Täter – Opfer – Polizei

Sendung des öffentlichrechtlichen TV-Senders RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) From Wikipedia, the free encyclopedia

Täter – Opfer – Polizei ist eine Sendung des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg). Das Magazin soll dabei helfen, die Aufklärung von Verbrechen in Berlin und Brandenburg zu beschleunigen. Seine Fernsehpremiere hatte es am 31. Mai 1992 im ORB.[1] Moderiert wird die Sendung seit ihrer Gründung vom Moderator Uwe Madel. Sie wird sonntags von 19:00 Uhr bis 19:26 Uhr live im RBB-Fernsehen ausgestrahlt und hat eine Laufzeit von ca. 26 Minuten. Produziert wird sie von der Potsdamer Dokfilm GmbH im Auftrag des RBB.[2]

Konzept und Inhalt

Schwerpunkt der Sendung sind Fahndungsfälle aus der Region Berlin-Brandenburg, wobei sowohl bedeutende Kriminalfälle als auch kleinere Alltagsdelikte thematisiert werden. Durch die aufbereitete Präsentation von neuen Fällen und aktuellen Fahndungsergebnissen soll die Allgemeinheit zur Unterstützung hinzugezogen werden. Den Zuschauern werden außerdem Ratschläge zum Schutz vor Einbrechern und Trickbetrügern gegeben.[1] Dazu werden Tathergänge nachgestellt, Bilder aus Überwachungskameras gezeigt und Personenbeschreibungen mutmaßlicher Täter veröffentlicht; Hinweise können die Zuschauer per Telefon oder über das Internet übermitteln.[3]

Die Sendung entstand 1992 vor dem Hintergrund neuer Kriminalitätsformen, die nach der Wende in Ost-Berlin und Brandenburg auftraten. Anders als das bundesweite Vorbild Aktenzeichen XY … ungelöst, das sich vor allem auf große, überregional beachtete Fälle konzentriert, will Täter – Opfer – Polizei die regionale Alltagskriminalität abbilden, etwa Wohnungseinbruch, EC-Kartendiebstahl oder Trickbetrug.[4] Ein im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vergleichbares Regionalformat ist die Sendung Kripo live des MDR.[4]

Produktion

Die Sendung wird von der Potsdamer Dokfilm GmbH im Auftrag des RBB produziert.[2] Sie wurde im ORB und im RBB zunächst im 14-täglichen Rhythmus ausgestrahlt; seit August 2012 erscheint sie wöchentlich.[3] Im Jahr 2017 zählte die Redaktion zwölf Mitarbeiter.[4] Bis 2017 verfügte Täter – Opfer – Polizei über kein eigenes Fernsehstudio; Madel moderierte vor einer grünen Wand, vor die der Hintergrund nachträglich elektronisch eingefügt wurde. Im Zuge der RBB-Programmreform 2017 erhielt die Sendung ein eigenes Studio auf dem RBB-Gelände in Potsdam-Babelsberg, das unter anderem eine Sitzecke für Gesprächsgäste sowie halbtransparente Videowände umfasst.[4]

Rezeption

2017 hatte Täter – Opfer – Polizei einen Marktanteil von durchschnittlich elf Prozent, womit es die drittbeste Einschaltquote im RBB-Fernsehen nach Abendschau und Brandenburg aktuell erreichte. Im gleichen Jahr wurde im Rahmen einer Programmreform ein zusätzlicher Sendeplatz am Mittwoch mit Schwerpunkt Verbrechensprävention eingerichtet.[4] Später wurde dieser jedoch wieder eingestellt. 2022 wurde anlässlich des 30. Jubiläums eine Sondersendung mit den spektakulärsten und skurrilsten Fällen ausgestrahlt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Täter – Opfer – Polizei einen Marktanteil von durchschnittlich 13,1 Prozent und umfasste insgesamt fast 1000 Ausgaben.[1] Damit zählt die Sendung nach Senderangaben zu den erfolgreichsten Formaten im RBB-Fernsehen.[3]

Nach eigenen Angaben des Senders konnte mithilfe der Zuschauerhinweise etwa jeder fünfte Fall aufgeklärt werden; eine genaue Statistik darüber besteht nicht.[3][4] Moderator Uwe Madel erhielt 2011 die Goldene Kripomarke des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und wurde 2012 von der Brandenburger Polizei zum Ehrenkommissar ernannt.[4]

Gezeigte Fälle

  • Der Fall Ronny - Ein Kindermord in Brandenburg
  • Mord im Wald - Die Hetzjagd von Beeskow

Einzelnachweise

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