Ursula Philip
deutsche Biologin
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Ursula Philip (geboren 6. September 1908 in Berlin; gestorben 1995) war eine deutschbritische Biologin.
Leben
Ursula Philip war eine Tochter des Kaufmanns Dagobert Philip (1876–1949)[1] und der Hedwig Orkin (1886–1951), sie hatte zwei Brüder.[2] Sie besuchte die Elisabeth-Schule in Berlin-Lichterfelde und machte das Abitur am Mädchengymnasium Gertrauden-Schule in Berlin-Dahlem. Sie studierte ab 1928 Mathematik, Biologie und Zoologie in Berlin, ab 1929 in Freiburg im Breisgau, wo sie außerdem ein akademisches Turn- und Sportlehrerinnenexamen ablegte, und ab 1930 wieder in Berlin. Ab 1931 war sie Doktorandin beim Genetiker Richard Goldschmidt im Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie und jobbte als Bibliothekarin am Institut. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde sie wegen ihrer jüdischen Herkunft entlassen. Sie wechselte mit ihrer Dissertation zu Curt Stern und schaffte es noch, bei Paula Hertwig und Richard Hesse 1934 promoviert zu werden.
Philip floh nach England und arbeitete mit Stipendien des Academic Assistance Council zwischen 1934 und 1947 in der Gruppe von J. B. S. Haldane am University College London. 1938 beantragte sie die britische Staatsbürgerschaft, die ihr nach Kriegsende 1946 erteilt wurde. 1947 erhielt sie eine Stelle als Lecturer für Zoologie am Kings College in Newcastle upon Tyne. Sie wurde 1961 zum Senior Lecturer ernannt und trat 1973 in den Ruhestand. 1957 wurde sie Mitglied der British Eugenics Society und 1977 Fellow.
Philip publizierte zur Fruchtfliegenforschung.
Schriften (Auswahl)
- Die Paarung der Geschlechtschromosomen von Drosophila melanogaster, unters. an Translokationen d. langen Armes d. Y-Chromosomes nebst e. cytologisch-genet. Beweis d. Morganschen Theorie d. Faktorenaustausches. In: Zeitschrift für induktive Abstammungs- und Vererbungslehre. Bd. 67, 1934, S. 446–476
- Mating systems in wild populations of Dermestes vulpinus and Mus musculus. In: Journal of Genetics (1938, Bd. 36, Nr. 2: S. 197–211)
- An analysis of chromosomal polymorphism in two species of Chironomus. In: Journal of Genetics (1942, Bd. 44, Nr. 2–3: S. 129–142)
- Genetics, and eugenics in post-war Germany. In: The Eugenics Review 56 (2):91 (1964)
Literatur
- Ursula Philip, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, S. 289.
- Philip, Ursula, in: Annette Vogt: Wissenschaftlerinnen in Kaiser-Wilhelm-Instituten : A–Z. Berlin : Archiv der Max-Planck-Ges., 2008, S. 144 f.
- Philip, Anna-Ursula, in: Marilyn Bailey Ogilvie, Joy Harvey (Hrsg.): The Biographical Dictionary of Women in Science: Pioneering Lives from Ancient Times to the mid-20th Century. New York: Routledge, 2000, S. 1016.
Weblinks
- Literatur von und über Ursula Philip im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Annette B. Vogt: Ursula Philip, bei Jewish Women’s Archive (JWA), 2009