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Tyrsenische Sprachen

hypothetische vorindogermanische Sprachfamilie From Wikipedia, the free encyclopedia

Die tyrsenischen Sprachen (Tyrsenisch, auch Tyrrhenisch), benannt nach den Tyrsenern, sind eine von Helmut Rix vorgeschlagene Sprachfamilie[1], bestehend aus der etruskischen Sprache[2], der Sprache der rätischen Inschriften[3] und der lemnischen Sprache[4].

Allgemeines

Die Zentren der geografischen Verbreitung der tyrsenischen Sprachen (Etruskisch, Rätisch, Lemnisch)
Der hypothetische Stammbaum der Tyrrhenischen Sprache, vorgeschlagen von De Simone und Marchesini (2013)[5] unter der Annahme einer europäischen Herkunft[6].

Rix setzt für das Ende der hypothetischen Ursprache Proto-Tyrsenisch die Zeit von ca. 1000 v. Chr. an. Die Unterschiede zu den rätischen wie auch lemnischen Inschriften deuten auf eine separate Entwicklung von mehreren Jahrhunderten hin.[7]

Aufgrund sprachlicher Übereinstimmungen[8] wurde auch eine ägäische Sprachfamilie vorgeschlagen, die die eteokretische[9] und die eteokyprische Sprache mit einschließt. Letztere zwei wurden aber u. a. auch mit den semitischen Sprachen in Verbindung gebracht.[10] Ähnlichkeiten wurden sogar mit dem Sumerischen festgestellt.[11]

Ob die Etrusker von Kleinasien in die Toskana auswanderten, während die Bevölkerung der Insel Lemnos blieb,[12] oder umgekehrt,[13] ist umstritten.

Auch die Herkunft der rätischen Inschriften ist umstritten. Gegen eine autochthone Sprache spricht die indogermanische Toponomastik[14] des Gebiets. Es könnte sich um die Sprache einer etruskischen Handelselite[15] oder der von den Kelten nach Norden verdrängten Etruskern[16] handeln.

Siehe auch

Literatur

  • M. Hammarström: Griechisch-etruskische Wortgleichungen. In: Glotta 11 (1921), S. 211–217 (Digitalisat auf archive.org)
  • Koch, Mathias: Die Alpen-Etrusker. Leipzig 1853 (Digitalisat auf archive.org)
  • Paul Kretschmer:
    • Pelasger und Etrusker. In: Glotta 11 (1921), S. 276–285 (Digitalisat auf archive.org)
    • Die tyrrhenische Inschrift von Lemnos. In: Donum natalicium Schrijnen. Verzameling van opstellen door oud-leerlingen en bevriende vakgenooten opgedragen aan mgr. prof. dr. Jos. Schrijnen bij gelegenheid van zijn zestigsten verjaardag, 3. Mei 1929. Nijmegen-Utrecht 1929. S. 277–285.
  • Simona Marchesini: L’onomastica nella ricostruzione del lessico: il caso di Retico ed Etrusco. In: Mélanges de l'École française de Rome - Antiquité, 131-1 (2019), S. 123–136. doi:10.4000/mefra.7613 (italienisch) (Digitalisat auf openedition.org)
  • Norbert Oettinger: Seevölker und Etrusker. In: Cohen/Gilan/Miller (Hrsg.): Pax Hethitica. Studies on the Hittites and their Neighbours in Honour of Itamar Singer. Wiesbaden 2010. S. 233–246
  • Ambros Josef Pfiffig: Die etruskische Sprache. Graz 1969 (Nachdruck Wiesbaden 1998). ISBN 3-928127-55-1
  • Helmut Rix: Rätisch und Etruskisch (= Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft, Vorträge und kleinere Schriften, 68). Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck, Innsbruck 1998. ISBN 3-85124-670-5
  • Salomon, Corinna: Die rätischen Felsinschriften in Nordtirol und Bayern. 2021. Abgerufen am 19. Juli 2026
  • Fritz Schachermeyr: Etruskische Frühgeschichte. Berlin 1929
  • Stefan Schumacher:
    • Sprachliche Gemeinsamkeiten zwischen Rätisch und Etruskisch. Der Schlern 72 (1998), 90–114.
    • Die rätischen Inschriften. Geschichte und heutiger Stand der Forschungen. 2., erweiterte Auflage (= Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft 121 = Archaeolingua 2), Institut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck, Innsbruck 2004.
  • Benon Zbigniew Szałek: Eteocretan, Linear A, Etruscan, Lemnian, Carian, Eteocypriot and Related Problems in the Light of Heuristics and Cryptology (A Research Report). Privatdruck, Szczecin 2008. (englisch)

Einzelnachweise

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