Vara: A Blessing
Film von Khyentse Norbu (2013)
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Vara: A Blessing (dt.: „Vara: Ein Segen“) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von 2013. Der Film spielt in Indien. Er entstand unter der Regie von Khyentse Norbu mit Shahana Goswami, Devesh Ranjan, Mohamed Adamaly und Rohit Raj. Es war der erste englischsprachige Film des bhutanesischen Filmemachers nach The Cup (1999) und Travellers and Magicians (2003).[1] Er basiert auf der bengalischen Kurzgeschichte Rakta Aar Kanna (Blood and Tears – Blood und Tränen) von Sunil Gangopadhyay,[2] Er handelt von der Tochter einer Devadasi, die eine verbotene Liebe mit einem muslimischen Bildhauer verbindet.[1] Der Film wurde 2013 beim 18th Busan International Film Festival als Eröffnungsfilm gezeigt, wo er positive Kritiken erhielt.[2][3]
| Film | |
| Titel | Vara: A Blessing |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2013 |
| Länge | 96 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Khyentse Norbu |
| Drehbuch | Rakta Aar Kanna (Blood and Tears), Sunil Gangopadhyay |
| Produktion | Nanette Nelms |
| Musik | Nitin Sawhney |
| Kamera | Bradford Young |
| Schnitt | William Chang |
| Besetzung | |
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Handlung
Die junge Tänzerin mit dem sprechenden Namen „Lila“ („Göttliches Spiel“) wird von ihrer Mutter Vinata, einer Devadasi, ausgebildet. Sie ist unzufrieden mit der Überfürsorglichkeit ihrer Mutter und betet in einem heiligen Hain zum „schönen blauen“ Krishna, dass er ihr hilft. Nur für den Gott hat sie Gefühle. Der muslimische Tagelöhner Shyam versucht ihre Aufmerksamkeit zu erringen und schwimmt sogar in dem verbotenen heiligen Weiher um von dort eine Seerosenblüte für sie zu stehlen, obwohl er entdeckt wird und daraufhin von den Schlägern des grausamen Headman Subha verprügelt wird. Als Lila auf das Werben von Shyam eingeht, stellt sich heraus, dass er sie als Modell haben möchte. Von einem befreundeten Töpfer erlernt er nämlich die Kunst, aus Ton Statuen zu modellieren. Shyam möchte Bildhauer werden und in die Stadt gehen, um der drückenden sozialen Überwachung im Dorf und dem Kastensystem zu entkommen. In der Folge treffen sie sich heimlich und als der Töpfer verprügelt, seine Hände gebrochen und seine Werkstatt zerstört wird, zeigt Lila Shyam eine Felsengrotte, in welcher die Vollendung der Statue voranschreitet. Zu gleicher Zeit macht der junge Großgrundbesitzer Lila Avancen. Seine Mutter sucht eine passende Frau für ihn. Der träge und unbeholfene junge Mann reagiert jedoch nicht wie gewünscht auf die möglichen Bräute, unter anderem die Tochter von Subha, die ihm präsentiert werden. Lieber beobachtet er mit seinem Fernrohr – auch Lila.
Bei einem tropischen Regenguss kommt es zum unvermeidlichen Liebesakt zwischen Lila und Shyam vor der Grotte und die junge Frau wird unmittelbar schwanger. Die Nähe zwischen dem Moslem und der hinduistischen Tänzerin bleibt jedoch nicht verborgen. Subha drängt ihre Mutter zu einer Aufführung vor der Familie des Großgrundbesitzers, welcher sich sehr angetan zeigt und verspricht, die Kunst zu fördern. Für das Kali-Festival gibt er in der Stadt sogar eine Statue in Auftrag. Bald darauf entwickelt sich bei Lila Schwangerschaftserbrechen und sie kann zunächst vor ihrer Mutter, und dann auch vor Subha, der ihr ebenfalls heimlich nachsteigt, ihre Schwangerschaft nicht mehr verbergen. Die Schande ist groß. Lila traut sich jedoch nicht etwas preiszugeben. Allerdings gesteht sie, dass sie für Shyam Modell gestanden hat. Der geheime Treffpunkt ist entdeckt, die fast vollendete Statue wird zerstört und Shyam erneut verprügelt.
Lila steht vor einer schweren Entscheidung. Sie kleidet sich in den feinen Sari, welchen der Großgrundbesitzer ihr geschenkt hatte und kann ihn im Hain verführen, wenngleich unter Tränen.
Dann konfrontiert sie dessen Mutter damit, dass er sie geschwängert habe. Obwohl der Verwalter Subha ihr zunächst nicht glaubt, beichtet auch der junge Großgrundbesitzer seiner Mutter und diese, die keinen Skandal haben möchte, willigt in die – nicht standesgemäße – Ehe ein. Lila ist gerettet. Während der Hochzeitsvorbereitungen kommt die Nachricht, dass die Statue, die aus der Stadt herangeschafft werden sollte, bei einem Autounfall zerstört worden ist. Das Festival ist gefährdet. Lila kann ihren zukünftigen Ehemann überzeugen, dass er Shyam beauftragt, und dieser gestaltet mit angeordneter Hilfe von Subhas Schlägern eine Statue. Zum Fest wird er jedoch nicht eingeladen.
Lila schleicht sich daraufhin in der Nacht vor dem Fest davon und als am nächsten Tag die Statue enthüllt wird, fehlen deren Augen. Shyam muss geholt werden um die Statue zu reparieren. Danach hat er noch einmal ein kurzes Zusammentreffen mit Lila, bei dem er sich für ihre Unterstützung bedankt. Auch bei den Hochzeitsvorbereitungen treffen sie noch einmal aufeinander, Shyam beglückwünscht sie, dass sie diesen Mann heiraten wird, Lila schafft es jedoch nicht ihm zu sagen, dass sie sein Kind unter dem Herzen trägt und so verschwindet er in die Stadt ohne von seiner Vaterschaft zu wissen. Als Lila in einer Sänfte zu der Hochzeitszeremonie getragen wird, sieht sie durch einen Spalt einen Jungen vorbeilaufen, der Shyams Züge trägt. Er verfärbt sich bläulich und Lila erkennt, dass es eine Personifikation von Krishna ist, wodurch sie die Gewissheit hat, dass sie durch das Kind immer mit Shyam verbunden sein wird. Damit endet der Film.
Würdigung
Der Film zeigt kritisch die Enge des indischen Kasten- und Ethnien-Systems, zum Beispiel die Diskriminierung von Hindus gegenüber den muslimischen Tagelöhnern und auch die schwierige Stellung der traditionellen, einfachen Tanzkunst gegenüber dem modernen Bollywood-Tanz. Zugleich interpretiert er die hinduistische Vorstellung von Bhakti (Gottesliebe) und Ishtadevata (Hingabe an einen Gott) und ironisiert zugleich die Doppelmoral der Gesellschaft.