Uran(III)-hydrid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Uran(III)-hydrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Urans aus der Gruppe der Hydride.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Uran(III)-hydrid
_ U3+ 0 _ D
Kristallstruktur von β-UD3[1]
Allgemeines
Name Uran(III)-hydrid
Andere Namen
  • Urantrihydrid
  • Uranhydrid
Verhältnisformel UH3
Kurzbeschreibung

graubrauner bis schwarzer Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13598-56-6
PubChem 13828313
ChemSpider 25935465
Wikidata Q3063113
Eigenschaften
Molare Masse 241,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

11,4 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

300 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser und Aceton[3]

Gefahren- und Sicherheitshinweise

Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[5][6]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330300373411
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung

Uran(III)-hydrid kann durch Reaktion von Uran mit Wasserstoff bei 150–200 °C gewonnen werden.[2]

Es bildet sich auch bei der Oxidation von Uran in feuchter Luft schon bei niedriger Temperatur.[7]

Die α-Form kann durch langsame Reaktion unter −80 °C gewonnen werden.[8]

Die β-Form bildet sich in rascher Reaktion von fein verteiltem Uranpulver mit Wasserstoff bei 250 bis 350 °C als feines schwarzes oder dunkelgraues Pulver. Wenn massives Uran in Wasserstoff bei Temperaturen über 150 °C erhitzt wird, so bildet es sich in stark exothermer Reaktion als graues bis schwarzes, sehr fein verteiltes und äußerst pyrophores Pulver mit einer maximalen Teilchengröße von 4 bis 5 µm. Sie entsteht neben Urandioxid bei der Reaktion von Wasserdampf mit Uran bei 250 °C.[7]

Ebenfalls möglich ist die Synthese durch Reaktion von Urandioxid mit Calciumhydrid.[7]

Eigenschaften

Uran(III)-hydrid ist ein graubrauner bis schwarzer Feststoff,[2] der unlöslich in Wasser ist. Er reagiert bereits bei Raumtemperatur mit Sauerstoff und bei 250 °C mit Stickstoff.[8] Er besitzt eine kubische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pm3m (Raumgruppen-Nr. 221)Vorlage:Raumgruppe/221.[3] Es kommt in zwei verschiedenen Modifikationen vor, wobei sich die α-Form bei 200 °C irreversibel in die β-Form umwandelt.[9] Pulvriges Uran(III)-hydrid reagiert bereits bei 200 °C mit Stickstoff.[7]

Verwendung

Uran(III)-hydrid wird zur Herstellung von reinem Uranpulver durch Zersetzung verwendet.[2]

Ein Einsatz von Uran(III)-hydrid und Uran-Zirkonium-Hydrid[10] als Kernbrennstoff wurde getestet. Der in dem Material enthaltene Wasserstoff wirkt auf die Neutronen als Moderator; er bremst sie ab und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie weitere Atome des Brennstoffs spalten. Die thermische Zersetzung der Verbindung soll die Reaktoren sicherer gegenüber normalen Reaktoren machen.[11][12][13] Normalerweise sind Uranhydride jedoch unerwünschte Nebenprodukte in Kernbrennstoffen und Atommüll.[14] 1953 durchgeführte Tests von Uranhydrid in einer Moderierten Kernwaffe im Rahmen des Operation Upshot-Knothole erwiesen sich als Fehlschlag.[15]

Einzelnachweise

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