Veterans for Peace
US-amerikanische Anti-Kriegs-Organisation (s. 1985)
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Veterans for Peace ist ein gemeinnütziger Verein (nonprofit membership organization)[1] Die Vereinigung von Veteranen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten aus Zweitem Weltkrieg, Koreakrieg und Vietnamkrieg wurde 1985 gegründet. Sie setzt sich für Alternativen zum Krieg ein. Zu den ursprünglichen Veteranen des Zweiten Weltkriegs, des Koreakriegs und des Vietnamkriegs gesellten sich später auch Veteranen des Golfkriegs, des Afghanistankriegs und des Irakkriegs – sowie auch Veteranen aus Friedenszeiten und Nicht-Veteranen. Es gab auch Ableger im Ausland; von 2011 bis 2022 gab es einen aktiven Ableger in Großbritannien: Veterans for Peace UK.[2]
Die Organisation widersetzt sich der Militärpolitik der Vereinigten Staaten, der NATO und Israels und wendet sich gegen militärische Aktionen und Drohungen gegen Russland, den Irak, Afghanistan, den Iran, Libyen und Syrien.
Gründung
Das erklärte Ziel der Gruppe lautet:
„Wir nutzen unsere persönlichen Erfahrungen und Perspektiven als Veteranen, um die Öffentlichkeit auf die wahren Kosten und Folgen von Militarismus und Krieg aufmerksam zu machen – und um nach friedlichen, wirksamen Alternativen zu suchen.“[3]
Veterans For Peace wurde am 8. Juli 1985 im Staat Maine als Nonprofit-Organisation gegründet und eingetragen.[4.1] Im selben Jahr wurde sie vom Internal Revenue Service als steuerbefreite Bildungsorganisation gemäß 501(c)(3) anerkannt. Zudem wurde sie 1990 als Nichtregierungsorganisation (NGO) von den Vereinten Nationen anerkannt.[5] Der erste ständige Repräsentant der VFP bei den Vereinten Nationen war Benjamin Weintraub aus Staten Island, New York. Er trat 1990 sein Amt an.[4.2] Ortsgruppen (Chapter) und Mitglieder sind in Gemeinden überall in den Vereinigten Staaten, Puerto Rico und Vietnam aktiv. Jährlich finden nationale Tagungen statt und die Mitglieder kommunizieren über vierteljährliche Newsletter sowie tägliche Listserve-Nachrichten, Online-Diskussionsgruppen und die nationalen und Ortsgruppen-Websites miteinander. Veterans for Peace hat ein nationales Büro in St. Louis, Missouri und Mitglieder im ganzen Land, die sowohl in Ortsgruppen als auch einzeln organisiert sind.
Mindestens eine unabhängige Antikriegsgruppe aus der Zeit des Vietnamkriegs trug einen ähnlichen Namen: „Veterans for Peace in Viet-Nam“ nahm 1967 an mehreren Demonstrationen teil.[6][7] Und eine weitere Gruppe mit ähnlichem Namen könnte auch zur Zeit des Koreakriegs existiert haben.
Antikriegsaktivitäten
Die VFP begann 1987 mit der Organisation größerer Antikriegsproteste. Am Ostersonntag zogen Hunderte ihrer Mitglieder zum „Westlichen Weißen Haus“ („Western White House“) von Präsident Ronald Reagann in Kalifornien und zum Ferienhaus von Vizepräsident George H. W. Bush in Kennebunkport im Bundesstaat Mainen, um gegen die US-Unterstützung für die nicaraguanische Contra-Konterrevolution zu protestieren.[4.3]
Ab 2003 wurde Veterans for Peace ein Hauptakteur der Proteste gegen den Irakkrieg.
2004 begann die südkalifornische Gruppe damit in Arlington West, jeden Sonntag einen wöchentlichen „temporary cemetery“ („temporären Friedhof“) zu gestalten, zum Gedenken an die im Irakkrieg Gefallenen. Er wurde in Santa Barbara und in Santa Monica, Kalifornien, aufgebaut.
Im August 2005 führte Dennis Kyne, Mitglied von Veterans For Peace und Veteran des Golfkriegs (Desert Storm)[8] eine Gruppe von Veteranen an, um Cindy Sheehan zu unterstützen, die Mutter eines im Irak gefallenen US-Soldaten. Sie hielt eine mehrtägige Mahnwache gegen den Krieg in der Nähe der Ranch von US-Präsident George W. Bush in Crawford, Texas, ab.[9] Am 5. August 2005 sprach Sheehan auf der 20. Jahrestagung der Organisation in Dallas, Texas, nur einen Tag bevor sie nach Crawford reiste, um ihre Mahnwache zu beginnen. Mitglieder reisten aus Kalifornien an, um in „Camp Casey“, dem Ort von Sheehans Protest, eine Ausstellung von Arlington West aufzubauen.
Im März 2006 marschierten Veterans For Peace und ihre Koalitionspartner Iraq Veterans Against the War, Gold Star Families for Peace und Military Families Speak Out gemeinsam mit Überlebenden des Hurrikans Katrina und den Hilfs- und Wiederaufbauorganisationen Savin’ Ourselves After Katrina, Common Ground Collective und Bayou Liberty Relief sowie mehreren afroamerikanischen Kirchen entlang der Golfküste von Mobile, Alabama, nach New Orleans, Louisiana. Der Marsch, der ursprünglich den Namen „Veterans and Survivors March“ trug, wurde schnell in Anlehnung an den berühmten Song von Fats Domino in „Walkin’ to New Orleans“ umbenannt. Die Teilnehmer reisten entlang der Golfküste und forderten ein sofortiges Ende des Irakkriegs sowie die Umverteilung von Geldern zum Wiederaufbau der von Katrina zerstörten Gebiete, nicht nur in New Orleans, sondern auch in Mississippi und Alabama.[10]
Laut Vets for Peace–Peace Action Network ist die Militärpräsenz beim Summerfest in Milwaukee massiv und gefährlich.[11] „Eine Attraktion ist besonders anstößig: Kinder ab 13 Jahren können von einem High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (Humvee) aus mit automatischen Waffen auf eine große Leinwand zielen und so virtuell Menschen töten.“
Die Organisation „Veterans for Peace“ nahm im Dezember 2010 an einer Antikriegsdemonstration vor dem Weißen Haus teil; Dutzende wurden festgenommen, darunter Ray McGovern, Daniel Ellsberg, Chris Hedges und mehrere Mitglieder von „Veterans for Peace“.
