UPS-Airlines-Flug 2976
Flugunfall in Louisville 2025
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UPS-Airlines-Flug 2976 war ein Frachtflug der US-amerikanischen Frachtfluggesellschaft UPS Airlines von Louisville nach Honolulu. Am 4. November 2025 stürzte das Flugzeug des Typs McDonnell Douglas MD-11F unmittelbar nach dem Start in Louisville aus niedriger Höhe ab. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben, 23 wurden verletzt, zwei davon schwer.[1.1]
| UPS-Airlines-Flug 2976 | |
|---|---|
Die beteiligte McDonnell Douglas MD-11F N259UP (März 2025) | |
| Unfallzusammenfassung | |
| Unfallart | Wird untersucht |
| Ort | Louisville |
| Datum | 4. November 2025 |
| Todesopfer | 14 |
| Luftfahrzeug | |
| Luftfahrzeugtyp | McDonnell Douglas MD-11F |
| Betreiber | UPS Airlines |
| Kennzeichen | N259UP |
| Abflughafen | |
| Zielflughafen | |
| Besatzung | 3 |
| Überlebende | 0 |
| Opfer am Boden | |
| Todesopfer | 11 |
| Verletzte | 23 |
| → Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen | |
Flugzeug
Das verunfallte Flugzeug (Luftfahrzeugkennzeichen N259UP; Werknummer 48417) war eine McDonnell Douglas MD-11F, die am 15. Juli 1991 als MD-11 an Thai Airways ausgeliefert und unter dem Kennzeichen HS-TME betrieben worden war. Im Februar 2006 wurde sie von Thai Airways außer Dienst gestellt und im Juni 2006 von UPS Airlines erworben. Bis April 2007 wurde die Maschine zum Frachtflugzeug umgebaut und von UPS Airlines bis zum Unfallzeitpunkt betrieben. Die verunfallte MD-11F war mit drei Triebwerken des Typs General Electric CF6-80C2D1F ausgestattet.[2][3] Bis zum Unfall hatte die Maschine 92.992 Flugstunden und 21.043 Flüge absolviert.[1.2]
Flugverlauf
Das Flugzeug startete um 17:13 Uhr EST (22:13 UTC) vom Flughafen Louisville auf der Startbahn 17R. Wie mehrere Videoaufnahmen zeigen, brannte die linke Tragfläche des Flugzeugs bereits auf der Startbahn. Das linke Triebwerk hatte sich während des Starts vom Flugzeug gelöst und wurde auf dem Grünstreifen neben der Startbahn gefunden.[4]
Das Flugzeug erreichte eine maximale Flughöhe von etwa 175 ft (53 m) und eine maximale Geschwindigkeit von 185 kn (343 km/h). Es streifte zunächst das Dach eines UPS-Logistikzentrums, bevor es weitere Bauten in einem Industriegebiet berührte und schließlich in einen Parkplatz stürzte, zerbrach und in Flammen aufging. Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte es 38.000 US-Gallonen (ca. 140.000 l) Kerosin geladen.[5][6][4]
Folgen
14 Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben,[7][8] 23 Personen wurden teils schwer verletzt.[1.1] Unter den Toten befinden sich die dreiköpfige Besatzung, zehn Personen am Boden, deren Leichen an der Absturzstelle gefunden wurden, sowie eine, die im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag. Die sterblichen Überreste mindestens eines Todesopfers wurden erst drei Tage nach dem Unfall entdeckt.[7][8] Ende Dezember 2025 verstarb eine weitere Person in Folge der erlittenen Verletzungen.[9]
Durch den Absturz gerieten auch mehrere Gebäude, darunter ein Petroleum-Recyclingzentrum und ein Autoteilebetrieb, in Brand. Der Flughafen stellte den Flugbetrieb bis zum Morgen nach dem Unfall ein.[10]
Am 8. November 2025 erließ die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) eine dringliche Lufttüchtigkeitsanweisung[11] (Emergency Airworthiness Directive), die allen Flugzeugen des Typs McDonnell Douglas MD-11 und MD-11F bis zum Abschluss zusätzlicher technischer Inspektionen und noch zu spezifizierender Maßnahmen jegliche Flüge untersagt. Die Entscheidung folgte auf interne Sicherheitsprüfungen, nachdem am Vortag sowohl UPS als auch FedEx ihre MD-11-Flotten vorsorglich außer Betrieb genommen hatten.[3] Wenige Tage darauf erließ die FAA auch für das zum Teil ähnlich konstruierte Vorgängermodell DC-10 ein solches Flugverbot.[12]
- Verlust des Triebwerks (Darstellung des NTSB)
- Luftbild der Absturzstelle (Flughafen und Tower im Hintergrund)
- Aufzeichnung einer Überwachungskamera
Ermittlungen
Die Ermittlungen wurden durch das NTSB und die FAA übernommen. Bereits kurz nach dem Absturz konnten nahe der Startbahn 17R ein brennendes Triebwerk sowie Trümmerteile der Maschine geborgen werden.[4] Am 5. November, einen Tag nach dem Absturz, wurden die Flugschreiber der Maschine sichergestellt.[13]
Am 21. November 2025 veröffentlichte das NTSB den vorläufigen Untersuchungsbericht. Danach brach der hintere Aufhängungspunkt des linken Triebwerkspylons (Triebwerk Nr. 1). Dadurch kippte das Triebwerk nach oben, beschädigte dabei die linke Tragfläche mit den dort liegenden Treibstofftanks und löste sich dann vollständig. Die Ermittlungen fanden Ermüdungsrisse an beiden Bruchflächen der hinteren Lasche sowie entlang der Bohrung der inneren Bruchfläche der vorderen Lasche.[1.3] Darüber hinaus wies der äußere Ring des Lagers des Drehgelenks, das den Pylon mit dem Flügel verbindet, einen umlaufenden Bruch auf.[1.4]
Siehe auch
- American-Airlines-Flug 191, eine DC-10, die Vorgängerversion der MD-11, bei dem sich am 25. Mai 1979 ebenfalls beim Start das linke Triebwerk von der Tragfläche gelöst hatte.[1.5]
