Unstoppable – Außer Kontrolle
Film von Tony Scott (2010)
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Unstoppable – Außer Kontrolle (Originaltitel: Unstoppable) ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2010 mit Denzel Washington und Chris Pine in den Hauptrollen. Es ist der letzte Film, bei dem Tony Scott Regie führte.
| Film | |
| Titel | Unstoppable – Außer Kontrolle |
|---|---|
| Originaltitel | Unstoppable |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2010 |
| Länge | 98 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Tony Scott |
| Drehbuch | Mark Bomback |
| Produktion | Julie Yorn, Tony Scott, Mimi Rogers, Eric McLeod, Alex Young |
| Musik | Harry Gregson-Williams |
| Kamera | Ben Seresin |
| Schnitt | Chris Lebenzon Robert Duffy |
| Besetzung | |
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Handlung
Will Colson ist einer der Neulinge im Bahnbetrieb im Süden Pennsylvanias. Zusammen mit dem erfahrenen Lokomotivführer Frank Barnes ist er eingesetzt, um in einem Zinkwerk Güterwaggons abzuholen. Es gibt Spannungen zwischen den jungen Bahnmitarbeitern und dem erfahrenen Personal, das zugunsten von jüngeren Arbeitskräften abgebaut werden soll.
Durch die Fahrlässigkeit zweier Bahnmitarbeiter im Rangierbahnhof Fuller Yard setzt sich ein Güterzug, beladen mit giftigen Chemikalien, unbemannt in Bewegung. Der Lokführer hatte den Führerstand verlassen, um eine Weiche händisch zu stellen. Die Lokomotive mit der Nummer 777 wird jedoch immer schneller und der Lokführer kann den Führerstand nicht wieder erreichen. Der Zug gerät auf die eingleisige Strecke in Richtung Stanton. Durch seine explosive Ladung gleicht der Zug einer Bombe auf Schienen, was die Lage umso prekärer macht, denn die Strecke des Zuges führt durch ein stark besiedeltes Gebiet. Hinzu kommt, dass einer der Bahnmitarbeiter die Schläuche für die Druckluftbremse nicht verbunden hat und bei diesem Zug kein Totmannschalter eingebaut ist.
Connie Hooper, Fahrdienstleiterin im Kontrollzentrum der Eisenbahngesellschaft, schlägt sofort Alarm und versucht, den Zug zu stoppen. Da der Zug jedoch schneller unterwegs ist als zunächst angenommen, gelingt es nicht, ihn auf ein Nebengleis zu lenken. Als der von Hooper beauftragte Mitarbeiter an der entsprechenden Weiche ankommt, ist der Zug bereits vorbei. Auch die Versuche, den Zug mit zwei zusätzlich vorgesetzten Lokomotiven auszubremsen bzw. parallel per Hubschrauber einen Lokführer auf den führerlosen Zug abzuseilen, scheitern beide, wobei das Ausbremsmanöver dem Lokführer Judd Stewart das Leben kostet und der vom Hubschrauber abgeseilte Mann schwer verletzt wird.
Frank Barnes und Will Colson sind mit ihrem Zug auf derselben Strecke in Gegenrichtung unterwegs. Da sich der Zug mit den Chemiewaggons nicht stoppen lässt, müssen Colson und Barnes auf ein Nebengleis ausweichen. Das Ausweichmanöver gelingt nicht ganz, da ihr Zug zu lang ist, und sie verlieren dabei ihre Waggons. Frank Barnes schlägt vor, dem führerlosen Zug hinterher zu fahren. Dabei will er seine Lokomotive an den letzten Waggon des Zuges ankuppeln, sobald er ihn eingeholt hat, und ihn so bremsen. Doch Bahnchef Galvin verbietet ihnen dieses Manöver über Funk und droht mit Kündigung. Dabei stellt sich heraus, dass Frank Barnes ohnehin nur noch wenige Arbeitstage vor sich hat, da er in den vorzeitigen Ruhestand bei halben Bezügen geschickt wurde, um jüngeren Arbeitskräften Platz zu machen. Barnes ist Witwer und hat zwei junge Töchter. Dennoch will er das Manöver wagen, den führerlosen Zug zu bremsen. Colson will sich dem Vorschlag von Barnes anschließen, obwohl auch er mit Kündigung bedroht wird. Colson ist ebenfalls in familiären Schwierigkeiten, denn durch ein Missverständnis hatte er geglaubt, seine Frau hätte einen Polizisten als Liebhaber. Er hatte den Polizisten bedroht und darf seine Frau und seinen Sohn für 30 Tage lang nicht sehen. Rückwärts fahrend verlassen die beiden mit ihrer Lokomotive Nummer 1206 ohne Waggons das Abstellgleis und verfolgen den Zug, der in hohem Tempo auf dicht bewohntes Gebiet zurast.
