Vermaschung (Psychologie)

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Vermaschung ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie und bildet sich zusammen mit den kognitiven Funktionen früh im Kindesalter aus.[1] Auch Enmeshment, geprägt in den 1970ern von Salvador Minuchin (Familientherapeut)[2] oder Verstrickung (vor allem für spätere Beziehungen im Erwachsenenalter) werden verwendet.[3]

Dabei interagieren Personen (wie ein Elternteil und ein Kind) in einem aufeinander abgestimmten, weitgehend unbewussten Muster, miteinander. Jede Person nimmt eine Rolle ein, die mit wenig Modifikation wiederholbar ist und sein muss und meist ähnlich abläuft. Dies führt zu einem gelingenden und reibungslosen Zusammensein, aber auch zu einem Beharren auf ein starres Gefüge, wie z. B.: in einer Familie, auf Gemeinsamkeit und Gemeinschaftlichkeit sowie zur Abwehr von Autonomie und Selbstverwirklichungsbestrebungen.[4]

Aus Sicht des Kindes äußere sich die Vermaschung darin, dass ›alles was das Kind tut, es dies nicht für sich macht, sondern für die Vorstellung der Eltern. Es hat die Formen auszufüllen, in die es seine Eltern gegossen haben. Und was immer es tut, es ist nicht genug‹.[5]

Der Begriff der Vermaschung findet sich bei Diagnosen im Bereich einer anorektischen Essstörung. Die Vermaschung verhindert hier, meist beginnend ab dem Zeitpunkt der Pubertät, die freie Persönlichkeitsentfaltung von unter der Krankheit Leidenden und ist einer der Gründe für die Entwicklung von anorektischem Verhalten, mithilfe dessen sie ein Stück Macht über sich selbst zurückzubekommen suchen. Allerdings kann auch die Krankheit wegen der meist jahrelangen Dauer mit wiederkehrenden Verhaltensmustern von allen Seiten zur Vermaschung führen und nicht notwendigerweise die Vermaschung zur Essstörung.[6]

Das eingeübte Muster tritt auch außerhalb von familiären Beziehungen und im Erwachsenenalter auf und kann zu Störungen im Beziehungsgefüge, zu Schuldgefühlen oder Krankheiten führen.[7]

Quellen

Literatur

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