Ulsan-Klasse

Klasse von neun Fregatten der Marine der Republik Korea From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Ulsan-Klasse (Hangeul: 울산급 호위함, Hanja: 蔚山級護衛艦) ist eine Klasse von neun Fregatten der Marine der Republik Korea (ROKN), die seit 1981 in Dienst steht.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Ulsan-Klasse
Die Gyeongbuk im Juni 1992
Die Gyeongbuk im Juni 1992
Schiffsdaten
Land Korea Sud Südkorea
Schiffsart Fregatte
Bauzeitraum 1979 bis 1992
Stapellauf des Typschiffes 8. April 1980
Gebaute Einheiten 9
Dienstzeit seit 1981
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 102,0 m (Lüa)
98,0 m (Lpp)
Breite 11,5 m
Tiefgang (max.) 3,5 m
Verdrängung 2180–2300
 
Besatzung 186
Maschinenanlage
Maschine CODOG:
2 × GE LM2500-Gasturbinen
2 × MTU 12V 956 TB82-Dieselmotoren
Höchst­geschwindigkeit 35 kn (65 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren
  • Radar
  • Sonar
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Geschichte

Die Agency for Defense Development der südkoreanischen Rüstungsbeschaffungsbehörde entwickelte diese Klasse im Rahmen des 1974 verabschiedeten Yulgok-Projekts. Aufgabe der Schiffe ist bzw. war die Abwehr der nordkoreanischen Streitkräfte. Neun Schiffe wurden zwischen 1979 und 1992 in drei Baulosen auf südkoreanischen Werften gebaut. Die Ausstattung mit Wirkmitteln und Elektronik erfolgte mit aus Europa oder den Vereinigten Staaten importierten Systemen.

Einheiten

Weitere Informationen Kennung, Name ...
KennungNameBauwerftKiellegungStapellaufIndienststellungAußerdienststellungVerbleib
1. Baulos
FF-951 Ulsan
(울산)
Hyundai Heavy Industries,
Ulsan
19798. April 19801. Januar 198130. Dezember 2014 Museumsschiff in Ulsan
FF-952 Seoul
(서울)
198224. April 198418. Dezember 198431. Dezember 2015 Museumsschiff in Seoul
FF-953 Chungnam
(충남)
Korea Shipbuilding Corporation,
Busan
198410. Dezember 19841. Juli 198527. Dezember 2017[1] Reserve
FF-955 Masan
(마산)
Korea Tacoma Shipyard,
Masan
198326. Oktober 19847. August 198524. Dezember 2019[2] Museumsschiff auf der Insel Ganghwado
2. Baulos
FF-956 Gyeongbuk
(경북)
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering,
Okpo
198423. Januar 19861. August 198624. Dezember 2019[2] Reserve
3. Baulos
FF-957 Jeonnam
(전남)
Hyundai Heavy Industries,
Ulsan
198619. April 198826. Oktober 198930. Dezember 2022[3] Reserve
FF-958 Jeju
(제주)
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering,
Okpo
19863. Mai 19882. Dezember 198930. Dezember 2022[3]
FF-959 Busan
(부산)
Hyundai Heavy Industries,
Ulsan
199020. Februar 19922. November 1992 Aktiv
FF-961 Cheongju
(청주)
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering,
Okpo
199020. März 19922. Dezember 1992
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Technische Beschreibung

Rumpf und Antrieb

Der Rumpf eines Schiffes der Ulsan-Klasse ist 102 Meter lang, 11,5 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 2180 bis 2300 Tonnen einen Tiefgang von 3,5 Metern. Der Antrieb, ein CODOG-System, besteht aus zwei Dieselmotoren MTU 12V 956 TB82-Dieselmotoren und zwei GE LM2500-Gasturbinen. Diese geben die Leistung an zwei Wellen mit je einer Schraube weiter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 35 Knoten (65 km/h) und die Reichweite 8000 Seemeilen bei 16 Knoten.

Bewaffnung

Ansicht des Achterschiffes der Ulsan (1. Baulos) im Jahr 2012; klar erkennbar die Position der Seeziel­flug­körper, Torpedo­rohre, 30-mm und 76-mm-Geschütze

Neben den drei separat aufgeführten Waffensystem verfügten die Schiffe des 1. Bauloses über vier 30-mm Emerlec EE-30-Zwillingsgeschütze, welche bei den nachfolgenden Baulosen durch drei Nahbereichsverteidigungssysteme des Typ DARDO (40-mm-Zwillingsgeschütztürme) ersetzt wurden und zwei Ablaufschienen für Wasserbomben. Des Weiteren noch zwei Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen, zwei SLQ-261K-Torpedotäuschkörpertsysteme, ein AN/SLQ-25 Nixie-Täuschkörpersystem und eine Reihe von Handfeuerwaffen.

Geschützturm

Die zwei 76-mm-Geschütz von OTO Melara befindet sich je eins auf Vorderdeck und Achterdeck. Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 100/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 16.000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 7.800 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß von 11 t um 10 % auf 9,9 t, die dann mittels Hydraulik abgefangen werden.[4]

Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladering mit einer Aufnahmekapazität von 70 Patronen, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Ring befördert werden. Auf der linken Seite wandern die Patronen in eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welche die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Patronen von Pendelarmen entgegengenommen. Diese zwei Pendelarme schwenken alternierend (bewegt sich einer nach oben, schwenkt der andere nach unten) und geben die Patrone an die Zuführtrommel in der Rohrachse ab. Die Patrone fällt auf die Beladeschale, wird angesetzt, der Verschluss steigt und der Schuss kann ausgelöst werden.

Seezielflugkörper

Als Seezielflugkörper sind zwei Viererstarter für RGM-84 Harpoon auf dem achteren Decksaufbau montiert. Die Harpoon wird von einem Turbojet angetrieben und mit einem Booster gestartet. Der Flugkörper verfügt über einen Gefechtskopf mit 221 Kilogramm Hochexplosivsprengstoff. Die Navigation zum Ziel erfolgt mit einem inertialen Navigationssystem, während die Harpoon in der Anflugphase rund 15 Meter über dem Wasser zum Ziel navigiert. Dabei kann ein Knick in die Flugbahn integriert werden, um das Zielgebiet aus einer bestimmten Richtung anzufliegen. Sobald sich die Rakete in einer vorbestimmten Distanz zum vermuteten Ziel befindet, schaltet sie ihr bordeigenes Radar ein, um das Ziel zu finden. Alternativ kann das Radar sofort nach dem Start oder intermittierend aktiviert werden. Sobald das Ziel erfasst ist, nähert sich die Lenkwaffe diesem in einer Flughöhe von 2 bis 5 Metern bis zum Einschlag. Der Gefechtskopf zündet nicht direkt beim Aufschlag, sondern zeitverzögert, so dass die Explosion im Schiffsinneren stattfindet und erheblich mehr Schaden verursacht als bei einer kontaktzündenden Waffe. Die Reichweite beträgt über 140 km.[4]

Torpedorohre

Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ Mk 32 SVTT befinden sich auf dem achteren Decksaufbau. Die verwendeten Mark 46 oder K745 Blue Shark-Torpedos werden mit Druckluft ausgestoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus GFK, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[4]

Siehe auch

Commons: Ulsan-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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