Ulrich Goerdeler

deutscher Politiker (CDU), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Ulrich Goerdeler (* 13. April 1913 in Solingen; † 29. Juli 2000 in Gifhorn) war ein deutscher Jurist, Politiker (CDU) und Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag.

Leben

Ulrich Goerdeler war der Sohn von Anneliese Goerdeler, geborener Ulrich, und dem späteren Leipziger Juristen, Oberbürgermeister und 1945 hingerichteten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Carl Friedrich Goerdeler. Er wuchs in Königsberg (Preußen) auf, wo er das Altstädtische Gymnasium (Königsberg) besuchte. Nach dem Abitur begann er 1931 bis 1935 an der Philipps-Universität Marburg Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren. Er wurde im Corps Teutonia Marburg aktiv und am 18. Juni 1932 recipiert.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Universität Leipzig.

Als Referendar war er Volontär bei der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. 1939/40 war er Assessor bei der Kurhessischen Kupferschieferbergbau GmbH in Nentershausen (Westerwald) und ab 1941 Anwaltsassessor bei der Contigas Deutsche Energie in Dessau. Er absolvierte die Große juristische Staatsprüfung und ließ sich 1942 als Rechtsanwalt in Stettin nieder.

Von Februar 1942 bis August 1944 war er, zuletzt als Flugzeugführer, wehrdienstleistender Soldat bei der Luftwaffe (Wehrmacht). Wegen Verdachts der Mittäterschaft am Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler befand er sich neun Monate lang in Gefängnis- und KZ-Haft. Er wurde als SS-Geisel nach Südtirol verschleppt und dort am Pragser Wildsee befreit.[2] Seit November 1945 in Gifhorn ansässig, war er dort ab 1946 Rechtsanwalt und Notar, seit 1956 auch Fachanwalt für Steuerrecht.

Er war verheiratet mit Irma Goerdeler, geborene Reuter. Sie hatten eine Tochter und vier Söhne, darunter der Jurist Rainer Goerdeler.[3] Sein Bruder war der Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Reinhard Goerdeler.

Politik

Goerdeler war von 1964 bis 1976 Vorsitzender, danach Ehrenvorsitzender, des Bezirksverbandes Lüneburg der CDU und Mitglied des Kreistages des Landkreises Gifhorn sowie von 1961 bis 1968 Beigeordneter im Rat der Stadt Gifhorn. Er war Mitglied des Niedersächsischen Landtages der 5. bis 7. Wahlperiode vom 20. Mai 1963 bis zum 20. Juni 1974 sowie nochmals in der 11. Wahlperiode vom 21. Juni 1986 bis 20. Juni 1990.

Literatur

  • Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch. Hrsg. vom Präsidenten des Niedersächsischen Landtages. Niedersächsischer Landtag, Hannover 1996, S. 121–122.
  • Goerdeler, Ulrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 387.

Einzelnachweise

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