Ulrike Müller (Regisseurin)
deutsche Theaterregisseurin, Autorin und Schauspielerin
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Ulrike Müller (geboren 1981 in Cottbus) ist eine deutsche Theaterregisseurin, Autorin und Schauspielerin. Sie wird ab September 2027 Intendantin der Neuen Bühne Senftenberg.[1]
Leben
Ulrike Müller studierte von 1999 bis 2002 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Sie arbeitete als Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden und am Stadttheater Bielefeld und gastierte am Staatstheater Cottbus. Prägende Rollen waren Suzanne in „Figaros Hochzeit“, Frau Elvsted in „Hedda Gabler“, Virginia in „Das Leben des Galilei“, Hedvig Ekdal in „Wildente“, Elektra in „Elektra“, Ophelia in „Hamlet“, Charlotta Iwanovna in „Der Kirschgarten“, Franziska Schöller in „Pension Schöller“, Helena-Hermia im „Ein Sommernachtstraum“ und die Braut in Brechts „Kleinbürgerhochzeit“. Wichtige Zusammenarbeiten verbinden Ulrike Müller mit Regisseuren wie Volker Lösch, Bernarda Horres, Christian Schlüter, Sascha Hawemann, Matthias Brenner, Michael Heicks und Patrick Schimanski.
2008 schloss sie ein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin an.[2] Seit 2010 arbeitet sie als Regisseurin und Autorin, für Theater und Hörspiel. Müller inszenierte am bat-Studiotheater Berlin, am Landestheater Detmold, an der Neuen Bühne Senftenberg, am Anhaltischen Theater Dessau, am Theater Rudolstadt, am Staatstheater Cottbus und am Hans Otto Theater in Potsdam.
Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute wurde sie 2012 für ihr Stück Das Projekt bin ich zur „besten Nachwuchsregisseurin“ nominiert.[3] Für ihr Hörspiel Das Projekt bin ich! war sie 2015 für den ARD-Online-Award nominiert und gewann den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Laut Jurybegründung überzeugte das Hörspiel „mit seiner selbstverständlichen Balance von genauem unaufdringlichem Handwerk und politischer Aktualität“.[4] Thematisch handelt das Stück von den Problemen, die zeitgenössische Schauspieler haben, eine Familie zu ernähren und beruflich zu überleben.[5] Mit ihrem Hörspiel „Lieber Nicolas Berggruen“ (2017) thematisiert Ulrike Müller die Wohnraumsituation in Berlin. Damit war sie zum zweiten Mal für den Deutschen Hörspielpreis nominiert. 2019 schrieb sie für das Mozarteum in Salzburg die Klimadystopie „Prinzip Arche“ und gewann damit den Dramatikerinnen-Preis bei Waldorf100 „Wo steht der Mensch“. 2020 widmete sich Ulrike Müller ihrem biografischen Recherchestück „Ich bin in einem Land geboren, das es nicht mehr gibt!“.[6] 2021 veröffentlichte sie ihr drittes Hörspiel zum Thema „Soziale Realitäten“ für den rbb. „Die Don Quijotinnen oder Was kostet die Kindheit?“[6] 2023 wurde ihr Stück „Blick zurück nach vorn oder Ich bin in einem Land geboren, das es nicht mehr gibt“ an der neuen Bühne Senftenberg uraufgeführt.[6] 2024 folgte „Vineta oder das Schwarze Tal“ (Co-Autor Jan Lehmann), das im Rahmen des Lausitz-Festivals in Kooperation mit der Neuen Bühne Senftenberg auf dem Senftenberger See Premiere hatte.[6] 2025 hatte das Stück „Zum Wohle des Volkes“ (Koautor Jan Lehmann) Uraufführung. Seit 2022 leitet Ulrike Müller die Bürgerbühne der TraumschüffTheatergenossenschaft in Oranienburg. Ihre biografische Arbeitsweise führte sie mit der intergenerativen und inklusiven Gruppe fort.
2022 absolviert sie berufsbegleitend eine Weiterbildung für Theater- und Musikmanagement an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Abschlussarbeit befasste sich mit dem Thema: „Ist die Kreativität am Theater noch zu retten? Grundeinkommen für Selbständige Künstler*innen – Fiktion oder Notwendigkeit.“
Außerdem arbeitet sie als Schauspieldozentin u. a. an der Universität der Künste Berlin, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin sowie für die Kette Dm-drogerie markt, dessen Gründer Götz Werner die Theaterarbeit als feste Säule in den Firmen-Ausbildungskonzepten verankert hat.[6]
Im Mai 2026 wurde Ulrike Müller vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz und der Stadt Senftenberg zur Intendantin der Neuen Bühne Senftenberg berufen. Sie tritt ihre Stelle im September 2027 an.[1]
Werke
- Das Projekt bin ich!, Berlin 2012
- Das Projekt bin ich! (Konzept und Regie), Hörspiel-Produktion des rbb 2014, 54:40 Min.
- Lieber Nicolas Berggruen!, Hörspielproduktion des rbb 2017
- PRINZIP ARCHE, UA 2020 in Salzburg
Auszeichnungen
- 2012 Nominiert zur besten Nachwuchskünstlerin für Das Projekt bin ich! von Theater heute
- 2013 Nominiert zum KörberStudio Junge Regie in Hamburg mit Das Projekt bin ich!
- 2015: Deutscher Hörspielpreis der ARD für Das Projekt bin ich!
- 2017 Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis mit Lieber Nicolas Berggruen!
- 2018 Förderpreis beim Lausitzen Stückwettbewerb für Ich bin in einem Land geboren, das es nicht mehr gibt!
- 2019 1. Preis beim Dramawettbewerb / Waldorf100 für Prinzip Arche
- 2022 Juliane-Bartels-Medienpreis, Kategorie Sonderpreis für Die Don Quijotinnen oder Was kostet die Kindheit
Weblinks
- Profil als Regisseurin am Theater Rudolstadt
- Website von Ulrike Müller