Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis
Tarifverbund aus der baden-württembergischen kreisfreien Stadt Pforzheim
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Der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis, kurz VPE, ist ein Verkehrsverbund mit Sitz in der kreisfreien Stadt Pforzheim in Baden-Württemberg, das Verbundgebiet umfasst außerdem den umliegenden Enzkreis. Der VPE wurde 1986 gegründet, um einen einheitlichen ÖPNV-Tarif zu gewährleisten. Tariflich ist das, circa 938 km² große, Verbundgebiet seit dem 1. Januar 2026 in den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) integriert. Die Verbundgesellschaft, eine GmbH, ist seither nur noch für die Koordination des Busverkehrs im Gebiet zuständig, in dem etwa 400.000 Personen leben und circa 1.400 Bushaltestellen bedient werden.

| Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Pforzheim |
| Webpräsenz | vpe.de |
| Bezugsjahr | 2023 |
| Rechtsform | GmbH |
| Sitz | Pforzheim |
| Gründung | 1. September 1986 |
| Vorstand | Dirk Büscher |
| Aufsichtsrat | 13 Mitglieder, davon 5 von Bus- und Bahnunternehmen, 4 Landratsamt Enzkreis und 4 Stadt Pforzheim |
| Geschäftsführung | Yasmin Petersen |
| Mitarbeiter | 12 |
| Linien | |
| Eisenbahn | 5 |
| Stadtbahn | 2 |
| Bus | 46 |

Das Verbundgebiet grenzt, abgesehen vom KVV, an folgende Nachbarverbünde an: Heilbronner Verkehrsverbund (HNV), Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC).
Busunternehmen im VPE-Gebiet
Folgende Busunternehmen werden vom VPE koordiniert:[1]
- Binder Reisen GmbH
- Klingel GmbH Omnibusverkehr & Reisen
- Müller-Reisen GmbH
- Omnibusverkehr Engel GmbH
- Reise- und Verkehrsgesellschaft Seitter GmbH & Co. KG
- Richard Eberhardt GmbH
- RVS Regionalbusverkehr Südwest GmbH (SüdwestBus)
- Seiz Reisen GmbH
- Stadtverkehr Mühlacker – Stadtwerke Mühlacker GmbH
- SWEG Bus Pforzheim GmbH
- Wolf Reisen GmbH
- VPO Verkehrs- und Beratungsgesellschaft privater Omnibusunternehmen mbH
- Klingel & Seiz Busverkehr GbR
- Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH
Geschichte
Am 1. September 1986 gründeten die beiden privaten Omnibusunternehmen Richard Eberhardt GmbH und Müller-Reisen GmbH, die Deutsche Bundesbahn (DB) – vertreten durch ihren Geschäftsbereich Bahnbus sowie die kommunalen Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Pforzheim die „Verkehrsgemeinschaft Westlicher Enzkreis“, abgekürzt VGWE. Das Verkehrsgebiet wurde damals in Flächenzonen mit einheitlichen Bestimmungen und Tarifen eingeteilt. 1988 wurde die VGWE schließlich in „Verkehrsgemeinschaft Pforzheim-Enzkreis“ umbenannt und kurz darauf um die Omnibusunternehmen Schuhmacher, Binder und Wolf erweitert. Die DB wiederum akzeptierte ab jenem Jahr auf der Enztalbahn zwischen Pforzheim und Neuenbürg VPE-Zeitkarten. 1989 wurde diese Kooperation mit der Staatsbahn schließlich auch auf den Abschnitt Wilferdingen-Singen–Mühlacker der Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker ausgedehnt. Ab dem 22. September 1997 fungierte der VPE schließlich als sogenannter Vollverbund, das heißt auf den Schienenstrecken galt fortan auch für Einzelfahrten der VPE-Tarif.[2]
2005 waren bereits 20 Verkehrsunternehmen am Verbund beteiligt, die damals jährlich circa 12,5 Millionen Fahrzeugkilometer erbrachten und mehr als 40 Millionen Fahrgäste beförderten. Darin enthalten auch alle Bahnstationen im VPE-Gebiet, damals insgesamt 40.
In den 2020er Jahren begannen Überlegungen zur Integration des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis in den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). Ziel war es, den öffentlichen Personennahverkehr in der Region strukturell und tariflich weiterzuentwickeln. Erste politische Beschlüsse zur Aufnahme von Verhandlungen wurden in den kommunalen Gremien von Stadt Pforzheim und Enzkreis gefasst.[3] Im Februar 2025 unterzeichneten die Gesellschafter von VPE und KVV eine Absichtserklärung über den Beitritt des VPE zum Karlsruher Verkehrsverbund. Damit wurde die Grundlage für die anschließenden politischen Beschlüsse zum Beitritt geschaffen.[4] Im Dezember 2025 beschlossen der Gemeinderat der Stadt Pforzheim sowie der Kreistag des Enzkreises den Beitritt zum Karlsruher Verkehrsverbund. Damit wird die Stadt Pforzheim gemeinsam mit dem Enzkreis Gesellschafter der Karlsruher Verkehrsverbund GmbH. Der Beitritt wurde am 18. Dezember 2025 notariell beurkundet.[5] Mit dem Beitritt wird das Verbundgebiet des KVV auf das Gebiet der Stadt Pforzheim und des Enzkreises ausgeweitet. Der bestehende VPE-Tarif soll zunächst übergangsweise weitergelten. Die Einführung eines einheitlichen KVV-Tarifs für das neue Gesamtgebiet ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vorgesehen.[5]
Im Zuge der Integration wurde der VPE-Tarif in den KVV-Tarif übertragen. Nach Abschluss einer Übergangsphase ist die komplette Auflösung des VPE vorgesehen.[6] Diese soll zum Jahresende 2026 erfolgen.[7]