Udo Bandow

deutscher Fußballfunktionär und Bankier From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Bandow spielte als Jugendlicher Anfang der 1940er Jahre Fußball beim Hamburger SV.[3] Während des Zweiten Weltkrieges wurde er nach der Ausbombung der in Hamburg-Hamm gelegenen elterlichen Wohnung zu seinen Großeltern nach Mecklenburg geschickt. Er spielte nach dem Krieg Fußball und Tischtennis in Hamburg-St. Georg.[4] Bandow war langjähriges Mitglied des SV St. Georg.[5]

Nach der Erlangung der Hochschulreife[4] war Bandow ab 1951 Auszubildender bei der Vereinsbank Hamburg,[6] schloss die Lehre als Bankkaufmann ab[7] und war anschließend bis zum Renteneintritt für das Unternehmen beziehungsweise dessen Nachfolgefirmen Vereins- und Westbank und Hypovereinsbank tätig.[6] Bei der Vereinsbank Hamburg wurde er Leiter der Wertpapierabteilung[8] und trieb entscheidend die 1969 vollzogene Hansainvest-Gründung voran.[9] Ab 1980 war Bandow Vorstandsmitglied des inzwischen Vereins- und Westbank heißenden Unternehmens und ab 1992 dessen Vorstandssprecher.[10] Aus dem Tagesgeschäft bei der Bank stieg er 1998 aus.[11] Er war hernach Mitglied des Aufsichtsrats derselben Bank[11] und gehörte dem Gremium bis 2006 an.[12] Er saß ebenfalls in den Aufsichtsräten weiterer Unternehmen, darunter das Energieunternehmen REpower Systems AG,[13] das Bankhaus Donner, die Deutsche Schiffsbank, die Brauerei Holsten,[10] die BÖAG Börsen AG[14] und die Versicherungen Albingia[7] sowie Signal Iduna.[10] Bei der Vermögensverwaltungsgesellschaft Aramea war er Vorsitzender des Aufsichtsrates[15] und später dessen Ehrenvorsitzender.[12]

Zwischen 1990 und 2008 hatte Bandow zusätzlich das Amt des Vorsitzenden der Hanseatischen Wertpapierbörse in Hamburg inne und wurde nach seinem Ausscheiden zum Ehrenpräsident ernannt.[12] Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Ole von Beust schrieb Bandow 2007 zu, in seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Börse dazu beigetragen haben, „dass sich Hamburg als bedeutender Finanzplatz behauptet“.[16]

Als der Hamburger SV 1990 einen neuen Vorsitzenden suchte, fiel Bandows Name als möglicher Bewerber. Bei der scheidenden HSV-Vereinsspitze, Präsident Horst Becker und Schatzmeister Ernst-Otto Rieckhoff, fand eine mögliche Wahl Bandows zum neuen Vorsitzenden große Zustimmung. Zu einer Bewerbung Bandows um das Amt kam es aber nicht.[17] Bandow war Vorsitzender des HSV-Beirats, der 1996 in den Aufsichtsrat des Hamburger SV überführt wurde,[18] in den Bandow bei der Gründung 1996 gewählt wurde und dessen Vorsitz er übernahm.[19] Den Vorsitz im Aufsichtsrat hatte er von 1996 bis Februar 2007 inne, als er das Amt in Folge einer Herzoperation aus gesundheitlichen Gründen abgab.[20] Bandow war langjähriges Vorstandsmitglied der Uwe-Seeler-Stiftung.[21]

Die Deutsche Presseagentur stufte Bandow anlässlich dessen Rücktritt als „Integrationsfigur“ des Hamburger SV ein.[22] Oliver Bierhoff bezeichnete Bandow 2017 als seinen „Mentor, beruflich und privat“.[23] Die Zeitung Die Welt schrieb 2014 über Bandow, dieser habe „in seiner aktiven Zeit zu den einflussreichsten Persönlichkeiten“ Hamburgs gehört.[7]

Bandow spielte noch mit über 80 Jahren Fußball und Tennis.[15] Aus der Ehe mit seiner Frau gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor.[4]

Udo Bandow starb im Juli 2023 im Alter von 91 Jahren.

Einzelnachweise

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