Rej Johansen, Oslo
Freddy Hareide Shipping, Hareid
abgeliefert als Vatnafjord, 1971 Gullfjord, 1973 Nafoss, am 15. Oktober 1992 nördlich von Andøya nach Grundberührung gesunken
Joff-/-71179791972Lars Rej Johansen, Oslo
Skipaferlag Thorshavn, Thorshavn
abgeliefert als Rokur, 1980 Okla, 1980 Ringen, 1984 Line, 1994 Frisnes, 2004 Youssef Mar, 2005 Kaptan Muhsin, 2006 CGY Svetlana, 2013 Pasha, am 12. September 2013 auf einer Reise von der Türkei nach Libanon mit Schlagseite nach Narli eingeschleppt und dort an der Pier gekentert.[3][4]
JoettBoizenburg/4237129661Januar 1972Lars Rej Johansen, Oslo1973 Spenning, 1990 Broa, 1997 Paulo da Gama, so in Fahrt
Joff-/-7129673Februar 1972Lars Rej Johansen, Oslo1972 Lys-Blink, 1979 Ilha do Maio, am 28. August 1982 vor Fogo auf Grund gelaufen, nach San Vincent eingeschleppt und später verschrottet.
Jogood-/4257214765März 1972Lars Rej Johansen, Oslo1972 Lys-Sky, 1979 Brava, vermutlich als Santa Cruz in Mindelo aufgelegt[5]
Ravnur-/-72094091972Lars Rej Johansen, Oslo1979 Stjernhav, 1980 Ringhav, 1990 Kongstind, im Januar 2003 im Hustadvika mit gesamter Besatzung gesunken.[3]
Heykur-/-72112181972Lars Rej Johansen, Oslo2002 Antonio, so in Fahrt
Johav-/-73246991973Lars Rej Johansen, Oslo1973 Lys-Bris, 1982 Stavseng, 1989 Stavfjord, im Januar 1993 nach Schlagseite von Mannschaft aufgegeben und in Schlepp genommen, auf Position 57,59°N; 07,30°O allerdings auf Grund gelaufen, am 11. Januar 1993 explodierte dann das geladene Dynamit[6]
Joika-/-73247041973Lars Rej Johansen, Oslo1974 Albenny, im Dezember 1998 nahe Kristiansund auf Grund gelaufen und nach Hitra zur Reparatur geschleppt[7], 1999 vermutlich abgebrochen[8]
Jojet-/-73327631973Lars Rej Johansen, Oslo1974 Lys Brott, 1978 Boavista, so in Fahrt
Jokar-/-73327751973Lars Rej Johansen, Oslo1974 Gullfyk, 1976 Nes Trader, 1977 Nafjord, 1982 Black Ice, 1983[9] Umbau zum Sicherheitsschiff, 1989 Black Isle, 1998 Viking Valiant, 2001 Guard Aleta, 201X St Christopher, ab Anfang April[9] 2020 in Grenaa verschrottet.[10]
JolaraRoßlau/208733278720. Dezember 1973Lars Rej Johansen, Oslo1974 Gullstryk, 1976 Lys Con, 1981 Helgey, 1986 Jarola, 1996 Nyvang, 2001 Vitin, 2013 Harvest Caroline II, 2019 Canole, so in Fahrt
Daten: Equasis[11], grosstonnage[12]
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Galerie

Literatur

  • Manfred Neumann, Dietrich Strobel: Vom Kutter zum Containerschiff. Schiffe von DDR-Werften in Text und Bild. 1. Auflage. VEB Verlag Technik, Berlin 1981.

Einzelnachweise

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