U 17 (U-Boot, 1973)

Deutsches Unterseeboot der Klasse 206 From Wikipedia, the free encyclopedia

U 17 (Schiffskennung S 196) ist ein deutsches U-Boot der Klasse 206 A, dessen Heimathafen die Ostseestadt Eckernförde war. Dort war U 17 zunächst dem 3. Ubootgeschwader der Deutschen Marine unterstellt, bis dieses am 13. Februar 2006 außer Dienst gestellt wurde, und anschließend bis zur eigenen Außerdienststellung am 14. Dezember 2010 dem dann ebenfalls in Eckernförde beheimateten 1. Ubootgeschwader.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
U 17
U 17 und U 15 in Wilhelmshaven(Liegeplatz 201353.5200833333338.13875)
U 17 und U 15 in Wilhelmshaven
(Liegeplatz 2013)
Schiffsdaten
Flagge Deutschland Deutschland
Schiffstyp Konventionelles U-Boot
Klasse Klasse 206/206 A
Rufzeichen DRDK
Heimathafen Eckernförde
Bauwerft HDW, Kiel
Baunummer 33
Bestellung Juni 1969[1]
Kiellegung 1. Juni 1970
Stapellauf 10. Oktober 1972
Indienststellung 28. November 1973
Außerdienststellung 14. Dezember 2010
Verbleib Museumsschiff im Technik-Museum Sinsheim[2][3]
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 48,6 m (Lüa)
Breite 4,6 m
Tiefgang (max.) 4,3[1] bis 4,5 m
Verdrängung aufgetaucht: 450 t
getaucht: 498 t
 
Besatzung 22[1]-23 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 × MTU-12-Zyl.-Diesel
1 × SSW-Elektrofahrmotor[1]
(dieselelektrischer Antrieb)
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat Dieselmotoren:
je 750 PS (440 kW)
Elektrofahrmotor:
1.100 kW[1]
Einsatzdaten U-Boot
Aktionsradius im Überwassermarsch
mit 6 kn: ca. 4.500 sm;
im Unterwassermarsch
mit 4 kn: ca. 280 sm sm
Einsatzdauer 30 Tage
Tauchtiefe, max. 100 m
Höchst-
geschwindigkeit
getaucht
17 kn
Höchst-
geschwindigkeit
aufgetaucht
10 kn
Bewaffnung
  • 8 Torpedos DM 2 A1 Seeaal, drahtgelenkt (Kupferkabel) bei der Klasse 206[4][5]
  • 8 Torpedos DM 2 A3 Seehecht, drahtgelenkt (Kupferkabel) bei der Klasse 206 A[4][5]
  • optional: 2 × 12 Minen DM 41 Grundmine G1 im Minengürtel[4][5]
Sensoren
  • Sehrohr ASC-17
  • Sonaranlage STN Atlas DBQS-21D, bestehend aus:
  1. Passiv Detektion Rundum (PDR)
  2. Passive Ranging Sonar (PRS) zur passiven Entfernungsmessung
  3. Sonar Intercept (SIC) zur Erfassung aktiver Sonarstrahlungen
  4. Aktives Ortungssonar (AOS)
  5. Sonarlageerarbeitungs- und Waffenleitanlage SLW 83[6]
  • EDO-900 Minenmeidesonar (aktiv)
  • Thomson-CSF Calypso II Überwachungs- und Navigationsradar
  • EloUM-Anlage Thomson-CSF DR-2000U; Thorn EMI SARIE[7]
Schließen

Geschichte

U 17 verbringt vor Puerto Rico Spezialkräfte der US Army, 1997
U 17 in Bergen, Norwegen, 2009

U 17 wurde am 28. November 1973 als fünftes U-Boot der Klasse 206 in Dienst gestellt. Vom 18. September 1989 bis zum 22. Juli 1991 erfolgte bei Howaldtswerke-Deutsche Werft der Umbau zur verbesserten Klasse 206 A.[8]

Von April bis August 1997 fuhr U 17 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wolfgang Müller-Seedorf – gemeinsam mit U 26 (Korvettenkapitän Achmed Zaouer) – als erstes deutsches Nachkriegs-U-Boot über den Atlantik, um in der Karibik und an der Ostküste der USA ein umfangreiches militärisches Übungsprogramm zu absolvieren. Damit operierten erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg („Unternehmen Paukenschlag“) und gar 81 Jahre nach dem letzten Besuch eines unter deutscher Flagge fahrenden U-Bootes in den USA (Handelsunterseeboot Deutschland) wieder deutsche U-Boote im Westatlantik. Die Operation fand im Rahmen von SUBEX 97 statt und beinhaltete die Teilnahme an verschiedenen internationalen Marinemanövern sowie Hafenaufenthalte in Ponta Delgada (Azoren/Portugal), Roosevelt Roads und San Juan (beide Puerto Rico) sowie Washington,[9] Groton und New York City[10] (alle USA).[11] Höhepunkte dieses Unternehmens waren für beide Besatzungen die gemeinsamen Übungen mit den beiden nukleargetriebenen Jagd-U-Booten der Los-Angeles-Klasse, Augusta und Memphis, sowie der Besuch in New York während des Independence Day.

Im Sommer 2010 nahm U 17 mit der Besatzung des Schwesterbootes U 18 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Frédéric Strauch letztmalig an der NATO-Operation Active Endeavour im Mittelmeer teil.[12] Im Rahmen dieses Einsatzes wurden die Häfen von Málaga (Spanien), Catania auf Sizilien (Italien), Valletta (Malta), Palma de Mallorca (Spanien) und Brest (Frankreich) angelaufen.

