Veit Bethke

schwedischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Veit Bethke (* 24. Januar 1922 in Berlin-Bohnsdorf; † 1. Juli 1988 in Nacka, Schweden) war ein deutscher Tänzer, Schauspieler und langjähriger Direktor des Königlich Schwedischen Balletts.

Leben

Veit Bethke wurde am 24. Januar 1922 in Bohnsdorf bei Grünau als Sohn des Ingenieurs Max Bethke und dessen Frau, der Tänzerin und Schauspielerin Charlotte, geb. Hinzpeter geboren. Er hatte zwei Schwestern, Brigitte (1919–2015) und Madelon (1924–2020). Seit 1923 lebte die Familie in der Schweiz. Der Vater übernahm zusammen mit zwei Berliner Freunden den Monte Verità bei Ascona als Hotelbetrieb. 1926 war das Projekt pleite. Die Familie kehrte nach Deutschland zurück. Der Vater starb im Februar 1928 an einer Drüsenkrankheit. Die Mutter verarmte.[1][2]

Nach der Volksschule besuchte Veit Bethke bis zum 12. Lebensjahr das Heese-Gymnasium in Steglitz, dann ein Jahr lang das Schiller-Realgymnasium und schließlich das Kaiserin Augusta Gymnasium in Berlin-Charlottenburg, wo er bis zur Obertertia kam. Dann wechselte er auf die Privatschule Dr. Fackelmann in Berlin-Wilmersdorf, die er mit 14 Jahren in der Absicht verließ, Schauspieler zu werden.[1][2]

Er nahm zunächst Schauspielunterricht bei dem Schauspieler Heinz Rippert. Mit 15 Jahren machte er die Eignungsprüfung an der Reichstheaterkammer. Da er wegen seines Alters zur Staatlichen Schauspielschule Berlin noch nicht zugelassen wurde, ließ er sich in der Schule für klassischen und modernen Bühnentanz von Tatjana Gsovsky in Berlin-Charlottenburg ausbilden. Seit Mai 1938 trat er gelegentlich am Deutschen Opernhaus Berlin, in der Staatsoper München und in der Deutschlandhalle auf. Am 12. September 1939 erhielt er ein Engagement am Schiller-Theater Berlin.[1][2]

Am 27. September 1939 wurde Veit Bethke von der Gestapo verhaftet und am 31. August 1940 wegen „Vergehen und Verbrechen nach §§ 175, 175a Ziffer 4, 74 StGB“ von der 9. Strafkammer des Landgerichts Berlin zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, die Vollstreckung der Freiheitsstrafe auf eine Probezeit von 3 Jahren ausgesetzt.[2] Im Dezember 1939, noch während des Ermittlungsverfahrens, brachte ihn seine Mutter auf eigene Kosten im Erziehungsheim Kronsberg des Stephansstiftes in Hannover-Wülfel unter.[2] Im Januar 1941 kam er in das Lehrlingsheim des Stephansstiftes in Hannover-Kleefeld. Anfang Februar 1941 wurde er entlassen und zum sechsmonatigen Reichsarbeitsdienst in Kampen auf Sylt einberufen.

Im August 1941 wieder in Berlin, wirkte Veit Bethke als Tänzer in der Filmkomödie So ein Früchtchen (1942) von Alfred Stöger mit.[3] Anschließend wurde er zur Wehrmacht eingezogen.

Gegen Kriegsende desertierte er und gelangte auf abenteuerlichen Wegen über Dänemark und Schweden nach Norwegen. Von 1948 bis Anfang 1949 war er Tänzer am Ny Norsk Ballett und arbeitete als Choreograph am Det Nye Teater in Oslo. Während eines Gastspiels des Metropolitan Ballet in Oslo schloss er sich diesem an und kam nach England. Dort begann er bei Vera Volkova und Nicholas Beriosoff zu studieren und heiratete Fay Hammond, eine der jungen Solistinnen der Ballettkompanie. Nach der Auflösung des Metropolitan Ballet wirkte er in mehreren Musicals auf verschiedenen Bühnen Londons mit und war Partner von Violetta Elvin im Film Wiedersehen in Monte Carlo (1953) von Lewis Milestone. Am 2. November 1953 trat er mit Sheila O’Neill an der Royal Command Performance im London Coliseum auf.[4] Die Ehe mit Hammond, aus der die Zwillinge Kim und Lynne hervorgingen, wurde geschieden.

Seit 1956 war Veit Bethke als Tänzer und Schauspieler in Stockholm tätig. 1961 heiratete er die Balletttänzerin Gerd Andersson (geb. 1932), die Schwester der Schauspielerin Bibi Andersson. 1965 wurde der Sohn Lars geboren.

Seit 1972 war Veit Bethke Direktor des Königlich Schwedischen Balletts in Stockholm. Zusammen mit seiner Frau engagierte er sich in der internationalen Bewegung Künstler für nukleare Abrüstung (PAND) und wurde 1986 zum PAND-Vizepräsidenten gewählt.[5]

Literatur

  • The Dance Catalog: A complete Guide to Today's World of Dance. Edited by Nancy Reynolds. Harmony Books, New York 1979, ISBN 978-0-517-53643-8.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI