Ulf Liedke

deutscher evangelischer Theologe und Diakoniewissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Ulf Liedke (* 1961) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Diakoniewissenschaftler.

Leben und Wirken

Ulf Liedke studierte von 1984 bis 1990 Evangelische Theologie am Theologischen Seminar in Leipzig. Im Wintersemester 1990/91 studierte er im Rahmen eines postgradualen Studiums an der Universität Wien. 1992 wurde er als Pfarrer ordiniert. Von 1992 bis 1997 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Systematische Theologie der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Hier wurde er 1996 mit einer Dissertation zum Thema Naturgeschichte und Religion: Eine Studie zum Religionsbegriff in der Philosophie Theodor W. Adornos promoviert.[1] 1997 wurde Liedke auf die Professur für Ethik und Diakoniewissenschaft an der Evangelischen Hochschule Dresden berufen,[2] die er bis 2025 wahrnahm. Von 2018 bis 2022 war er Prorektor dieser Hochschule. 2007 und 2008 war er nebenberuflich Direktor der Diakonischen Akademie für Fort- und Weiterbildung in Moritzburg und Berlin. 2008 habilitierte er sich an der Universität Leipzig mit einer Arbeit zum Thema Beziehungsreiches Leben: Studien zu einer inklusiven theologischen Anthropologie für Menschen mit und ohne Behinderung. Danach lehrte er – zunächst im Rahmen einer Privatdozentur und von 2017 bis 2025 als HonorarprofessorSystematische Theologie an der Universität Leipzig. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte waren Themen der theologischen Anthropologie, der Diakoniewissenschaft, medizinischen Ethik sowie der Inklusion in theologischer, sozialwissenschaftlicher und ethischer Perspektive.

Mitgliedschaften

  • Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie
  • Von 2002 bis 2014: Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
  • Von 2008 bis 2014: Vorsitzender des Theologischen Ausschusses der Landessynode
  • Ab 2010: Aufsichtsrat der Diakonie Dresden
  • Seit 2020: Stiftungsrat der Stiftung Diakonie Leben
  • Ab 2015: „Runder Tisch Inklusion“ der Ev.-Luth. Landeskirche und der Diakonie Sachsen[3]
  • Ab 2019: Arbeitskreis „Ethik in der Medizin“ der Landesärztekammer Sachsen[4]
  • 2020: EKD-Expert:innenbeirat „Inklusive Kirche“[5]
  • 2022: Kammernetzwerk der EKD[6]

Schriften

  • Naturgeschichte und Religion. Eine theologische Studie zum Religionsbegriff in der Philosophie Theodor W. Adornos. Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-30937-6.
  • Zerbrechliche Wahrheit. Theologische Studien zu Adornos Metaphysik (= Religion in der Moderne, Band 10). Echter, Würzburg 2002, ISBN 3-429-02504-4.
  • Beziehungsreiches Leben. Studien zu einer inklusiven theologischen Anthropologie für Menschen mit und ohne Behinderung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-62410-4.
  • Menschenbilder und Bilderverbot. Eine Studie zum anthropologischen Diskurs in der Behindertenpädagogik. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2013, ISBN 978-3-7815-1923-7.
  • mit Maik Arnold, Dorothy Bonchino-Demmler, Ralf Evers und Marcus Hussmann: Perspektiven diakonischer Profilbildung. Ein Arbeitsbuch am Beispiel von Einrichtungen der Diakonie in Sachsen. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-05223-3.

Als Herausgeber

Einzelnachweise

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