US Saint-Malo

französischer Fußballverein From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Union Sportive de Saint-Malo ist ein traditionsreicher französischer Fußballverein aus Saint-Malo und seiner bis 1967 selbständigen ehemaligen Nachbargemeinde Saint-Servan im bretonischen Département Côtes-d’Armor. In ihrer sportlich erfolgreichsten Zeit bis 1945 hieß sie US Saint-Servan bzw. US Servannaise; daneben wurde der Verein häufig auch als US Saint-Servan-Saint-Malo bzw. US Servannaise-Malouine bezeichnet.[1] Die heutige Namensgebung erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seither pendelte die Ligamannschaft – abgesehen von einem kurzzeitigen Intermezzo in der dritten Liga ab 1987 – nur noch zwischen der obersten Amateurliga (CFA) und der sechstklassigen Division d’Honneur.

Die Vereinsfarben sind Schwarz und Gold; im Vereinswappen nennt die USSM sich Diables noirs („Schwarze Teufel“). Klubpräsident ist derzeit Yves Fantou. Die Ligaelf spielt im Stade de Marville und wird trainiert von Gwen Corbin. In der Saison 2026/27 treten die Männer in der viertklassigen National 2 an.

Geschichte

Gegründet wurde der Verein 1902 von aus beruflichen Gründen in der Hafenstadt Saint-Malo ansässigen Engländern. Er trat der Union des sociétés françaises de sports athlétiques, dem ältesten und größten der seinerzeit konkurrierenden Verbände, bei. Bereits 1905, erneut 1907 und dann jährlich von 1910 bis 1914 wurde die US Saint-Servan im permanenten Duell mit Stade Rennais UC westfranzösischer Meister der USFSA und qualifizierte sich damit für die Endrunden um die landesweite Verbandsmeisterschaft (championnat de France). 1910 stieß sie darin nach Siegen über UC Le Mans und Stade Français Paris ins Halbfinale vor, scheiterte dann aber am anschließenden Meister US Tourcoing. 1911, 1912 und 1913 jeweils im Viertelfinale ausgeschieden, erreichte sie 1914 erneut die Vorschlussrunde – und verlor wiederum gegen den späteren Champion, der diesmal Olympique Lille hieß.[2] Sieben Spieler von Saint-Servan und vier von Rennes bildeten die Équipe de l'Ouest, die 1911 den ersten, von der USFSA organisierten Frankreichpokal für Regionalauswahlmannschaften gewann.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die USSM ihre größten Erfolge im Pokal, dem einzigen landesweiten Wettbewerb bis zur Einführung des Professionalismus (1932). Siebenmal stand sie in der Runde der letzten 16 Mannschaften (1920, 1921, 1927, 1928, 1929, 1931, 1932) und 1924 sogar im Viertelfinale, in dem sie dem FC Rouen unterlag. In dem aufgrund der Kriegsbedingungen eingeschränkten Pokal 1940/41 erreichte sie gleichfalls das Viertelfinale der besetzten Zone. 1933 bewarb sie sich für die neu eingerichtete zweite Profi-Division und benannte sich offiziell in US Saint-Servan-Saint-Malo um. Nachdem sie diese erste Saison auf Rang 11 der Nordgruppe abgeschlossen hatte, zog sie sich zu Beginn der Spielzeit 1934/35 aus dem professionellen Fußball zurück.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelang der US lediglich 1949 und 2016 noch einmal ein Achtel-, dazu 1961 ein Sechzehntelfinaleinzug im französischen Pokalwettbewerb. Auch seine kurzzeitige Drittligazugehörigkeit liegt bereits mehr als zwei Jahrzehnte zurück.

Heutzutage besitzt der Amateurverein neben der Männer- eine Frauenfußball-Abteilung. Deren Ligaelf stieg 2014 in die zweithöchste Spielklasse auf, der sie auch 2016/17 angehört.

Ligazugehörigkeit

Profistatus hat die USSSSM lediglich von 1933 bis Spätsommer 1934 besessen. Erstklassig (Division 1, seit 2002 in Ligue 1 umbenannt) spielte der Klub bisher noch nie.

Erfolge

Für den Verein wichtige Ehemalige

Frauenfußball

Die Frauenabteilung entstand 1994 aus einer privaten Initiative; ein Jahr später stieg das Team in den Punktspielbetrieb auf Distriktsebene ein.[3] 2003 gewann die erste Elf, die damals im Ligabetrieb auf regionaler Ebene der Division d’Honneur angehörte, ihren ersten von bisher sieben Titeln im bretonischen Pokalwettbewerb.[4] 2014 stieg die USSM in die zweite französische Liga auf, der sie elf Jahre lang angehörte. Unterbrochen wurde diese Zugehörigkeit lediglich 2022 für ein Jahr, als sich infolge einer Ligareform (Verkleinerung von 24 auf zwölf Teams) die Hälfte der Teilnehmer in der Drittklassigkeit wiederfand. Zur Saison 2026/27 gelang den Diablesses als „Teuflinnen“ werden die Spielerinnen im Verein wie in den Medien häufig bezeichnet – dann als Vizemeister der Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Première Ligue.[5]

Literatur

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3
  • Georges Cadiou: Les grands noms du football breton. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2006, ISBN 2-84910-424-8

Anmerkungen

Related Articles

Wikiwand AI