Am 14. Dezember 2010 wurde U 17 in Eckernförde außer Dienst gestellt.

Verbleib

Von 2010 bis 2021 lag U 17 im Marinearsenal in Wilhelmshaven (letzter Liegeplatz).

Neben U 15 galt U 17 als Kandidat dafür, nach Maßnahmen zur Schadstoff­beseitigung sowie zur Demilitarisierung in das Technik-Museum Sinsheim verlegt zu werden. U 17 wurde Ende 2017 wegen des besseren Gesamtzustands und dadurch geringerer Renovierungskosten ins Gespräch gebracht. Ursprünglich war die Entscheidung und Überführung für Mitte 2018 vorgesehen,[13][14] verzögerte sich allerdings bis Mitte 2021 und fiel letztendlich zugunsten von U 17 aus.

Am 30. Juni 2021 wurde U 17 von Wilhelmshaven zur Werft von ThyssenKrupp Marine Systems nach Kiel überführt, wo die Waffensysteme ausgebaut und das U-Boot somit demilitarisiert wurde.[15][16]

Vom 28. April bis zum 17. Mai 2023 erfolgte der Transport des U-Bootes auf einem Ponton von Kiel über den Nord-Ostsee-Kanal, entlang der Nordseeküste nach Rotterdam und dann über Waal und Rhein nach Speyer.[17] Der Schubverband hielt dabei unter großem Publikumsinteresse in mehreren Häfen an.[18][19] In Speyer wurde U 17 für den Weitertransport an den Standort Sinsheim vorbereitet. Unter anderem wurden über 100 Tonnen Batterien ausgebaut, um das U-Boot zu erleichtern.[20] Der Transport von Speyer nach Sinsheim begann am 30. Juni 2024.[21] Auf einem Ponton wurde die Strecke nach Haßmersheim zurückgelegt, unter anderem mit einem zweitägigen Stopp in Heidelberg. Um unter Brücken, wie der Alten Brücke, durchzupassen, musste das U-Boot auf dem Ponton auf die Seite gedreht werden. Die restlichen 50 Kilometer wurden auf der Straße zurückgelegt. Der Transport ins Technik-Museum Sinsheim dauerte insgesamt bis zum 28. Juli 2024. Am 24. Mai 2025 wurde das Boot für die Öffentlichkeit zur Besichtigung geöffnet.[22]

Das U-Boot ist nach seiner Ausmusterung im Bestand der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz, die für die Erhaltung wesentlicher Exponate der wehrtechnischen Entwicklung in der Bundeswehr zuständig ist. Es ist jedoch als Dauerleihgabe an das Technik-Museum Sinsheim abgegeben.[23]

Turmwappen

Turmwappen des Unterseebootes U 17

Das Turmwappen des Unterseebootes U 17 zeigt einen runden Wappenschild, in dessen Zentrum vor gelbem Hintergrund drei schwarze Delphine vertikal übereinander angeordnet sind. Im blauen Schildrand ist unten in Schwarz der Schriftzug UNTERSEEBOOT U 17 zu lesen.

Die Anzahl der Delphine stellt den Bezug zum 3. Ubootgeschwader her, dem U 17 von seiner Indienststellung bis zur Unterstellung unter das 1. Ubootgeschwader am 13. Februar 2006 angehörte. Die Delphine symbolisieren die Eigenschaften des U-Bootes, bei relativ langer Außenluftunabhängigkeit und bei einem hohen Maß an Ortungsvermögen zur Verteidigung selbst einen überlegenen Gegner entschlossen angreifen zu können.[24.1]

Patenschaft

1973 übernahm die Gemeinde Kressbronn am Bodensee die Patenschaft für U 17,[25] die mit der Außerdienststellung des U-Bootes am 14. Dezember 2010 endete.

Kommandanten

Die Kommandanten des Unterseebootes U 17 waren:[24.2]

Weitere Informationen Name, von ...
Namevonbis
Kapitänleutnant Klaus Wüstenberg28. Nov. 197330. Sep. 1975
Kapitänleutnant Viktor Toyka1. Okt. 197530. Sep. 1977
Kapitänleutnant Kramer1. Okt. 197730. Sep. 1980
Kapitänleutnant Luchterhand1. Okt. 198030. Sep. 1982
Kapitänleutnant Werner Schulze-Hillert1. Okt. 198230. Sep. 1984
Korvettenkapitän Wolfgang Schuchardt1. Okt. 198426. Sep. 1986
Korvettenkapitän Wolfgang Petermann26. Sep. 19867. Nov. 1988
Kapitänleutnant Erich Weiß7. Nov. 19889. Jan. 1989
Kapitänleutnant Siegfried Schneider9. Jan. 198929. Sep. 1989
Kapitänleutnant Bernd Briel29. Sep. 198926. Sep. 1991
Korvettenkapitän Michael Witte26. Sep. 199115. Aug. 1993
Kapitänleutnant Peter-Paul Prahl †16. Aug. 19931. Sep. 1995
Korvettenkapitän Wolfgang Müller-Seedorf1. Sep. 199528. Sep. 1998
Kapitänleutnant René Vorbeck28. Sep. 19982. Apr. 2001
Korvettenkapitän Dieter Waldmann2. Apr. 20011. Okt. 2003
Kapitänleutnant Sascha Albrecht1. Okt. 200322. Mai 2005
Korvettenkapitän Jörn Schierhorn22. Mai 200514. Dez. 2010
Schließen
Commons: U 17 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI