Valantic
Gruppe von IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in München.
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Die Valantic GmbH (Eigenschreibweise valantic) ist ein IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in München.
| valantic GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2012 |
| Sitz | München |
| Leitung | Holger von Daniels Alexander Diepold Sebastian Hauptmann Guido Schlief |
| Mitarbeiterzahl | 3.874[1] |
| Umsatz | 544 Mio. Euro[1] |
| Branche | IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen und Software-Entwicklung |
| Website | www.valantic.com/ |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Geschichte
Die Valantic GmbH wurde 2012 unter dem Namen Dabero Service Group gegründet. Im Jahr 2017 wurde das Unternehmen in Valantic GmbH umbenannt. Weitere Unternehmen wurden hinzugekauft. Dazu gehörte unter anderem die Realtime AG, ein Unternehmen für SAP-Systeme. Die verschiedenen eingekauften Unternehmen firmierten 2017 ebenfalls um und nutzen seitdem den Valantic Markennamen. Aus der Realtime AG wurde beispielsweise die Valantic ERP Services AG.[2]
In den folgenden Jahren übernahm Valantic daraufhin weitere Unternehmen. 2021 erschloss Valantic das europäische Ausland durch die Übernahme der niederländischen ISM eCompany und des portugiesischen Beratungshauses Abaco.[3] 2021 wurden die Verovis, pro Tast IT-Management (Österreich), WDP (Köln), Innovative Solutions Media (Niederlande), das IoT-Unternehmen SyroCon, eine Mehrheitsbeteiligung an Abaco Consulting (Portugal) und DGTLS erworben. Dazu kamen kleinere Übernahmen in Indien, Rumänien und Litauen.[4] 2022 übernahm Valantic das Beratungsunternehmen C-Clear/Atom Ideas aus Belgien.[5]
Im Februar 2019 erwarb die DPE Deutsche Private Equity Management III GmbH (DPE) die Mehrheitsanteile an Valantic.[6][7] Dabei blieben Gründer Holger von Daniels und das weitere Management mit 25 % beteiligt.[8] Bis 2025 investierte die DPE 500 Millionen Euro in Valantic.[9] Die Digitalisierungs- und Unternehmensberatung mm1 aus Stuttgart mit ihren knapp 150 Angestellten wurden im Herbst 2022 in die valantic Gruppe integriert.[10]
In den folgenden Jahren baute Valantic seine internationale Präsenz aus und unterhielt zum Jahresende 2023 Standorte in 18 Ländern.[11] 2023 erwarb Valantic das dänische Unternehmen Inspari. Inspari befasst sich mit Microsoft-Technologien wie Azure und Power Platform.[12] Im selben Jahr wurde die Aiopsgroup übernommen, ein Anbieter für Online-Einkaufsanwendungen für Privat- und Geschäftskunden von Großunternehmen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Bulgarien und mehrere weitere Standorte in Osteuropa.[13] Weiterhin wurde der Bereich der SAP-Anwendungen durch den Zusammenschluss mit der spanischen Gesellschaft Saptools erweitert. Dadurch wurden die Unternehmen nach eigenen Angaben zum größten europäischen End-to-End-Beratungs- und Implementierungshaus für SAP-Dienste.[14]
Im September 2022 wurde eine Veränderung der Eigentümerstruktur bekannt: DPE übertrug Valantic zusammen mit dem ebenfalls in seinem Portfolio befindlichen und ähnlich gelagerten Unternehmen Eraneos an den Fonds DPE CF I. Dieser wird weiter von DPE verwaltet, arbeitet aber mit Geld, das hauptsächlich von dem Private-Equity-Investor Alpinvest Partners, mit Harbourvest Partners und Pantheon Ventures als weiteren wichtigen Investoren. Bestandsinvestoren aus dem vorherigen Eigentümervehikel blieben ebenfalls investiert, darunter auch das Management von Valantic.[15]
Unternehmensstruktur
Valantic ist eine partnerschaftlich geführte Organisation, Partner sind Entscheidungsträger in Fragen zur Unternehmensstrategie, der Mitarbeiterentwicklung oder auch der Akquisition.[16] Dabei verfolgt Valantic einen holokratischen Ansatz; bei welchem statt hierarchischer Strukturen eine offene und selbstorganisierte Arbeitsweise gefördert wird.[17] Durch den Zusammenschluss mit anderen Unternehmen erweitert das Unternehmen sein Dienstleistungsangebot und erschließt internationale Märkte und Marktanteile.[3] Die erworbenen Unternehmen nutzen die Kernsysteme und Supportprozesse von Valantic, bleiben aber häufig in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten.[18]
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über 544 Millionen Euro und beschäftigte durchschnittlich 3.874 Mitarbeiter.[1] Valantic besitzt in Deutschland sowie international über 40 Standorte.[1][8][19]
Dienstleistungen
Valantic berät zu IT-Themen, verkauft Software und bietet Dienstleistungen bei Inbetriebnahme und Betrieb von software an.[20][8] Das Unternehmen bietet Leistungen der Analytik (Business Intelligence und Data Science),[21] Kundenerfahrung (Customer Experience Management), SAP-Dienste,[22][23][24] Smart Industries (Industrie 4.0, Supply-Chain-Management sowie Produktionsplanungs- und -steuerungsprozesse)[22] und Automatisierung von Finanzdienstleistungen für Banken und ähnliche Unternehmen an.[23][25][20] Seit 2023 berät Valantic auch zur Nutzung generativer Künstlichern Intelligenz (GenAI) in Unternehmen.[26]
Zu den Kunden gehören unter anderem Großkonzerne, mittelständische sowie DAX-Unternehmen.[22]
Forschung
Seit 2018 veröffentlicht Valantic jährlich eine Studie zur Entwicklung der SAP-Landschaft im deutschsprachigen Raum. Die Untersuchung befasst sich mit Themen wie der Migration auf SAP S/4HANA, Cloud-Strategien, technologischen Trends und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmensprozessen.[27]
Im Jahr 2025 veröffentlichte Valantic gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute die Trendstudie Digital 2030 – The Rise of Applied AI. Grundlage der Untersuchung war eine Befragung von rund 700 Führungskräften aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Digitalisierungstrends.[28]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2021: Best of Swiss Web, Bronze in Kategorie Produktivität[29]
- 2021: Best of Swiss Web, Silber in Kategorie Innovation[29]
