Valérie Dittli
Schweizer Politikerin (Die Mitte)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Valérie Dittli (* 7. Oktober 1992 in Oberägeri) ist eine Schweizer Politikerin (Die Mitte, vormals CVP). Sie wurde 2022 neu in den Waadtländer Staatsrat gewählt. Vom 1. Juli 2022 bis März 2025 war sie Vorsteherin des Finanz- und Landwirtschaftsdepartements, im März 2025 verlor sie den Finanzbereich und ist seit 1. Juni 2025 Vorsteherin des Departements für Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Klima und Digitalisierung.

Leben
Dittli wuchs auf einem Bauernhof in der Zuger Gemeinde Oberägeri auf und besuchte die dortige Primarschule. Anschliessend erlangte sie die Matura an der Kantonsschule Menzingen und absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Luzern, das sie 2016 mit dem Master of Law abschloss. Von August 2016 bis 2020 studierte Dittli an der Universität Lausanne, wo sie zunächst als Assistentin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät arbeitete und später im Erbrecht promovierte. In Bern absolvierte sie in der Folge ihr Anwaltspraktikum; zunächst bei der Steuerverwaltung des Kantons und später in einer Kanzlei in der Stadt.
Ihre Schwester Laura Dittli ist ebenfalls Politikerin, sie ist seit 2022 Regierungsrätin des Kantons Zug.[1] Mit Laura und Valérie Dittli hat erstmals ein Schwesternpaar praktisch zeitgleich den Sprung in den Regierungsrat eines Schweizer Kantons geschafft.[2]
Politik
Dittli baute die Junge CVP Waadt um und war einige Jahre deren Präsidentin, bevor sie 2020 an die Spitze der CVP Kanton Waadt gewählt wurde.[2] Mit dem Zusammenschluss von CVP und BDP wurde Dittli am 1. Januar 2021 zur ersten Präsidentin der Mitte Kanton Waadt. Dieses Amt hatte sie bis August 2022 inne, bevor sie am 10. April 2022 in den Staatsrat des Kantons Waadt gewählt wurde. Im zweiten Wahlgang erhielt sie fast 49 Prozent der Stimmen – und wurde mit Unterstützung von FDP und SVP gewählt, ohne jemals ein politisches Amt innegehabt zu haben.[3] Ab dem 1. Juli 2022 war sie Vorsteherin des Departements für Finanzen und Landwirtschaft (DFA).[4]
Dittli ist die jüngste Staatsrätin des Kantons Waadt und eine der jüngsten Regierungsrätinnen in der Geschichte der Schweiz.[5]
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt hat 2025 eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs gegen Dittli eingeleitet, da sie als damalige Finanzministerin die Annullierung fehlerhafter (zu tiefer), aber rechtskräftiger Steuerrechnungen für vermögende Personen angeordnet haben soll. Dittli weist die Vorwürfe zurück.[6] Der schwerwiegende Verdacht führte dazu, dass der Regierungsrat Dittli die Verantwortung für den Finanzbereich im März 2025 entzog.[7] Nach einer Neuorganisation per 1. Juni 2025 ist sie nun Vorsteherin des Departements für Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Klima und Digitalisierung.[8]
Im Frühling 2026 wurden neue Vorwürfe an Dittlis Amtsführung publik. Ein ehemaliger Kantonsrichter hielt in einem Untersuchungsbericht fest, dass Dittli einen Beschwerdeführer durch Zahlung von Steuergeldern dazu bewog, eine unliebsame Strafanzeige gegen Dittli zurückzuziehen.[9] Daraufhin wurde Dittli am 28. April 2026 vom Grossen Rat des Kantons Waadt formell zum Rücktritt aufgefordert.[10][11] Dittli lehnt den Rücktritt ab. Sie bestätigt, dass die Zahlung an den Beschwerdeführer und der Rückzug der Strafanzeige in derselben Vereinbarung geregelt wurden. Sie bestreitet jedoch, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Punkten gibt.[11][12]
Steueraffäre / Entlastung
Dittli lebt seit 2016 in Lausanne, wo sie studierte, doktorierte und sich politisch engagierte. Den Hauptwohnsitz und damit auch den Steuerwohnsitz behielt sie aber laut Recherchen des Westschweizer Fernsehens RTS bis vor kurzem in Oberägeri, wo ihre Eltern lebten – und zahlte als Waadtländer Finanzdirektorin bis 2023 keine Steuern im Kanton Waadt. Bevor Dittli Staatsrätin wurde, kandidierte sie schon 2021 erfolglos für das Stadtparlament von Lausanne und verlegte dafür ihren Hauptwohnsitz dorthin – jedoch nur vorübergehend. Nach der Nichtwahl verlegte sie den Sitz wieder nach Oberägeri.[13] Ein externes Gutachten entlastete Dittli, der Experte stellte fest, dass sie «im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften und der Rechtsprechung» gehandelt habe.[14]
Weblinks
- Valérie Dittli auf der Website des Staatsrats
- Website von Valérie Dittli
- Valérie Dittli auf der Website der Mitte Waadt