Uranylbromid
Uranverbindung
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Uranylbromid, (UO2)Br2, ist ein hellroter, hygroskopischer Feststoff, und stellt das Uranylsalz der Bromwasserstoffsäure dar.
| Kristallstruktur | |||||||||
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| Keine Zeichnung vorhanden | |||||||||
| Raumgruppe |
P41212 (Nr. 92)[1] | ||||||||
| Allgemeines | |||||||||
| Name | Uranylbromid | ||||||||
| Andere Namen |
Dibromdioxouran | ||||||||
| Verhältnisformel | UO2Br2 | ||||||||
| Kurzbeschreibung |
hellroter Feststoff[2] | ||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||
| Molare Masse | 429,836 g·mol−1 | ||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||
| Löslichkeit |
sehr gut löslich in Wasser und polaren organischen Lösungsmitteln[2] | ||||||||
| Gefahren- und Sicherheitshinweise | |||||||||
Radioaktiv | |||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||
Eigenschaften
Uranylbromid ist ein hellroter Feststoff, der sich an feuchter Luft gelb färbt. Es ist thermisch instabil und verliert Brom schon bei Raumtemperatur. Wird Uranylbromid in einer Inertgasatmosphäre auf 350 °C erhitzt zersetzt es sich binnen 48 Stunden. In koordinierenden Lösungsmitteln bildet Uranylbromid entsprechende Koordinationsverbindungen mit den Formeln (UO2)Br2 · L (L = Acetonitril), (UO2)Br2 · 2 L (L = Essigsäureanhydrid, Diethylether, N-Methylacetanilid), (UO2)Br2 · 3 L (L = N,N-Dimethylformamid) und (UO2)Br2 · 4 L (L = Dimethylsulfoxid) sowie zweifach, dreifach und vierfache koordinierte Komplexe mit Ammoniak entsprechend der Formel (UO2)Br2 · x NH3 (x = 2, 3, 4). Uranylbromid formt des Weiteren ein stabiles Trihydrat (UO2)Br2 · 3 H2O in Form dunkelgelber Nadeln aus wässriger HBr-Lösung. Trocknet man über Phosphorsäure erhält man das Monohydrat (UO2)Br2 · H2O.[2] Das Trihydrat ist luftstabil und verliert beim Erhitzen auf 60 °C ein Molekül Kristallwasser.[6] In ionischen Flüssigkeiten bildet Uranylbromid mit Bromid-Ionen das entsprechende Tetrabromo-Anion [(UO2)Br4]2−.[7]
Darstellung
Uranylbromid kann durch Reaktion von wasserfreiem Uran(IV)-bromid mit Sauerstoff bei einer Temperatur zwischen 150 und 160 °C gewonnen werden.[2]
Ebenfalls ist eine elektrochemische anodische Oxidation von Uranmetall in Gegenwart von Brom, gelöst in Acetonitril und bei Anwesenheit von trockenem Sauerstoff möglich.[8]
Gesundheits- und Umweltgefahren
Uranylbromid ist wie alle Uranverbindungen radioaktiv und giftig und sollte daher mit der entsprechenden Vorsicht behandelt und eine Aufnahme in den Körper vermieden werden.
Literatur
- Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium. In: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer, Dordrecht 2006, ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698, doi:10.1007/1-4020-3598-5_5.