Inzwischen beschließt die Bahnleitung, den Zug mittels Gleissperren absichtlich aus den Gleisen springen zu lassen. Da sich der Zug jedoch dann nicht mehr im unbewohnten Gebiet befinden wird, muss die Kleinstadt Arklow evakuiert werden, wo der Zug durch Entgleisung gestoppt werden soll. Der schwere Zug fährt jedoch mit bis zu 70 Meilen pro Stunde (ca. 110 km/h) und die Gleissperren erweisen sich als nahezu wirkungslos. Die Lage spitzt sich zu, da sich der Zug einer besonders engen Kurve in Stanford nähern wird, in deren unmittelbarer Umgebung sich ein Treibstofflager befindet. Damit steht das Leben Tausender auf dem Spiel, denn diese Kurve ist nur mit 15 Meilen pro Stunde (ca. 25 km/h) befahrbar. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Es gelingt Barnes und Colson, den Zug einzuholen, doch das Ankuppeln erweist sich als schwierig. Colson verlässt den Führerstand der Lok, um händisch mit einem Bolzen die Kupplung zu fixieren. Endlich rastet der Bolzen ein und die Verbindung ist hergestellt. Doch Colson hat sich dabei am Fuß verletzt und erreicht nur mit Mühe wieder den Führerstand. Durch Bremsen seiner Lok versucht Barnes den Zug zu verlangsamen. Das gelingt zunächst, geht aber nur allmählich, während sich der gesamte Zug der kritischen Kurve in Stanton nähert. Nun tauschen Barnes und Colson den Platz und Barnes verlässt den Führerstand, um die Handbremsen jedes einzelnen Güterwagens anzuziehen. Dabei muss er über die Dächer des fahrenden Zugs von Waggon zu Waggon springen. Er kann die Lokomotive vorne aber nicht erreichen, da er den Abstand zwischen zwei speziellen Güterwaggons nicht überwinden kann. Durch die Bremsmanöver ist der Zug jetzt aber so langsam, dass er die Kurve in Stanton durchfahren kann, ohne zu entgleisen. Die Waggons geraten zwar in Schieflage, letztlich geht aber alles gut. Es ist aber unbedingt nötig, den Zug vollends zu stoppen, da die Bremsen der hinten angekuppelten Lokomotive Schaden genommen haben und ihr Motor überhitzt ist. Schließlich gelingt es Colson, trotz seiner Fußverletzung auf einen neben dem Zug fahrenden Pick-up zu springen. Dieser fährt nun an die Spitze des Zuges, wo Colson mit Mühe das Führerhaus der Lokomotive 777 erreicht. Er schafft es endlich, den Zug anzuhalten.
In diesem Moment erreicht Will Colsons Frau ihn auf dem Mobiltelefon. Sie und ihr gemeinsamer Sohn haben Wills Tat im Fernsehen verfolgt und sind nun auf dem Weg an die Stelle, wo er den Zug zum Halten gebracht hat. Auch Frank Barnes findet sich an der Stelle ein. Fahrdienstleiterin Connie Hooper lässt es sich nicht nehmen, den beiden persönlich zu gratulieren. Sie hat sich Sorgen vor allem um Frank Barnes gemacht und küsst ihn nun. Auch Colsons Frau ist eingetroffen und gibt ihrem Mann einen Kuss. Es wird klar, dass die Ehekrise nach Colsons Tat beendet und das Vertrauen zwischen den beiden wiederhergestellt ist. Barnes Kündigung wird zurückgenommen und statt der Frühpensionierung wird er sogar befördert.
Hintergrund
Schon 1985 erschien mit Runaway Train ein Film mit ähnlicher Thematik.
Die Handlung dieses Films ist an eine wahre Begebenheit angelehnt, die unter dem Namen Vorfall CSX 8888 bekannt wurde, als am 15. Mai 2001 im Rangierbahnhof Stanley Yard nahe der Stadt Toledo im US-Bundesstaat Ohio ein Zug außer Kontrolle geriet und rund 100 Kilometer unbemannt in Richtung Kenton fuhr. Ein ähnlich gelagerter Vorfall, der allerdings nicht glimpflich ausging, ereignete sich am 17. November 1966 bei Oberliederbach nahe Frankfurt/Main-Höchst. Ein Triebwagen hatte sich auf einer eingleisigen Trasse, die vom Taunus zum Main hin abschüssig ist, während einer Pause des Lokführers selbständig gemacht. Ein Versuch, den durch einige Orte brausenden Zug auf ein Abstellgleis zu lenken, misslang. Der führerlose Zug kollidierte frontal mit einem Personenzug. Acht Menschen fanden den Tod.
Rezeption
„Der Film Unstoppable von Tony Scott ist ein solider Beinahe-Katastrophen-Film. Seine Botschaft: Die richtige Entscheidung diktiert nicht das Geld, sondern das Gewissen. […] Tony Scott […] hat mit dem im besten Sinne konservativen Film sicher kein herausragendes Einzelwerk geschaffen.“
„Spätestens wenn man dem Zuschauer am Ende glauben machen will, dass das Gesehene tatsächlich geschehen ist, muss man sich vor Lachen biegen. Es mag schon sein, dass man sich an wahren Ereignissen orientiert hat, aber dass diese sich entgegen allen physikalischen Gesetzen (wie hier inszeniert) abgespielt haben sollen, ist äußerst unwahrscheinlich. Was sich Tony Scott und […] Denzel Washington bei derlei hanebüchenem Blödsinn gedacht haben, bleibt offen. Hinzu kommt der oftmals schlampige Umschnitt, der mehr ärgert als unterhält. Spannend ist in dieser Hetzjagd gegen die Zeit leider nichts, sinnfrei hingegen eine ganze Menge.“
„Speed auf Schienen – Unstoppable – Außer Kontrolle ist Tony Scott in Hochform. Der Bildvirtuose schafft nicht nur eine Ode an die amerikanische Arbeiterklasse, sondern auch einen unglaublich effektiven, mitreißenden Actioner, der aus purer Bewegungsenergie zu bestehen scheint.“
Auszeichnung
Bei der Verleihung der Satellite Awards 2010 gewann Unstoppable den Preis für den besten Tonschnitt und war für vier weitere Auszeichnungen nominiert (Beste Kamera, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte). Bei der Oscarverleihung 2011 folgte eine Nominierung in der Kategorie Bester Tonschnitt.