Ursula Hilda Martin
britische Mathematikerin, Informatikerin und Hochschullehrerin
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Ursula Hilda Mary Martin Webb DBE FRSE FREng (* 3. August 1953 in London, England) ist eine britische Mathematikerin, Informatikerin und Hochschullehrerin. Sie ist seit 2018 emeritierte Professorin für Mathematik an der Universität Oxford und Fellow des Wadham College Oxford. Sie ist außerdem seit 2022 emeritierte Professorin an der Universität Edinburgh und Ehrenmitglied des Fachbereichs Informatik und Technologie an der Universität Cambridge. Sie ist Ehrendoktorin der Naturwissenschaften der Universität London und Ehrenmitglied des Royal Holloway College der Universität London. Sie war die erste Professorin für Informatik an der Universität London und die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der Universität St Andrews hatte.[1][2]
Leben und Werk
Martin studierte Mathematik an der Universität Cambridge, wo sie einen Bachelor of Arts und einen Master of Arts erwarb. An der Universität Warwick erhielt sie einen Master of Science und promovierte dort 1979 bei Stewart E. Stonehewer mit der Dissertation: Automorphisms of Finitely-Generated Nilpotent Groups.[3][4]
Nach ihrer Promotion wechselte sie in die Informatik und war an der Universität Manchester tätig. Sie wurde 1992 zur Professorin für Informatik an der Universität St Andrews ernannt und war damit die zweite Professorin an dieser Universität seit deren Gründung im Jahr 1411. Margaret Fairlie war die erste Professorin, die rund fünfzig Jahre zuvor berufen wurde. Von 2003 bis 2013 war Martin Professorin für Informatik an der Queen Mary University of London, wo sie von 2005 bis 2009 als Vizepräsidentin für Naturwissenschaften und Ingenieurwesen und von 2009 bis 2012 als Direktorin des Projekts impactQM, einer innovativen Initiative zum Wissenstransfer, fungierte. Gefördert durch ein EPSRC-Stipendium wurde sie 2014 an die Universität Oxford berufen, wo sie 2018 emeritierte Professorin für Mathematik wurde. Von 2019 bis 2022 war sie Professorin an der School of Informatics der Universität Edinburgh und anschließend bis 2025 war sie Gastprofessorin an der School of Mathematics der Universität St Andrews.[5]
Sie hatte akademische Positionen an der University of Illinois at Urbana-Champaign, der University of Manchester und dem Royal Holloway, University of London. Sie absolvierte Forschungsaufenthalte am MIT und bei SRI International.[6]
Martin war an vielen Aktivitäten für Frauen in der Wissenschaft beteiligt, darunter die Gründung des Projekts Women@CL an der Universität Cambridge, die Mitarbeit im Diversity Committee der britischen Royal Society und von 2002 bis 2005 der Vorsitz von ACM-W, dem Komitee für Frauen der Association for Computing Machinery (ACM). Sie leitete außerdem das Informatikkomitee der London Mathematical Society und war Mitglied des LMS-Komitees für Frauen in der Mathematik.
Sie ist Ehrendoktorin der Naturwissenschaften der Universität London und ist Mitglied des Institute of Mathematics and its Applications und Ehrenmitglied des Royal Holloway College der Universität London.
Zu ihren zahlreichen politischen Funktionen gehörten der Wissenschaftliche Beirat des britischen Verteidigungsministeriums, die HEFCE-Forschungsbewertungsgremien für Informatik in den Jahren 2001 und 2008, das interdisziplinäre Beratungsgremium von UKRI für den Research Excellence Framework 2021, die UKRI-Bond-Überprüfung des Wissenstransfers in Mathematik aus dem Jahr 2017, sowie die Mitarbeit in Ausschüssen der Royal Academy of Engineering und anderer britischer und internationaler öffentlicher Einrichtungen und Berufsverbände.
Forschung
Ihre Forschung, die sich zunächst auf Algebra, Logik und die Nutzung von Computern zur Erstellung Mathematischer Beweise konzentrierte, weitete sich auf sozial- und kulturwissenschaftliche Ansätze zum Verständnis der Verbreitung und Wirkung grundlegender Forschung in Informatik und Mathematik aus. Mit internationalen Partnern, von Rüstungsunternehmen bis hin zu Computermuseen, umfasst ihr Forschungsportfolio Mathematik, Informatik und Geisteswissenschaften. Von 2014 bis 2023 war Martin Hauptforscherin im EPSRC-Projekt The Social Machine of Mathematics, das Mathematik als kollaboratives Unternehmen zwischen Mensch und Computer untersuchte. Sie war eine der Organisatorinnen der Veranstaltungsreihe Big Proof, die 2017 und 2025 am Isaac Newton Institute sowie 2019 am International Centre for Mathematical Sciences stattfand. Sie ist für die Leitung der ersten wissenschaftlichen Untersuchung der Mathematik von Ada Lovelace bekannt.[7][8]
Ihre Forschung wurde von britischen und europäischen Förderorganisationen sowie Unternehmen wie Intel, Qinetiq und Microsoft unterstützt. Sie war Inhaberin eines UKRI/EPSRC Established Career Fellowship (2014–2023) und ist von 2024 bis 2026 Emeritus Fellow des Leverhulme Trust.[9]
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
- 2012: Commander of the Order of the British Empire (CBE)[10][11]
- 2014: Ehrenmitgliedschaft Royal Holloway University of London[12]
- 2017: Fellow der Royal Society of Edinburgh (FRSE)[13]
- 2017: Fellow der Royal Academy of Engineering (FREng)[14]
- 2025: im Rahmen der Geburtstags-Ehrungen des Königs für ihre Verdienste um die Informatik zur Dame Commander of the Order of the British Empire (DBE) ernannt[15]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit Christopher Hollings, Adrian Rice: Ada Lovelace: La formación de una científica informática. Publicacions de la Universitat de València, 2019, ISBN 978-8491345008.