Udersburg
Gut bzw. Gutsbezirk bei Jüterbog in Brandenburg
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Udersburg war ein Gut bzw. Gutsbezirk vor den Toren der Stadt Jüterbog im heutigen Brandenburg. Die Siedlung wurde im 19. Jahrhundert mit dem benachbarten Ortsteil Damm vereinigt und erscheint ab 1871 nicht mehr als eigenständiger Ort.[1]
Geschichte und Etymologie
Der Ort erscheint erstmals 1568 als Vder oder Udersburg, 1654 als das Gutt die Vderßburgk genandt, 1662 als Uderhoff und 1721 als Der sogenante Uder Hoff. 1749 wird er als Fuhrenthal auf dem Damme vor Jüterbock oder der Udersburg bezeichnet, bevor sich ab 1768 die Form Udersburg durchsetzt.
Als Besitzer waren zwischen 1568 und 1628 die Familie Uder, von 1628 bis 1654 der Amtmann Steuernagel und bis 1708 die Familie Junack belegt. Danach folgten mehrere miteinander verwandte Familien: die Amtseinnehmer Krüger und Grohmann sowie die Pfarrersfrau Krackow, alle geborene Junack, und deren Kinder. Ab 1747 bis nach 1850 befand sich das Gut im Besitz der Familie Güthling, die zahlreiche Wohnstellen, Gärten und Häuser verwaltete. Verschiedene Besitzbestandteile wie fünf Wohnstellen, ein Weinberg auf dem Kappan, das Müllers Freihaus mit Garten sowie zwei Hufen in Damm wurden zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert dem Gut zugeordnet. Bis 1665 war Udersburg amtssässig, bevor ihm die Schriftsässigkeit gesondert zuerkannt wurde.
Das Gut bestand im Jahr 1662 aus vier Dienstbuden. 1721 verfügte das Gut über zwei Hufen Acker, einen Weinberg und sechs neu zu errichtende Buden. 1747 wurden ein Wohnhaus, ein Wagenhaus, eine große und eine kleine Scheune, ein großer Kuhstall, ein weiteres Wohngebäude, ein großer Garten, zwei Hufen in Damm mit einer langen Wiese, ein Garten im Kappan, ein Weinberg und Ackerflächen von zweieinhalb Scheffel Aussaat genannt. 1777 hatten sich vier Häusler angesiedelt, und elf Buden waren vermietet. Um 1800 hielt das Gut vier Pferde und zehn Kühe, 1817 wurde es als Freigut bezeichnet, und 1858 umfasste es drei Wohnhäuser sowie acht Wirtschaftsgebäude mit einer Fläche von 106 Morgen: zwei Morgen Gehöfte, acht Morgen Gartenland, 90 Morgen Acker und sechs Morgen Wiese. Die Einwohnerzahl lag 1800 bei 36 Personen und 1858 bei 46.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 508 und 509.