Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau
deutscher Fernsehkrimi aus der Reihe „Ein Krimi aus Passau“
From Wikipedia, the free encyclopedia
Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2026 von Regisseur Daniel Rübesam nach einem Drehbuch von Michael Vershinin mit Marie Leuenberger und Michael Ostrowski. Es ist die 10. Folge der ARD-Kriminalfilmreihe Ein Krimi aus Passau.[1]
| Folge 10 der Reihe Ein Krimi aus Passau | |
| Titel | Verlorene Seelen |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Produktionsunternehmen | Hager Moss Film |
| Regie | Daniel Rübesam |
| Drehbuch | Michael Vershinin |
| Produktion | Diana Chylla |
| Musik |
|
| Kamera | Roland Stuprich |
| Schnitt | Heike Gnida |
| Premiere | 10. Sep. 2026 auf Das Erste |
| Besetzung | |
| |
| → Episodenliste | |
Handlung
Auf der Queen Danubia, einem Ausflugsschiff einer Passauer Reederei, das im Industriehafen ankert, kommt es wiederholt zu nächtlichen Einbrüchen und Vandalismus und die Schiffsglocke verschwindet. Privatdetektiv Ferdinand Zankl übernimmt die Überwachung des Schiffes. Nachdem er mit dem Kopf auf den Boden gestürzt ist, glaubt er, eine Wasserleiche mit einem blau-gelben Spielertrikot mit der Nummer 12 in der Donau zu sehen, die aber nur kurz auftaucht. Kriminalhauptkommissarin Hermine Grill schenkt seiner Beobachtung keinen Glauben und führt diese auf den Sturz und die darauffolgende Bewusstlosigkeit zurück. Aufgrund seiner Verletzung steigt Frederike Bader als seine Vertretung in den Fall ein und findet in der Schiffsküche Blut.
Gegenüber der Queen Danubia ankert das Transportschiff Wiener Schnitte, dessen Kapitän Hans Lindegger einige Vorstrafen hat und bis vor einem Jahr wegen eines Sexualdelikts in der Justizanstalt Wien-Josefstadt saß. Sein Neffe Lenny wurde in der vorletzten Nacht wegen Trunkenheit am Steuer in Polizeigewahrsam genommen. Zankl hat auf der Queen Danubia Überwachungskameras installiert und über diese Lenny auf dem Schiff beobachtet. Laut Anke Broitzmann von der Hafenmeisterei, die Hans seit einigen Jahren kennt, hatte er Soja aus Constanța transportiert. Sie hat ihn seit zwei Tagen nicht mehr gesehen und wundert sich, dass er immer noch im Hafen liegt, weil er normalerweise nach dem Löschen der Ladung sofort wieder ablegt.
Zum Spielertrikot findet Zankl anhand der Farben heraus, dass dieses vom SV Donaustadt Wien stammen könnte und Hans Lindegger vermutlich ein Anhänger des Vereins war. Zankl nimmt an, dass es sich bei der Wasserleiche um Hans handelt. Frederike beobachtet beim Schiff zwei Angler, einer davon ist Lukas Hackl, einer der Jugendleiter des Vereins Petrusfischer. Der erste Vorsitzende der Petrusfischer ist Thade Gutsmiedel, der behauptet, Lukas nicht erkannt zu haben. Unklar ist, ob Hackl und sein Kumpel nur Zeugen oder selbst die Einbrecher waren. Auf der Queen Danubia finden sich Fingerabdrücke und DNA von Lukas, der angibt, dass sie nur die Glocke stehlen wollten. Gutsmiedel hatte die beiden Burschen beobachtet und ist ihnen gefolgt. Als sie ihn entdeckten, fiel ihnen die Glocke vor Schreck ins Wasser. Gutsmiedel blieb danach noch auf der Queen Danubia, wo seine Frau und seine Tochter gearbeitet hatten, bis die beiden einen tödlichen Autounfall hatten.
