Vaborbactam
chemische Verbindung
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Vaborbactam ist der internationale Freiname eines β-Lactamase-Inhibitors, der von Rempex Pharmaceuticals, einer Tochtergesellschaft von The Medicines Company, entwickelt wurde. Der Wirkstoff besitzt kein β-Lactam-Strukturelement und ist der erste Bor-haltige β-Lactamase-Hemmer.[4] Vaborbactam hat selbst keine antibiotische Wirkung, sondern hemmt β-Lactamasen, also jene Enzyme, die β-Lactam-Antibiotika abzubauen vermögen. In Kombination mit einem entsprechenden Antibiotikum kann es zur Behandlung von Infektionen mit gramnegativen Bakterien eingesetzt werden.[5]
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Vaborbactam[1] | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H16BNO5S | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 297,13 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
| Pharmakologische Daten[3] | |
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| Verabreichungsweg | intravenös |
| Plasmaeiweißbindung | ~ 33 % |
| Halbwertzeit | 2,25 Stunden |
| Metabolisierung | keine |
| Ausscheidung | Urin: 75–95 % |
In den Vereinigten Staaten wurde 2017 das Kombinationspräparat Meropenem/Vaborbactam (Handelsname: Vabomere) von der Food and Drug Administration zur Behandlung komplizierter Harnwegsinfektionen und von Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) zugelassen.[6] In der EU ist das Arzneimittel seit 2018, in der Schweiz seit 2023 unter dem Namen Vaborem zugelassen.[7][8] Das Anwendungsgebiet umfasst neben dem komplizierten Harnwegsinfekt (einschließlich Pyelonephritis) auch komplizierte intraabdominelle Infektionen (Infektionen in Magen und Darm) und nosokomial erworbene Lungenentzündungen (Pneumonien).[3] Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion.
Die Kombination steht auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation.