Ultramarinbischof

Art der Gattung Cyanoloxia From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ultramarinbischof (Cyanoloxia brissonii; Syn.: Cyanocompsa brissonii, Fringilla brissonii, Loxia cyanea), auch Dunkelblauer Bischof, ist ein südamerikanischer Singvogel aus der Familie der Kardinäle.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Ultramarinbischof

Ultramarinbischof, Männchen (Cyanoloxia brissonii)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Kardinäle (Cardinalidae)
Gattung: Cyanocompsa
Art: Ultramarinbischof
Wissenschaftlicher Name
Cyanoloxia brissonii
(Lichtenstein, 1823)
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Ultramarinbischof (Weibchen)

Beschreibung

Der Ultramarinbischof erreicht eine Länge von 13 bis 16 cm. Das Männchen hat ein dunkelblaues Federkleid mit einem schwarzen Stirnstreif. Neben schwarzen Zügeln verfügt das Männchen zudem über eine schwarze Umrandung des Unterschnabels. Der Oberkopf, die Wangen und die kleinen Flügeldecken sind hingegen hell-kobaltblau. Die großen Flügeldecken sowie Schwanz- und Schwungfedern weisen eine schwarze Farbe mit dunkelblauen Säumen auf, während die dunkelblaue Farbe des Bauches zur Bauchmitte und den Unterschwanzdecken fast schwarz wird. Der männliche Ultramarinbischof besitzt dunkelbraune Augen, schwarzbraune Füße und einen fast schwarzen Oberschnabel. Der Unterschnabel ist zur Basis hin hingegen mehr blaugrau.

Das Weibchen des Ultramarinbischofs hat an der Oberseite ein braunes Federkleid, der Kopf und die Unterseite weisen eine dunkle ocker- bis rotbraune Färbung auf. Die Flügeldecken, Schwingen und der Schwanz sind schwarzbraun und weisen ockerbraune Säume auf. Der Schnabel des Weibchens ist grau-braun. Die Jungvögel des Ultramarinbischofs ähneln den Weibchen, das braune Gefieder weist jedoch eine hellere Farbe auf.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet des Ultramarinbischofs (grün)

Der Ultramarinbischof kommt in weiten Teilen Südamerikas vor. Er lebt im Westen Kolumbiens und im Norden Venezuelas. Weitere Vorkommen bestehen im Osten Brasiliens von Fortaleza bis Ost-Bolivien, in Paraguay und im nördlichen Argentinien. Als Lebensraum bevorzugt der paarweise oder in kleinen Trupps lebende Ultramarinbischof buschdurchsetztes Grasland, lichten Wald oder Waldränder. Zudem besiedelt er Flussufer und Weideland.

Interne Systematik

Vom Ultramarinbischof wurden fünf Unterarten beschrieben:[1]

  • Cyanoloxia brissonii caucae (Chapman, 1912)[2] kommt im südwestlichen Kolumbien vor.
  • Cyanoloxia brissonii minor (Cabanis, 1861)[3] ist im nördlichen Venezuela verbreitet.
  • Cyanoloxia brissonii brissonii (Lichtenstein, MHC, 1823)[4] kommt im östlichen Brasilien vor.
  • Cyanoloxia brissonii sterea (Oberholser, 1901)[5] ist im südöstlichen und südlichen Brasilien, im östlichen Paraguay, im nordöstlichen Argentinien und in Uruguay verbreitet.
  • Cyanoloxia brissonii argentina (Sharpe, 1888)[6] kommt in Bolivien und dem südwestlichen Brasiloen, dem westlichen Paraguay und dem nördlichen Argentinien vor.