Zankls Recherchen ergeben, dass Hans Lindegger Spieler Nummer 12 war und an Bord der Wiener Schnitte zwei Frauen waren, wahrscheinlich aus Constanța. Auf dem Schiff findet Zankl Blutspuren und Anzeichen eines Kampfes. Als Zankl und Bader die Hütte von Gutsmiedel aufsuchen, um mit ihm zu sprechen, flüchtet Anca Roth, eine der beiden Frauen auf der Wiener Schnitte. Lenny hält Anca fest, sie soll mit ihm ein neues Leben beginnen. Dana Dumitrescu, die zweite Frau vom Schiff, wurde von ihm in ein Bordell in der Stadt gebracht. Sein Onkel hatte einen Deal mit dem Besitzer. Als Anca sich weigert, mit ihm zu kommen und Lenny daraufhin versucht, Anca zu erwürgen, kann Bader ihn rechtzeitig vertreiben. Die Adresse des Bordells hat Zankl von einem Kalendereintrag auf dem Schiff. Zankl alarmiert KHK Grill, worauf die Polizei das Bordell stürmt und Dana befreit wird.
Gutsmiedel gesteht Zankl und Bader, in der Nacht auf der Queen Danubia Hans Lindegger mit einem Feuerlöscher erschlagen und in die Donau geworfen zu haben, nachdem Hans gegenüber Anca gewalttätig geworden war. Zankl schlägt vor, dass er der Polizei erzählen soll, dass Lindegger nach dem Schlag selbst ins Wasser gestürzt sei. Lenny wird im Wald vom Bordellbetreiber Viktor Popescu erschossen. Hackl und sein Freund entschuldigen sich bei der Reederei und kommen für den Schaden auf, die Glocke wird von Polizeitauchern geborgen.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten zur 10. Folge fanden vom 9. Oktober bis zum 9. Dezember 2025 gemeinsam mit der 11. Folge Wer einmal lügt (Arbeitstitel Hinter den Hügeln) statt, gedreht wurde in Passau, München und Umgebung.[2][3] Produziert wurde der Film von der Hager Moss Film im Auftrag des Bayerischen Rundfunks und ARD Degeto, als Produzentin fungierte Diana Chylla.[4][2]
Die Kamera führte Roland Stuprich, die Musik schrieben David Reichelt und David Schoch, die Montage verantwortete Heike Gnida. Das Kostümbild gestaltete Andrea Spanier, das Szenenbild Söhnke Noé, den Ton Thorsten Bolzé und Hanna Brühwiler und die Maske Christine Bernrieder.[5][2]
Veröffentlichung
In der ARD Mediathek wurde der Film am 7. September 2026 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im Ersten folgte am 10. September 2026.[5][4][2]
Rezeption
Kritiken
Volker Bergmeister vergab auf tittelbach.tv vier von sechs Sternen. Die Folge sei ein grundsolider Krimi, dicht und phasenweise düster, der Passau bildlich reizvoll einfange. Sehenswert machten ihn vor allem das Duo Marie Leuenberger und Michael Ostrowski sowie Michael Roll als wortkarger Fischer.[6]
tvspielfilm.de befand, dass Michael Ostrowski den leicht verschrobenen Detektiv wie gewohnt mit herrlich trockener Komik gebe, der Marie Leuenbergers spröderen Part als Frederike Bader schön austariere. Die Story selbst erfinde das Krimigenre nicht neu, unterhalte aber.[7]
Oliver Alexander befand auf quotenmeter.de, dass die Folge einige Qualitäten besitze, die diese über den Durchschnitt heben würden. Vor allem die Atmosphäre funktioniere erstaunlich gut. Der Fall selbst halte mit seinen Figuren nicht immer Schritt. So bleibe am Ende ein Film, der besser aussehe und interessanter besetzt sei, als sein gelegentlich etwas schematisches Drehbuch vermuten lasse.[8]
Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit fünf von zehn Punkten. Diese punkte mit dem Setting und allgemein der Atmosphäre. Als Krimi sei das jedoch unbefriedigend, vieles sei zu willkürlich oder fragwürdig.[9]
Einschaltquote
Die Erstausstrahlung am 10. September 2026 im Rahmen des DonnerstagsKrimis im Ersten wurde in Deutschland von 5,30 Millionen Zuschauern verfolgt, was einem Marktanteil von 26,5 Prozent entsprach.[10]