Ulf Linnemann

deutscher Geologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Ulf Linnemann (* 1960 in Ilmenau, Thüringen)[1] ist ein deutscher Geologe und Hochschullehrer.[2] Er ist seit 1996 Head of Department des Museums für Mineralogie und Geologie an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und lehrt als Professor für Geologie an der Technischen Universität Dresden.

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Ulf Linnemann (2024)

Leben und Wirken

Ulf Linnemann wuchs in Ilmenau und in Berlin-Friedrichshagen auf. Von 1981 bis 1986 studierte er Geologie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und arbeitete anschließend bis 1990 als Wissenschaftler und in der universitären Lehre am Institut für Geologie in Freiberg, wo er 1990 promoviert wurde. Es folgten Tätigkeiten als Wissenschaftler und Hochschullehrer am Institut für Bodenkunde der TU Dresden (1990–1993) und am Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1993–1996).

Ab 1996 war Linnemann Head of Department des Staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie Dresden, das im Jahr 2000 im Range einer Abteilung zunächst in die Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen Dresden und später im Jahr 2009 in die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden integriert wurde, die er als Direktor alternierend 14 Jahre lang führte.

Seit 2004 lehrt Linnemann an der TU Dresden Geologie, wo er sich 2008 habilitierte. 2006 gründete Linnemann die Sektion Geochronologie und 2008 das Isotopenlabor der Sektion Geochronologie an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden (GeoPlasmaLab-Dresden, GPDL), in dem hauptsächlich Altersbestimmungen von Gesteinen anhand von Uran-Blei-Isotopen am Mineral Zirkon und anderen Phasen mittels LA ICP-MS (Laserablation verbunden mit induktiv gekoppeltem Plasma und Massenspektrometrie) durchgeführt werden. Dieses Labor (3 MassSpecs, 2 Laser) ist in seiner Art das erste und bislang einzige im Osten Deutschlands.

Linnemann verfasste als Erst- sowie Ko-Autor mehr als 250 geowissenschaftliche Artikel und editierte ein deutsch- sowie zwei englischsprachige regionalgeologische Fachbücher über die Geologie Mitteleuropas.

Forschungsschwerpunkte

Linnemann forscht auf den Gebieten orogener Prozesse und kombiniert die geowissenschaftlichen Disziplinen der Geochronologie, der Feldgeologie, der Plattentektonik und der Sedimentologie. Hinzu kommt die Erforschung präkambrischer und paläozoischer Sedimentations- und Lebensräume.

Linnemann war Leiter des IGCP 497 „The Rheic Ocean: Origin, Evolution, and Significance“ (2004–2009) der UNESCO. Die aufbereiteten Forschungsergebnisse wurden in dem von ihm editierten Buch The Variscan Orogen of Central Europe (Springer, 2025) veröffentlicht.

Das heutige Forschungsinteresse von Linnemann ist auf die U-Pb-Zirkon-Datierung von Gesteinen sowie der Ermittlung der Zirkon-Hafnium-Signatur mittels LA ICP-MS fokussiert. Die Daten schlagen sich in der Erforschung des Ediakariums und des Paläozoikums im Avalonisch-Cadomischen Basement Europas sowie in NW-Afrika und den Varisziden nieder. Seine geologische Forschungen außerhalb Europas konzentrieren sich auf das Präkambrium und Paläozoikum von Namibia, Marokko, Mauretanien und anderen Regionen Afrikas.

Hervorzuhebende Forschungsergebnisse sind:

  • die Erstdefinition des Cadomischen Basements in der Saxothuringischen Zone (Böhmisches Massiv) und die Zuordnung zum Superkontinent Gondwana (Linnemann & Buschmann 1995; Linnemann et al. 2000, 2007, 2014)
  • die Definition das Gondwana-Anteils von Europa als „Cadomia“ sowie der erstmalige Nachweis von glazialen Ereignissen im Ediakarium das Cadomischen Basements Europas (Linnemann et al. 2018, 2022, 2025)
  • die absolute Datierung der Ediakarium-Kambrium-Grenze mit 538.9±0.6 Ma in einem biostratigraphisch abgesicherten Profil in Süd-Namibia (Linnemann et al. 2019, Aufnahme des Alters in die International Chronostratigraphic Chart und dort gültig seit 2019)
  • die Erforschung orogener Prozesse der Varisziden Mittel- und Westeuropas (Linnemann et al. 2000, 2024, 2025) und deren benachbarter Platten im Rahmen des IGCP 497.

Publikationen (Auswahl)

Monografien (als Herausgeber)

  • Das Saxothuringikum. Abriss der präkambrischen und paläozoischen Geologie von Sachsen und Thüringen (= Geologica Saxonica Band 48/49.) 2004, ISBN 3-910006-27-2, DNB 971596794
  • mit Rolf L. Romer: Pre-Mesozoic Geology of Saxo-Thuringia – From the Cadomian Active Margin to the Variscan Orogen. Schweizerbart Science Publishers, 2010, ISBN 978-3-510-65259-4.
  • The Variscan Orogen of Central Europe: Geodynamics - Geochronology – Geobiology. Springer, 2025, ISBN 978-3-031-82910-9.
Commons: Ulf Linnemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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