Unterrosphe

Ortsteil der Stadt Wetter (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Unterrosphe ist ein Stadtteil von Wetter (Hessen) im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt südöstlich von Wetter am Rande des Burgwaldes.

Schnelle Fakten Stadt Wetter (Hessen) ...
Unterrosphe
Koordinaten: 50° 53′ N,  46′ O
Höhe: 208 (202–236) m ü. NHN
Fläche: 3,46 km²[1]
Einwohner: 579 (30. Juni 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35083
Vorwahl: 06423
Schließen

Geschichte

Historische Mauerreste an der Dorfkapelle
Alte Schule im Ortskern

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Unterrosphe erfolgte unter dem Namen Rosaffa, et Rosaha wird in die Zeit 807–814 datiert.[2] Die Datierung erfolgte nach einer Abschrift aus dem 12. Jahrhundert, wobei ungeklärt ist, ob es sich auf die Wüstung Oberste-Rospe, Ober-, Mittel- oder Unterrosphe bezieht.[2] Weitere Erwähnungen erfolgten unter dem Namen de Inferiori Rosfe (1232), inferior Rosfe (1272), inferior Roisphe (1317), Niderstin Rosphe (1347), Nydernrosfe (1374), Understerosse (1528), Underst-Roßphe (1577), Nidder-Rosphe (1630) und Unterrosphe (1812).[3][2]

Die Kirche stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterrosphe im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Wetter (Hessen-Nassau) (damaliger Name der Stadt) eingegliedert.[4][5] Für den Ortsteil Unterrosphe, wie für alle Ortsteile von Wetter, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Unterrosphe angehört(e):[2][7]

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Wetter war als Gericht in erster Instanz für Unterrosphe zuständig.[12] Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Wetter.[13][14] Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) 1877 blieb das Amtsgericht bestehen. 1943 wurde das Amtsgericht Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg und 1946 wurde auch die Zweigstelle geschlossen. Der Bezirk des Amtsgerichts Wetter ging im Bezirk des Amtsgerichts Marburg auf.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Unterrosphe 597 Einwohner. Darunter waren 6 (= 1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 108 Einwohner unter 18 Jahren, 281 zwischen 18 und 49, 120 zwischen 50 und 64 und 105 Einwohner waren älter.[15] Die Einwohner lebten in 240 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 90 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 36 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 165 Haushaltungen leben keine Senioren.[15]

Einwohnerzahlen

Quelle:Historisches Ortslexikon[2]
 1502:10 Männer
 1577:18 Hausgesesse
 1580:11 Ackerleute, 6 Einläuftige
 1630:17 Hausgesesse (4 vierspännige, 2 dreispannige, 3 zweispännige Ackerleute, 8 Einläuftige)
 1681:14 hausgesessene Mannschaften
 1747:26 Haushalte
 1820:30 Häuser, 216 Einwohner[16]
 1838:224 Einwohner (Familien: 22 nutzungsberechtigte, 20 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 5 Beisassen)
Unterrosphe: Einwohnerzahlen von 1784 bis 2020
Jahr  Einwohner
1784
 
187
1800
 
?
1820
 
216
1834
 
231
1840
 
252
1846
 
274
1852
 
279
1858
 
277
1864
 
273
1871
 
266
1875
 
262
1885
 
271
1895
 
279
1905
 
283
1910
 
293
1925
 
308
1939
 
357
1946
 
509
1950
 
504
1956
 
479
1961
 
467
1967
 
517
1976
 
554
1985
 
?
1995
 
604
2005
 
?
2011
 
597
2015
 
575
2020
 
579
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[2]; Städteatlas Hessen[17]; Stadt Wetter[18]; Zensus 2011[15]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[2]
 1861:alle Einwohner evangelisch-lutherisch
 1885:271 evangelische (100 %) Einwohner
 1961:404 evangelische (84,34 %), 50 römisch-katholische (10,44 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[2]
 1784:187 Einwohner. Erwerbspersonen: 6 Zimmerleute, ein Hufschmied, ein Schneider, zwei Wagner, ein Pottaschensieder, fünf zünftige Leineweber, ein Schäfer, ein Tagelöhner, fünf einzelne Weibspersonen.
 1838:Familien: 24 Ackerbau, 3 Gewerbe, 19 Tagelöhner.
 1961:Erwerbspersonen: 97 Land- und Forstwirtschaft, 93 Produzierendes Gewerbe, 29 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für Unterrosphe besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Unterrosphe) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[6] Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Wetter besteht aus fünf Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 betrug 54,87 %. Alle Kandidaten gehörten der „Einheitslisteliste“ an.[19] Der Ortsbeirat wählte Sarah Payerl zur Ortsvorsteherin.[20]

Infrastruktur

  • Südwestlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 252. Die Buslinie 61 des Regionalen Nahverkehrsverbandes Marburg-Biedenkopf von Wetter nach Marburg stellt den Öffentlichen Personennahverkehr sicher.
  • Unterrosphe gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rosphetal-Mellnau.
  • Im Dorf gibt es die Kindertagesstätte Sterntaler und die Burgwaldkita, einen Tennisplatz, ein Bürgerhaus und eine Sportanlage.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI