Vera Laska

tschechoslowakisch-amerikanische Historikerin und Widerstandskämpferin From Wikipedia, the free encyclopedia

Vera Laska (geboren am 21. Juli 1928 in Košice, Tschechoslowakei als Věra Oravcová; gestorben am 11. Dezember 2005 in Weston, Massachusetts, USA) war eine tschechoslowakisch-amerikanische Historikerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben und Widerstand

Věra Oravcová ging auf eine öffentliche Mädchenschule. Ursprünglich wollte sie Profisportlerin werden, träumte später jedoch davon, Lehrerin zu werden. Als die Wehrmacht 1938 in die Tschechoslowakei einmarschierte, schloss sie sich im Alter von 15 Jahren dem tschechischen Widerstand an.[1] Sie und eine Freundin halfen dabei politischen und jüdischen Flüchtlingen über die Grenze von der Slowakei nach Ungarn. Sie kannten die Gegend gut, da sie auf den Loipen im Süden der Slowakei Ski fuhren.[2]

Im Frühjahr 1943 wurde Věra Oravcová verhaftet, als sie mit gefälschten Papieren erwischt worden war, die sie während ihrer Grenzübergänge benutzt hatte. Nachdem sie etwa einen Monat lang in ihrer Heimatstadt inhaftiert war, wurde sie als politische Gefangene ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert.[3] Im Juli 1944 meldete sie sich freiwillig für einen Einsatz außerhalb des Lagers in einer Textilfabrik im KZ Groß-Rosen. Sie und andere Gefangene sabotierten die Produktion, wenn die Wachen nicht hinschauten.[2]

Als die sowjetische Armee sich Anfang 1945 Groß-Rosen näherte, deportierten die Nazis ihre Gefangenen in das KZ Mittelbau-Dora in Thüringen. Als Zwangsarbeiterin arbeitete sie dort in einem Tunnel an Teilen, die im deutschen V2-Raketenprogramm verwendet wurden. Auch hier versuchte sie die Arbeiten zu sabotieren. Im März 1945 wurde auch dieses Lager evakuiert und die Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch zum KZ Mauthausen in Österreich gezwungen. Es gelang ihr dabei die Flucht. Sie konnte sich in einer nahegelegenen Scheune verstecken. Am fünften Tag kam ein ukrainischer Zwangsarbeiter, der ihre Anwesenheit bemerkt hatte, in die Scheune und sagte ihr, sie solle herunterkommen, da der Krieg vorbei sei.[2]

Nach dem Krieg

Daraufhin ging sie zurück in die Tschechoslowakei nach Prag. Dort arbeitete sie für die Tschechische Kriegsverbrechenskommission und studierte an der Prager Karls-Universität. Auf Empfehlung ihrer Professoren ging sie 1946 in die Vereinigten Staaten, um dort amerikanische Geschichte zu studieren. Dort lernte sie Andrew J Láska kennen, den sie 1949 heiratete. Mit ihm bekam sie 1952 einen Sohn, Thomas Vaclav, und adoptierte später einen weiteren Sohn, Paul Andrew, der aus Costa Rica stammte.[4]

1959 promovierte Věra Láska an der University of Chicago in amerikanischer Geschichte. 1966 zog sie mit ihrer Familie nach Weston, Massachusetts, wo sie am Regis College Professorin für Geschichte wurde. Sie forschte und publizierte zur regionalen Geschichte von Weston, zu Benjamin Franklin und zu Frauen im Widerstand und im Holocaust.[5]

Sie war Mitglied der Weston Historical Society.[4]

Věra Láska starb am 11. Dezember 2005 im Alter von 77 Jahren in Weston, Massachusetts.[2]

Schriften (Auswahl)

  • “Remember the ladies”. Outstanding women of the American Revolution. Commonwealth of Massachusetts Bicentennial Commission 1976. 100 S. (Massachusetts Bicentennial Commission historic series 10)
  • Benjamin Franklin. 5 Bände: My Dear Girl, My Dear Girl II, Franklin & Women, Franklin the Diplomat, Franklin Anecdotes & Eulogies. 1977–1983
  • The Czechs in America, 1633–1977: A Chronology and Fact Book. Oceana Pubns 1978. 152 S. ISBN 978-0-379-00528-8 (Ethnic Chronology Series 28)
  • Women in the Resistance and in the Holocaust: The Voices of Eyewitnesses. Edited and with an introduction by Vera Laska. Praeger 1983. 330 S. ISBN 978-0-313-23457-6
  • Nazism Resistance and Holocaust in World War II: A Bibliography. Scarecrow Press 1985. 205 S. ISBN 978-0-8108-1771-5
  • Dvě lásky Benjamina Franklina. 1994. ISBN 80-85785-26-9

Literatur

Einzelnachweise

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