Loxia cyanea Linnaeus, 1758[7] wird heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.[8]

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Ultramarinbischof erfolgte 1823 durch Hinrich Lichtenstein unter dem Namen Fringilla brissonii. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.[4] 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Cyanoloxia für den Türkiskardinal (Cyanoloxia glaucocaerulea (d'Orbigny & Lafresnaye, 1837)) ein.[9] Dieser Name leitet sich von den griechischen Wörtern κυανος cyanos, deutsch dunkelblau und λοξος loxos, deutsch quer, schräg ab.[10] Das Artepitheton brissonii ist Mathurin Jacques Brisson gewidmet.[4] Caucae bezieht sich auf das Tal des Río Cauca[2], argentina auf Argentinien.[6] Minor hat seinen Ursprung in lateinisch minor kleiner[11], sterea in στερεος stereos, deutsch fest, solide, standardmäßig[12] und cyanea in lateinisch cyaneus dunkelblau, meeresblau, grünlich blau.[13] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Für Paraguay nannte er die Unterart Cyanocompsa cyanea sterea. In der Literatur betrachtete er mit Sapucai[5] durch Harry Church Oberholser, in Fortin Page und am Unterlauf des Río Pilcomayo[14] durch John Graham Kerr und im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried Bertoni[15] Nachweise für das Land. Außerdem erwähnte er Pico grueso del azulejo[16] von Félix de Azara. C. b. argentina erwähnte Laubmann nicht. Zusätzlich erwähnte er, dass Walter Edmond Clyde Todd C. b. sterea [17] als Synonym zur Nominatform betrachtete, doch betonte er, dass es deutliche Unterschiede gäbe.[18]

Literatur

  • Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 1. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1802, S. 438440 (google.de).
  • Arnaldo de Winkelried Bertoni in Mosè Giacomo Bertoni: Fauna paraguaya. Catálogos sistemáticos de los vertebrados del Paraguay : peces, batracios, reptiles, aves, y mamíferos conocidos hasta 1913. In: Descripcion fisica y economica del Paraguay. Band 59, Nr. 1. Establecimiento Gráfico M. Brossa, Asunción 1914, S. 1–86 (google.de).
  • Horst Bielfeld: Zeisige, Kardinäle und andere Finkenvögel. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1981, ISBN 3-8001-7063-9.
  • Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte: Conspectus generum avium. Band 1. E. J. Brill, Leiden 1850 (biodiversitylibrary.org).
  • Jean Louis Cabanis: Uebersicht der im Berliner Museum befindlichen Vögel von Costa Rica. In: Journal für Ornithologie. Band 9, Nr. 49, 1861, S. 111 (biodiversitylibrary.org).
  • Frank Michler Chapman: Diagnoses of apparently new Colombian birds. In: Bulletin of the American Museum of Natural History. Band 31, Nr. 16, 1912, S. 139166 (biodiversitylibrary.org).
  • Eugene Eisenmann, Raymond Andrew Paynter, Jr., Charles Vaurie: Loxia cyanea Linnaeus, 1758 (Ayes): proposed invalidation under the plenary powers, in order to conserve Tanagra cyanea Linnaeus, 1766. Z.N. (S.) 1929. In: The Bulletin of zoological nomenclature. Band 9, Nr. 27, 1970, S. 259261 (biodiversitylibrary.org).
  • John Graham Kerr: On the Avifauna of the Lower Pilcomayo. In: The Ibis (= 6. Band 4). Nr. 13, 1892, S. 120152 (biodiversitylibrary.org).
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S. 127–128 (google.de).
  • Martin Hinrich Lichtenstein: Verzeichniss der Doubletten des Zoologischen Museums der Königl. Universität zu Berlin : nebst Beschreibung vieler bisher unbekannter Arten von Säugethieren, Vögeln, Amphibien und Fischen. In Commission bei T. Trautwein, Berlin 1823 (biodiversitylibrary.org).
  • Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 10. Auflage. Band 1. Imprensis Direct Laurentii Salvii, Stockholm 1758 (biodiversitylibrary.org).
  • Harry Church Oberholser: Seven new birds from Paraguay. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 14, 1901, S. 187–188 (biodiversitylibrary.org).
  • Richard Bowdler Sharpe: Catalogue of the Passeriformes, or Perching Birds in the collection of the British Museum - Frinilliformes: Part III containing the Family Fringillidae. Band 12. Order of the Trustees, London 1888 (biodiversitylibrary.org).
  • Walter Edmond Clyde Todd: A Review of the Genus Cyanocompsa. In: The Auk. Band 20, Nr. 1, 1923, S. 5869 (usf.edu).

Einzelnachweise

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