Valdemar Heinrich Nicolaus Irminger
dänischer Maler und Hochschullehrer
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Valdemar Heinrich Nicolaus Irminger (* 29. Dezember 1850 in Kopenhagen; † 10. Februar 1938 in Frederiksberg) war ein dänischer Maler und Hochschullehrer.

Leben und Werk
Valdemar Irminger stammte aus einer ursprünglich sächsischen Familie, deren Stammvater Hans Jakob Irminger (1633–1724) als Hofjuwelier in Dresden gewirkt hatte. Dessen Nachkommen traten in dänische Militärdienste. Valdemar war der Sohn des dänischen Obersts und Kammerherrn Johan Heinrich Georg Irminger (1798–1854), der aus dem holsteinischen Wilster stammte, und der Agnete Maria Kaalund (1815–1896). Sein Onkel war der Vizeadmiral Carl Ludvig Christian Irminger (1802–1888).
Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs Irminger in Kopenhagen in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach seinem Schulabschluss an der Efterslægtselskabets Skole vertiefte er sein Interesse am Zeichnen zunächst unter der Anleitung des Historienmalers J. L. Lund. Nach dem Besuch des Technischen Instituts studierte er von 1867 bis 1873 an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Ab 1875 stellte er regelmäßig auf der Jahresausstellung in Schloss Charlottenborg aus.

In seiner frühen Schaffensphase war Irminger ein überzeugter Vertreter des Realismus. Als Sohn eines Offiziers widmete er sich, stark geprägt von den Eindrücken des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864, ab den 1880er Jahren intensiv der Militärmalerei. In diesem Genre fand er zunächst sein Kernthema und porträtierte sowohl die Infanterie (Fodgardere, som holder hvil / „Rastende Fußgardisten“), die Artillerie (Batteriet skal tage stillness / „Die Batterie bezieht Stellung“) als auch die Kavallerie, insbesondere Dragoner. Seine erste öffentlich gezeigte Arbeit war jedoch 1876 das Tierbild Gæssene drives hjem („Die Gänse werden heimgetrieben“); 1879 gewann er für En hoppe med sit føl („Eine Stute mit ihrem Fohlen“) den Neuhausen-Preis.

Um das Jahr 1890 vollzog Irminger einen deutlichen Stilwandel hin zu einer poetischen, von der Romantik beeinflussten Genremalerei sowie zu biblischen Motiven. Seine Alltagsbilder zeichnen sich durch ein seltenes Erzähltalent aus, das von feiner Ironie und tiefer Empathie geprägt ist. Große Aufmerksamkeit erregten seine im En-plein-air-Stil gemalten, farbbrillanten Bilder aus dem Küstenhospital in Refsnæs. Diese Gemälde, darunter Brevskrivning („Briefe schreiben“, 1890; heute im Statens Museum for Kunst), gelten aufgrund ihrer feinsinnigen Darstellung von Kindern als seine besten Arbeiten. Zu seinen bedeutendsten, von Melancholie geprägten Werken gehört En tilgivelse („Eine Vergebung“, 1892/93).[1]
Zwischen 1884 und 1887 lebte und arbeitete er dank des Stoltenberg-Stipendiums in Rom. Weitere Studienreisen führten ihn nach Frankreich und in die Niederlande sowie 1902 im Rahmen des Ancker-Stipendiums erneut nach Italien.
Lehrtätigkeit und Funktionen

Ab 1906 war Irminger als Lehrer an der Kunstschule für Frauen (Kunstakademiets Kunstskole for Kvinder) in Kopenhagen tätig. Von 1908 bis 1920 bekleidete er dort eine Professur. Am 20. Juli 1908 heiratete er die 22 Jahre jüngere Bildhauerin Ingeborg Plockross Irminger (1872–1962).
Zudem war er von 1902 bis 1920 Mitglied des Akademierates, von 1905 bis 1908 Mitglied des Ausstellungskomitees von Schloss Charlottenborg sowie von 1911 bis 1917 Mitglied des Ankaufskomitees der dänischen Nationalgalerie.
Mitgliedschaften und Auszeichnungen

In seiner Jugend var Irminger Mitglied der Künstlervereinigung Bogstaveligheden (1880–1882), einer geselligen Vereinigung und einem Unterstützerkreis für junge, radikale Intellektuelle, wobei er dem Maler Viggo Johansen besonders nahestand. Später engagierte er sich in der Vereinigung für Nationale Kunst (Foreningen for National Kunst).
- 1879: Neuhausen-Preis (Neuhausenske Præmie) für Motiv En hoppe med sit føl („Eine Stute mit ihrem Fohlen“)
- 1888: Eckersberg-Medaille (für Motiv fra Børnehospitalet ved Refsnæs)
- 1889: Eckersberg-Medaille (Wiederholungs-Verleihung, für Fra et børnehospital)
- 1899: Serdin-Hansen-Preis für Genremalerei (für Den lille pige skal sige godnat)
- 1915: Ritter des Dannebrogordens
- 1925: Auszeichnung als Dannebrogsmand
Valdemar Irminger verstarb 1938 und wurde auf dem Friedhof Søndermark Kirkegård in Frederiksberg beigesetzt.
Weblinks
- Valdemar Irminger im Dansk Biografisk Leksikon (von Merete Bodelsen, dänisch)