Vera San Payo de Lemos

1951- From Wikipedia, the free encyclopedia

Vera San Payo de Lemos (* 1951 in Lissabon) ist eine portugiesische Germanistin, Übersetzerin, Dramaturgin und Hochschullehrerin.[1][2] Für ihre Beiträge zur Vermittlung deutschsprachiger Literatur und des Theaters in Portugal erhielt sie 2006 die Goethe-Medaille.[3][4] Ihr Name wird mitunter auch als „Vera Sampaio de Lemos“ angegeben.[5]

Leben

San Payo de Lemos absolvierte ein Studium der Germanistik an der Faculdade de Letras der Universidade de Lisboa und erwarb einen Master in Deutschen Studien an der Faculdade de Ciências Sociais e Humanas der Universidade Nova de Lisboa.[2][6] Sie ist Dozentin im Departamento de Estudos Germanísticos der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Lissabon und Forscherin am Centro de Estudos de Teatro derselben Fakultät.[7][2] Eine prägende Konstante ihres beruflichen Werdegangs ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Regisseur João Lourenço, die 1980 begann.[7][8] Früh sensibilisierte sie die an der Deutschen Schule Lissabon (Escola Alemã) erlebte Theaternähe für das Drama und die deutschsprachige Literatur.[8]

Wirken

Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Übersetzung und dramaturgische Bearbeitung moderner Dramatik – insbesondere aus dem Deutschen – für portugiesische Bühnen.[7][2] Ihre Arbeiten wurden unter anderem am Teatro Aberto, am Teatro Nacional de São Carlos und am Teatro Nacional D. Maria II gezeigt.[7] Zu den von ihr übertragenen oder dramaturgisch bearbeiteten Autorinnen und Autoren zählen u. a. Bertolt Brecht, Werner Schwab, Florian Zeller, Dea Loher, Conor McPherson, Botho Strauss, Tankred Dorst, Urs Widmer, Sam Shepard und David Mamet.[1][9][10][11][4] Darüber hinaus übertrug sie u. a. Texte von Georges Feydeau, Ariel Dorfman, Jim Cartwright, Frank McGuinness, Olivier Bukowski, David Hare, Eugene O’Neill, Marius von Mayenburg, Lutz Hübner, Jean Anouilh, Bernard-Marie Koltès, Ulrich Plenzdorf, Carole Fréchette, William Shakespeare, Neil LaBute und Shelagh Delaney.[1] In jüngerer Zeit verantwortete sie u. a. Übersetzung und Dramaturgie von „Tempestade Ainda“ (Peter Handke) am Teatro Aberto.[12] Neben der Bühnenarbeit veröffentlicht sie Texte in Fachpublikationen und wirkt regelmäßig in Gesprächen und Veranstaltungen des Goethe-Instituts in Lissabon mit.[6][13] Gemeinsam mit José Maria Vieira Mendes und Jorge Silva Melo verantwortete sie die Edition des Brecht-Theaters im Verlag Livros Cotovia.[2][1]

Auszeichnungen

Für ihre Verdienste um die kulturelle Verständigung zwischen Portugal und dem deutschsprachigen Raum wurde ihr 2006 die Goethe-Medaille verliehen.[3][4] Für ihre Übersetzungen zweier Stücke von Werner Schwab erhielt sie 1998 und 2002 österreichische Übersetzerpreise.[1][4] 2003 wurde sie von der Associação Portuguesa de Críticos de Teatro mit dem „Prémio da Crítica“ ausgezeichnet.[14][15]

Einzelnachweise

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