Valle Averto

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Das Valle Averto ist einer der flachen Fanggründe, die in der Lagune von Venedig als Valle da pesca bezeichnet werden. Das auch Valle dell‘Averto genannte Gebiet mit seinen 526 ha Fläche[1] befindet sich im südlichen Teil der Lagune in der Gemeinde Campagna Lùpia. Der Zugang befindet sich bei Kilometer 110 der Staatsstraße 309 Romea. Es ist Teil des Weltkulturerbes „Venedig und seine Lagune“, das 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Schnelle Fakten
Valle Averto
Casone im Valle Averto
Gewässer Lagune von Venedig
Geographische Lage 45° 21′ 44″ N, 12° 9′ 6″ O
Valle Averto (Lagune von Venedig)
Valle Averto (Lagune von Venedig)
Fläche 5,26 km²
Landschaftsbild
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Schwemmlandböden aus Schluff und Lehm mit Schilfgürteln, kleinen hygrophilen Wäldchen, Salzwiesen und Hecken, prägen die Landschaft, während sich in den Senken kleine Wasserflächen bilden. Zudem kennzeichnen Sanddünen und Kanäle das Valle da pesca.

Schutzgebiet

Vor allem Wasservögel finden hier ein Refugium. Das unter dem Namen A.M.A. (Akronym für Azienda Marina Averto) bekannte Anwesen widmet sich der Bio-Aquakultur und umfasst mit über 290 Hektar etwa drei Fünftel der gesamten Fläche. Innerhalb des Gebietes gibt es vier weitere Eigentümer, darunter das Unternehmen Azienda Agriturismo Averto, die Erben des Grafen Ancillotto, Capuzzo und der WWF, denen die restlichen rund 82 Hektar gehören, sowie ein Lagunengebiet, das zum Gebiet von Campagna Lupia gehört.

Bei der vom WWF erworbenen Fläche handelt es sich um Schilfgebiete (32 ha), Wälder und Baumreihen (15 ha), Gebiete mit Strauchvegetation (13 ha), mesophile und hygrophile Wiesen (4 ha), halophile Vegetation (2 ha) sowie sonstige Vegetationsformationen (< 1 ha); weitere rund 15 ha bestehen aus einem Netz von Kanälen und kleinen Tümpeln mit leicht salzhaltigem Wasser.

Geschichte

Die Bezeichnung Valle geht auf das lateinische Wort vallum zurück, meint daher weder das moderne Wort für ‚Tal‘, sondern eher ‚Schutz‘, ‚Mauer‘ oder ‚Wall‘. Zu den bewirtschafteten Valli zählen in der südlichen Lagune neben dem Valle Averto die Valli Serraglia, Contarina, Zappa, Figheri, Pierimpié, Morosina und Millecampi.

Die Kulturlandschaft Valle Averto entstand durch Wasserbaumaßnahmen zur Zeit der Republik Venedig, deren Interesse darin bestand, die Lagune zu schützen, etwa vor Verlandung. Das zuvor zu Padua gehörende Gebiet unterstand seit 1405 Venedig. Dessen Regierung ließ 1610 den Canale Novissimo del Brenta (Taglio di Brenta) ausheben, um das Lagunensystem zu erhalten. Am 5. März 1791 legte die Republik im Zuge ihrer Conterminazione Lagunare fest, dass alle Wasserbecken innerhalb der Lagune öffentliches Eigentum sein sollten, während für die Valli da pesca lediglich Privilegien in Form ausschließlicher Fischereirechte anerkannt wurden.

1808 stellte das napoleonische Kataster fest, dass das Valle dell'Averto zusammen mit Riola und Barenon dem Adligen Giacomo Duodo gehörte. In der österreichisch-ungarischen Volkszählung von 1843–1844 wird das Valle als partiell eingedeicht klassifiziert; in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts wurde das Casone radikal umgebaut.

Heute ist das Gebiet staatliches Eigentum, seit 1985 steht es unter Schutz, 1988 unter verstärkten Schutz, insofern, als es eine Oasi di protezione della flora e della fauna darstellt. Es dient also explizit dem Pflanzen- und Tierschutz. 1989 wurde ein Gebiet von 200 Hektar dem World Wildlife Fund anvertraut, für dieses galt eine strenge Vogelschutzrichtlinie. Diese Bestimmungen wurden 1993 und 1998 auf das gesamte Gebiet ausgedehnt. 2002 versuchte der Regionalrat, die nicht dem WWF unmittelbar unterstehenden Gebiete (82 ha) wieder für die Jagd freizugeben, doch verhinderte dies das Umweltministerium.

In Lugo entstand 1996 in der Ca‘ Tiepolo, einem Gebäude der Spätrenaissance aus dem 17. Jahrhundert, ein Museum, das Museo del Territorio delle Valli e della Laguna di Venezia.[2] Bereits seit drei Jahren hatte das Haus begonnen, entsprechende Exponate zu sammeln und zu katalogisieren;[3] das älteste ist ein Schriftstück aus dem Jahr 1491. Auf dem Außengelände werden die voluminöseren Artefakte ausgestellt. Der Besichtigungsweg, der bei der Ca' Tiepola beginnt, einem Renaissancebauwerk, das für Ausstellungen und Konferenzen genutzt wird, führt an einer Cavana und einem rekonstruierten Lavoriero vorbei zu Aussichtstürmen.

Übersichtskarte

Das heutige Museo del Territorio della Laguna di Venezia – Ecomuseo Onlus wurde 2008 in der Schule der Gemeinde Lugo eingerichtet.

Literatur

  • Francesco Scarton, Stefano Borella: La comunità ornitica svernante nell’Oasi WWF di Valle Averto (Campagna Lupia, VE), in: Lavori - Società Veneziana di Scienze Naturali 47 (2022) 55–64 (Studie von 2019–2020 über Vögel, die auch im Winter im Valle Averto bleiben). (online, PDF)
  • Elvi Longhin: Le valli della laguna di Venezia: da pubblico demanio a privato dominio?, Provincia di Venezia, 2004. (online)
  • Giampaolo Rallo: L'oasi naturalistica ‘Valle Averto‘, in: Fabio Zecchin (Hrsg.): La Valle Millecampi. La Valle Averto, Padua [2005], S. 35 f. (archive.org, 2. März 2016)

Anmerkungen

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