UZ-Baureihe HRCS2
von der Ukrsalisnyzja beschaffter Triebzug
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Der HRCS2 ist ein von der Ukrsalisnyzja beschaffter Triebzug, der speziell im Schnellzugverkehr auf Netzen mit 3 kV Gleichspannung und 25 kV 50 Hz Wechselspannung eingesetzt wird. Der Zug wurde von der südkoreanischen Firma Hyundai Rotem hergestellt und von der Ukrsalisnyzja in zehn Exemplaren im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2012 beschafft. Im Alltagsbetrieb zeigten die Fahrzeuge einige größere Mängel, wodurch es zu keiner weiteren Lieferung des Herstellers kam.
| UZ-Baureihe HRCS2 | |
|---|---|
HRCS2-006 | |
| Nummerierung: | HRCS2.001–010 |
| Anzahl: | 10 Einheiten Anzahl Einzelwagen je Einheit: 9 |
| Hersteller: | Hyundai Rotem |
| Baujahr(e): | 2011–2012 |
| Spurweite: | 1520 mm (Russische Breitspur) |
| Länge über Kupplung: | Wagen: 21.700 mm |
| Breite: | 3500 mm |
| Höhe: | 4275 mm |
| Höchstgeschwindigkeit: | 176 km/h |
| Dauerleistung: | Motorwagen: 1000 kW |
| Stromsystem: | 3 kV Gleichspannung 25 kV 50 Hz Wechselspannung |
| Stromübertragung: | Oberleitung |
| Fahrmotoren: | 4 (Motorwagen) |
| Bremse: | Druckluftbremse Rekuperationsbremse Handbremse Elektrodynamische Bremse |
| Sitzplätze: | gesamte Einheit: 579 |
| Klasse(n): | 1./2. |
Geschichte
Die Fahrzeuge wurden von der Ukrsalisnyzja für Reisezüge zwischen den Städten beschafft, die in dem Spielbetrieb bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 integriert waren. Der Kaufpreis der zehn Elektrozüge betrug 307 Mio. Dollar. Ursprünglich waren in einem Kontrakt die Lieferung von vier Dieselzügen mit weiteren 43 Mio. Dollar mit enthalten, die allerdings nicht eingelöst wurde.[1]
Aus Südkorea wurden die Züge in die Ukraine per Schiff über das Schwarze Meer transportiert und in Odessa entladen. Dort traf mit dem HRCS2.002 am 11. März 2012 das erste Fahrzeug ein. Bis August 2012 trafen die restlichen Fahrzeuge ein und wurden in Betrieb genommen.
Beschreibung der Fahrzeuge
Die Elektrozüge sind für den Schnellzugdienst auf Strecken mit einer Spurweite von 1520 mm vorgesehen und für Geschwindigkeiten bis 160 km/h zugelassen. Auf jedem Beiwagen sind zwei Einholmstromabnehmer aus der Produktion der Firma LEKOV und ein Haupttransformator montiert, jeder von ihnen speist den Wandler der beiden benachbarten Motorwagen.
In jedem Steuer- bzw. Motorwagen sind vier Drehstromfahrmotoren mit einer Nennleistung von je 250 kW eingebaut (die Fahrmotoren sind verbunden in vier parallelen Gruppen), welche die Speisung von den vier Wandlern und Invertern erhalten.
Der Wagenkasten stützt sich auf den Drehgestellen über pneumatische Federn ab. Die Sitzplatzanordnung ist in den Wagen 2. Klasse in dem Schema 3+2, in den Wagen 1. Klasse 2+2. In dem Wagen mit der Nummer 3 befindet sich eine Bar.
Zusammensetzung
Der Triebzug besteht aus zwei Motor-/Steuerwagen, drei Beiwagen und vier Motorwagen gemäß folgendem Schema: 01 Motor-/Steuerwagen, 02 Beiwagen (mit Transformator und Stromabnehmer), 03 Motorwagen, 04 Motorwagen, 05 Beiwagen (mit Transformator und Stromabnehmer), 06 Motorwagen, 07 Motorwagen, 08 Beiwagen (mit Transformator und Stromabnehmer), 09 Motor-/Steuerwagen.
