Veronika Oechtering
deutsche Informatikerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Veronika Oechtering ist eine deutsche Informatikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen. Sie wurde für ihr Engagement zur Förderung von Frauen in der Informatik und als Mitinitiatorin der Sommeruniversität Informatica Feminale bekannt. Seit 2003 leitet sie das "Kompetenzzentrum Frauen in Naturwissenschaft und Technik der Universität Bremen".[1]
Studium und Hochschultätigkeit
Oechtering studierte Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Technische Chemie an der RWTH Aachen und der Universität Hamburg und schloss 1985 als Diplom-Informatikerin ab. Anschließend arbeitete sie von 1985 bis 1986 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anorganische Chemie der Universität Bonn und von 1986 bis 1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Informatik der Universität Dortmund. Seit 1992 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen tätig.[2]
Im Sommersemester 2002 nahm Oechtering eine Gastdozentur am Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg (Abteilung Modellbildung) wahr. 2004 war sie als Guest Lecturer im Department of Computer Science der University of Waikato in Hamilton, Neuseeland tätig.[1]
Gleichstellungsengagement im IT-Bereich
Veronika Oechtering initiierte und begleitete zahlreiche Projekte im MINT-Bereich zur geschlechtergerechten Berufs- und Studienorientierung sowie zur Reform technischer Studiengänge. Angesichts einer erheblichen Unterrepräsentanz von jungen Frauen in Studiengängen wie Informatik und anderen naturwissenschaftlich-technischen Fächern entwickelte sie vielfältige Konzepte, um das Interesse an diesen Studiengängen zu fördern. So leitete sie zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Bremer Schulen über viele Jahre Unterrichtsangebote im Bereich „Kreative Robotik“[3], die Arbeitsgemeinschaft Computer AGcom an Bremer Schulen (AGcom)[4] und das Verbundprojekt MINTsteps.[5]
1992 war Veronika Oechtering Mitinitiatorin der Sommeruniversität Informatica Feminale. In den Folgejahren übernahm sie deren wissenschaftliche Leitung und entwickelte das Konzept und Angebot der Sommeruniversität kontinuierlich weiter.[6] Maßgeblich beteiligt war sie auch an der Entstehung einer Ingenieurinnen-Sommeruni als Lehr- und Weiterbildungsangebot für Frauen in Informatik und Ingenieurwissenschaften[7] sowie des Girls’ Day an der Universität Bremen.[1]
Von 1997 bis 2002 war sie stellvertretende Sprecherin der Expertinnengruppe „Frauen in der Informationsgesellschaft“ im Forum Informationsgesellschaft der Bundesregierung. Sie wirkte als Gutachterin für das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie der Schweiz, für nationale Gremien und für die Europäische Kommission. Von 2005 bis 2008 gehörte sie dem Vorstand des Kompetenzzentrums Technik, Diversity, Chancengleichheit e.V. an.[1]
Von 2001 bis 2007 fungierte sie als German Ambassador des Women’s Committee der Association for Computing Machinery (ACM), einer internationalen Gesellschaft mit Mitgliedsorganisationen in über einhundert Ländern. Zusätzlich war sie von 2002 bis 2004 auch Chair der Working Group Women and Information Technology der Internationalen Informatikorganisation International Federation for Information Processing (IFIP).[1]
Als Vorstandsmitglied im Kompetenzzentrum Technik, Diversity, Chancengleichheit war sie von 2005 bis 2008 tätig.[1] Von 2016 bis 2022 war sie stellvertretende, mehrfach auch kommissarische Zentrale Frauenbeauftragte der Universität Bremen. Seit vielen Jahren ist sie zudem in Frauenbeauftragtengremien auf Fachbereichs- und Universitätsebene in Dortmund und Bremen aktiv.[6]
Schriften
- Veronika Oechtering, Gabriele Winker: Computernetze - Frauenplätze: Frauen in der Informationsgesellschaft. Leske + Budrich, 1998, ISBN 978-3-8100-2174-8.
- Veronika Oechtering, Karin Vosseberg: Informatik studieren unter Frauen. In: Gesellschaft für Informatik e.V.: Frauenarbeit und Informatik, Vol. 20/21., 2000, ISSN 0944-0925, S. 27–29 ()
- Veronika Oechtering, Frances Grundy, Doris Köhler, Ulrike Petersen (Hrsg.): Women, Work and Computerization: Spinning a Web from Past to Future. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-62610-7.
- Veronika Oechtering: Frauen in der Geschichte der Informationstechnik. Verlag Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie, Bielefeld 2001, ISBN 978-3-00-007490-5.
Auszeichnungen
- 2007 wurde sie Fellow der Gesellschaft für Informatik.[8]
- Im Jahr 2017 wurde sie vom Bremer Frauenausschuss als „Bremer Frau des Jahres“ ausgezeichnet.[9][10][11]
- 2023 erhielten Veronika Oechtering und Rolf Drechsler für die Informatica Feminale den Preis für herausragende Gleichstellungsarbeit des Fakultätentags Informatik.