Typhon (Raketensystem)
mobile Raketenstartrampe des US-Heers
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Typhon, im Englischen teilweise auch Strategic mid-range fires system (SMRF, strategisches Feuersystem mittlerer Reichweite) genannt, ist eine mobile Raketenstartrampe des US-Heeres. Sie wird zum Start von SM-6-Raketen (RIM-174 Standard ERAM) und Tomahawk-Marschflugkörpern eingesetzt.[1][2][3] Jedes System besteht aus vier Zellen des Mark 41 Vertical Launching System, die in einem standardisierten 40-Fuß-ISO-Containerrahmen montiert sind.[3] Während der Entwicklung wurde es auch als Midrange capabilities system (MCS, System mittlerer Reichweite) bezeichnet.[4]
| Typhon (Raketensystem) | |
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| Allgemeine Angaben | |
| Herkunftsland | USA |
| Hersteller | Lockheed Martin |
| Indienststellung | 2023 |
| Technische Daten | |
| Listen zum Thema | |
Entwicklung
Das Typhon System wurde von der US Army im Rahmen des Programmes Long range precision fires entwickelt.[3] Ziel des Designprozesses war ein landbasiertes System, welches die Reichweitenlücke zwischen der Precision Strike Missile und dem System Long-Range Hypersonic Weapon schließen sollte. Die Verwendung von modifizierten SM-6 und Tomahawk-Marschflugkörpern der Marine vereinfachte die Entwicklung deutlich.[4]
Ursprünglich war die Indienststellung des ersten Systems für das vierte Quartal 2023 geplant, während im Jahr 2024 drei weitere Systeme folgen sollten.[4] Nach einem ersten erfolgreichen Test mit der SM-6 wurde am 27. Juni 2023 auch der Start eines Tomahawk-Marschflugkörpers getestet.[4]
Im April 2024 wurden Typhon von der 1st Multi-domain task force (MDTF) auf die Philippinen verlegt, was den ersten Auslandseinsatz des Systems bedeutete.[5] Die Verlegung von der Joint Base Lewis–McChord in Washington auf ein Flugfeld im Norden von Luzon mithilfe von C-17 Globemaster geschah im Rahmen der gemeinsamen Militärübung „Salaknib 2024“.[6][4] Nach Angaben der US Army können die Raketen von dieser Position aus auch die chinesische Küste und verschiedene Basen der Volksbefreiungsarmee im Südchinesischen Meer erreichen.[6]

Am 10. Juli 2024 wurde vom US-Präsidialamt eine gemeinsame Verlautbarung mit der deutschen Regierung veröffentlicht, welche die Stationierung von Raketensystemen großer Reichweite der US-Streitkräfte in Deutschland ab 2026 ankündigte. Die Erwähnung von SM-6 und Tomahawk wies dabei auf eine Beteiligung des Typhon-Systems hin.[7]
Am 4. September 2024 gab die US Army bekannt, dass die Verlegung einer Multi-domain task force nach Japan während des Besuchs der Heeres-Staatssekretärin Christine Wormuth diskutiert wurde.[8]
Am 23. Dezember 2024 kündigte das Militär der Philippinen an, dass es den Kauf des Typhon-Systems plant.[9]
Am 15. Juli 2025 verkündete der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Kaufanfrage für eine unbekannte Zahl von Typhon-Systemen. Die Kaufentscheidung werde getroffen, sobald die USA dem Export zustimmen würden. Das System soll als Übergangslösung dienen, bis europäische Systeme mit vergleichbaren Fähigkeiten zur Verfügung stehen.[10] Am 18. April 2026 wurde seitens der US-Regierung einem Kauf zugestimmt.[11]
Technik

Eine SMRF-Batterie besteht aus vier Typhon-Startern, einer Operationszentrale und verschiedenen Unterstützungsfahrzeugen und Generatoren.[4]
Mk 70 Mod 1
Das Typhon-Startgerät ist eine Variante des Mk 70.[12] Das Mk 70 Mod 1 wurde an Bord der USS Savannah (Independence-Klasse) getestet.[13] Es ist mit der Flugabwehrrakete Patriot PAC-3 kompatibel.[14]
Siehe auch
- BGM-109G Gryphon (Vorgängersystem aus dem Kalten Krieg)