Der Triebzug besteht aus neun Wagen, wobei einzelne Einheiten zeitweilig sechsteilig für Relationen mit kleinstem Fahrgastaufkommen verwendet werden. Vorgesehen ist der Betrieb von zwei Einheiten über Vielfachsteuerung. Der Zug besteht aus Wagen der 1. und 2. Klasse, alle Plätze sind Sitzplätze. Die Wagen der 1. Klasse sind die mit den Nummern 2, 5, 8; die der 2. Klasse sind die mit den Nummern 1, 3, 4, 6, 7, 9. Die gesamte Zahl an Sitzplätzen im Zug beträgt 579. Die Sitze der 1. Klasse befinden sich in den Beiwagen (drei Wagen mit je 56 Sitzplätzen), die Sitze der 2. Klasse befinden sich in den sechs Motorwagen. Im ersten Steuerwagen befinden sich zwei Stellplätze für Rollstühle.
Betrieb
Die Züge werden auf den Strecken um Lwiw, der Südwest-Eisenbahn, der Piwdenna Salisnyzja, der Donezka Salisnyzja und den Eisenbahnen um Dnipro betrieben. Die Züge verkehren täglich:
- Kiew – Charkiw – Kiew (morgens, tagsüber, abends);
- Kiew – Donezk – Kiew (morgens, abends);
- Kiew – Lwiw (abends), Lwiw – Kiew (morgens);
- Kiew – Dnipro (abends), Dnipro – Kiew (morgens);
- Kiew – Saporischschja (morgens), Saporischschja – Kiew (abends);
In der Sommerperiode des Jahres 2013 befuhren sie auch dei Strecke Dnipro – Simferopol (morgens) und Simferopol – Dnipropetrowsk (abends).
Vorfälle
Der Betrieb der Fahrzeuge war von einer Reihe von Ausfällen begleitet, die dem Ansehen der Fahrzeuge viel Schaden zufügten und Nacharbeiten verlangten.
Ursachen für die zahlreichen Pannen im Jahr 2012 waren einerseits organisatorische Probleme, die sich durch die schnelle Einführung der Fahrzeuge im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2012 ergaben und andererseits Probleme, die sich durch die Unterschiede der Einsatzgebiete in der Ukraine und in Südkorea ergaben. Unzulänglichkeiten waren im Bremssystem, in der Klimaanlage und dem Kompressorsystem zu finden. Einige Brüche von Stromabnehmern waren auf die Vereisungen der Fahrleitungen zurückzuführen. Probleme gab es auch beim Kuppeln der Züge durch Kondenswasser.
Die Pannen traten von Oktober bis Dezember 2012 auf. Seitens der Herstellerfirma gab es zwar einen Prüfring, allerdings nur für die Spurweite 1435 mm. Hinzu kamen organisatorische Probleme, die sich bei der Anlieferung der Züge auswirkten. So gab es Unstimmigkeiten bei Baugruppen, die bei den Fahrzeugen angewendet worden waren, was aber nur durch koreanische Spezialisten gelöst werden konnte.
Hyundai Rotem verpflichtete sich, die aufgetretenen Probleme bis zum 20. Januar 2013 zu lösen, was auch gelang. Die Batterien wurden durch solche ukrainischer Bauart ersetzt, die ähnliche Eigenschaften wie die ursprünglichen aufweisen. Bei ihnen wurde die Kapazität etwas vergrößert. Diese Modernisierungen hatten eine effizientere Instandhaltung zum Ziel.
Siehe auch
Weblinks
- Visualisierungen des Fahrzeugs ( vom 7. November 2013 im Internet Archive) auf keisinger.ru
