Ursapharm
deutsches Pharmaunternehmen
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Die Ursapharm Arzneimittel GmbH (Eigenschreibweise: URSAPHARM) mit Sitz im saarländischen Saarbrücken ist ein deutscher Pharmahersteller.
| Ursapharm Arzneimittel GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1974 |
| Sitz | Saarbrücken, Deutschland |
| Leitung | Geschäftsführer:[1]
|
| Mitarbeiterzahl | 1076 (2023)[2] |
| Umsatz | 350,3 Mio. Euro (2023)[2] |
| Branche | Pharmaindustrie |
| Website | www.ursapharm.de |
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1974 durch die vier saarländischen Apotheker Albrecht Holzer (1927–1988), Dieter Trox (1925–1997), Werner Buxmann (1903–1984) und Werner Bernhard (1913–1989) gegründet. Bernhard und Buxmann hatten nach dem Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland 1957 begonnen, französische Lizenzen von Augenarzneimitteln für den deutschen Markt zu erwerben. Im Gegensatz zu Frankreich gab es in der Bundesrepublik Deutschland damals nur wenige Ophthalmika.[3.1] Die Herstellung dieser Augenarzneimittel oblag der Firma Chemiefarm in Saarbrücken.[3.2]
Als der bisherige Hersteller Chemiefarm im Jahr 1973 insolvent ging, gründeten Bernhard und Buxmann gemeinsam mit Holzer und Trox im folgenden Jahr die Bernhard, Buxmann & Co. GmbH.[3.3][4][5]
1976 begann die eigene Produktion von Augensalben und -tropfen, nachdem in Bübingen eine Produktionsstätte für zunächst rund 50 Mitarbeiter errichtet worden war.[3.4] Zudem fanden Lohnfertigungen für andere Pharmaunternehmen statt.[4] 1979 wurde die Ursapharm SL-Arzneimittel GmbH aus Saarbrücken übernommen, wonach das Gesamtunternehmen als Ursapharm Bernhard, Buxmann & Co GmbH firmierte.[3.5] Hinzu kam 1984 die Übernahme des Paderborner Arzneiherstellers Permicutan und damit allgemeinmedizinische Arzneien wie Mineralstoffe, Spurenelemente, durchblutungsfördernde Mittel und Enzyme.[3.6]
Seit 1989 firmiert das Unternehmen nur noch unter dem Namen Ursapharm. Die Benennung leitet sich von dem lateinischen Wort für Bärin, ursa, und dem Namen der Apotheke eines der Gründer – der Bären-Apotheke in St. Ingbert – ab.[4] 1993 übernahmen die Gründersöhne Frank Holzer und Detmar Buxmann die Firmenleitung.[3.7]
Ab den frühen 1990ern wurde das selbst entwickelte und später patentierte Dosiersystem Comod verwendet, mit dem flüssige Präparate wie Augentropfen über längere Zeiträume auch ohne Konservierungsmittel steril gehalten werden können.[6] Die Flüssigkeit befindet sich in diesem System im Inneren des Produktes in einem Beutel, der sich beim Auspressen der Tropfen sukzessive zusammenzieht. Als Entwickler des Comod-Systems hält Ursapharm die weltweiten Patentrechte an diesem.[4] 1997 wurde das 3K-Applikationssystem, das etwa bei der Herstellung von Nasensprays zum Einsatz kommt, vorgestellt.[3.8]
Ab 2007 war Frank Holzer alleiniger Geschäftsführer, bis dessen Sohn Dominik 2013 Teil der Geschäftsführung wurde.[3.9] Im Jahr 2008 wurde das von Ursapharm entwickelte Hylo Gel nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses als verordnungsfähiges Augenpräparat anerkannt.[3.10] 2021 wurde Hylo zur Dachmarke für alle Augenprodukte von Ursapharm gemacht.[7]
Produkte
Neben den von Anfang an produzierten Ophthalmika fertigt Ursapharm heute u. a. Allergiemittel, durchblutungsfördernde Mittel und Nahrungsergänzungsprodukte.
Marketing
Ursapharm ist Trikotsponsor des saarländischen Fußballvereins SV Elversberg, der ab der Saison 2026/27 in der 1. Bundesliga spielt, und hält zugleich die Namensrechte am Stadion des Vereins, der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde, vormals Waldstadion Kaiserlinde. Ursapharm-Geschäftsführer Frank Holzer, ein ehemaliger Profifußballer, der seine Karriere bei der DJK Elversberg begonnen hatte, war zunächst Präsident des Vereins, bis er auf die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden wechselte. Sein Nachfolger als Präsident wurde sein Sohn Dominik Holzer, ebenfalls Ursapharm-Geschäftsführer.
Seit 2021 ist Ursapharm mit der Marke Hylo Trikotsponsor des österreichischen Bundesligisten FC Admira Wacker.[8] Seit 2024 wird jene Untermarke auch bei den Trikots des SV Elversberg anstelle von Ursapharm genutzt.[9]