Verwaltung der Muslime des Kaukasus

Behörde im Kaukasus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Verwaltung der Muslime des Kaukasus (aserbaidschanisch Qafqaz Müsəlmanları İdarəsi; russisch Управление мусульман Кавказа Uprawlenije mussulman Kawkasa; wiss. Transliteration: Upravlenie musul'man Kavkaza) ist die oberste geistliche Verwaltungsbehörde der Muslime in der (trans)kaukasischen Region. Ihr Hauptsitz befindet sich in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf dem Gelände der Tezepir-Moschee. Sie wird von ihrem Vorsteher, Scheichülislam Allahşükür Paşazadə (Allahschükür Paschazade; geb. 1949), seit 1980 verwaltet. Adresse: Baku, M. F. Axundov-Straße 7.[1] Zweck der Institution ist die Unterstützung und Organisation aller Muslime (Sunniten und Schiiten) im Süd- und im Nordkaukasus. Ihr untersteht die Islamische Universität Baku. Es bestehen Niederlassungen in Georgien, Tschetschenien, Dagestan, Karatschai, Kalmückien, Kabardino-Balkarien, Adygeja, Inguschetien und Ossetien.[2]

Treffen Wladimir Putin mit Scheichülislam Allahşükür Paşazadə (Allahschükür Paschazade) in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku (10. Januar 2001)
Die Tezepir-Moschee in Baku auf einer aserbaidschanischen Briefmarke von 1997

Geschichte

Die Geschichte der Institution beginnt in der Zarenzeit in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts: 1823 wurde erstmals eine Organisation mit vergleichsweise kleinem Einflussbereich errichtet, unter der Leitung des Schiiten Achund Scheich Mahammadali Huseinzadeh, der bis 1846 als Scheichülislam tätig war; 1832 wurde zudem in Tiflis ein sunnitisches Muftiat gegründet.[3] Ab 1872/1873 gab es die Geistliche Verwaltung der Muslime Transkaukasiens, „die jedoch als „Stellvertreter“ der Kolonialmacht wahrgenommen wurde[4]“. In der Zeit der Sowjetunion wurde 1944 die Geistliche Verwaltung der Muslime des Kaukasus eingerichtet, wobei diese Bezeichnung bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion beibehalten wurde.[5] 1992 erhielt die Institution ihren heutigen Namen.[6][7] Im selben Jahr wurde Scheichülislam Allahşükür Paşazadə (Allahshukur Pashazade) von den religiösen Führern aus Aserbaidschan, Georgien, Dagestan, Kabardino-Balkarien, Inguschetien, Tschetschenien, Karatschai-Tscherkessien und Adygeja zum Vorsitzenden des Obersten Religiösen Rates der Kaukasusvölker gewählt.[8] 2003 wurde er dann auf dem XI. Kongress der Muslime des Kaukasus zum Scheichülislam auf Lebenszeit ernannt.[9] Größere Moscheen sind die Tezepir-Moschee, die Ajdarbay-Moschee und die Heydar-Moschee, alle in Baku.[10]

Siehe auch

Literatur

  • Christine Hunner-Kreise: Erziehung zum "wahren" Muslim: islamische Bildung in den Institutionen Aserbaidschans. 2008 (Online-Teilansicht)
  • Werner Ende, Udo Steinbach, Renate Laut (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart. 2005 (Online-Teilansicht)
  • Eva-Maria Auch: „Zwischen Identitätsstiftung und Politisierung. Islam in Aserbaidschan.“ In: Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen, 39 (2015), S. 21–26. (Online)

Einzelnachweise und Fußnoten

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