Im Jahr 2016 verlieh die US Peace Memorial Foundation der Gruppe den US-Friedenspreis (The US Peace Prize) „in Anerkennung ihrer heldenhaften Bemühungen, die Ursachen und Kosten des Krieges aufzudecken und bewaffnete Konflikte zu verhindern und zu beenden.“[12]
Kontroversen
Veterans for Peace vertritt oft konträre Positionen gegenüber den Vereinigten Staaten, der NATO und deren Verbündeten in Konflikten gegen Iran, Russland, Palästina und Syrien.
Veteranen
Mitglieder und Ortsgruppen engagieren sich aktiv für den Erhalt der Gesundheitsversorgung von Veteranen und die Verteidigung ihrer Rechte; sie bieten über die GI Rights Hotline Beratung für aktive Soldaten an, die Unterstützung benötigen; und sie stellen alternative Informationen bereit, um Militärrekrutierern in Schulen entgegenzuwirken.
Im April 1986 protestierte VFP gegen die Hinrichtung von David Funchess, einem Vietnamkriegsveteranen, der in Florida wegen Doppelmordes auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde, obwohl er Anzeichen einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung (post-traumatic stress disorder, PTBS) aufwies, die seine moralische Schuld an den begangenen Morden beeinträchtigt haben könnte. VFP organisierte in den Tagen vor Funchess’ Hinrichtung eine Mahnwache rund um die Uhr am Florida Vietnam War Memorial (Vietnamkriegsdenkmal). Mitglieder von VFP bezeichneten Funchess als einen „vergessenen Mann“ und protestierten, dass weder Floridas Gouverneur Bob Graham noch die staatlichen und bundesstaatlichen Gerichte Funchess' PTBS ausreichend berücksichtigt hätten, als sie die Umwandlung seines Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe ablehnten.[13][14]
Zentralamerika
In den 1980er Jahren lehnte VFP die von den USA unterstützten Kriege in Zentralamerika ab. So protestierten bereits am 19. April 1987 zahlreiche VFP-Mitglieder gegen die US-Intervention in Zentralamerika und vom 4. bis 18. Mai 1987 reisten 16 VFP-Mitglieder aus acht Bundesstaaten durch Guatemala, Honduras und Nicaragua. Sie führten Besuche vor Ort durch und befragten hochrangige Vertreter aus Regierung, Militär, Religion und Wirtschaft sowie zahlreiche Bürger. Nach ihrer Rückkehr veröffentlichten sie einen 40-seitigen Delegationsbericht, der an 5.000 Meinungsbildner in den Vereinigten Staaten verteilt wurde, darunter Mitglieder des US-Senats und des Repräsentantenhauses, Leiter zahlreicher Regierungsbehörden und -stellen, Vertreter aus Kirche, Gewerkschaften und Bildungseinrichtungen.[4.4] 1988 beteiligten sich zahlreiche VFP-Mitglieder am „Veterans Peace Convoy“, der medizinische und humanitäre Hilfe für die notleidenden Kinder Nicaraguas transportieren sollte. Obwohl der Konvoi am 15. Juni 1988 von US-Zoll- und Finanzbeamten am Grenzübergang Laredo in Texas gestoppt wurde, konnten die Fahrzeuge in einem texanischen Hafen umgeladen werden, und etwa 95 % der Fracht erreichten ihr Ziel in Nicaragua.[4.5] Im Juli 1988 gründete VFP-Mitglied Joe Ryan, ein Umweltwissenschaftler aus Tallahassee, Florida, das „Nicaragua Environmental Science Project“ der VFP. Ryan verbrachte zwei Jahre in Nicaragua und schulte dort Teams zur Bekämpfung der Wasserverschmutzung. Dem Projekt wurde zugeschrieben, die Säuglingssterblichkeitsrate des Landes deutlich gesenkt zu haben.[4.6] Ebenfalls im Juli 1988 fuhr Randy Parent, ein Mitglied der VFP aus Caribou, Maine, mit einem LKW voller Schmelz- und Gießereianlagen nach Guatemala, wo er das Pro-Tierra-Werkzeugmaschinenprojekt gründete. Ziel war es, Angehörige verschiedener indigener Stämme in der Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten für die 100.000 Mitglieder der Pro-Tierra-Landreformbewegung auszubilden.[4.7] Die VFP entsendet regelmäßig Wahlbeobachter nach Guatemala, Honduras, Nicaragua und El Salvador.[15]
Jugoslawienkriege
Innerhalb eines Jahres nach Beginn der Jugoslawienkriege 1991 wurde bekannt, dass die Krankenhäuser in mehreren Städten nicht mehr funktionsfähig waren und Tausende von Flüchtlingen in die Berge geflohen waren. Da die Flüchtlinge für den bevorstehenden Winter schlecht gerüstet waren, wurde befürchtet, dass viele von ihnen sterben würden. Ben Weintraub, der UN-NGO-Vertreter von VFP, wurde beauftragt, UN-Beamten jegliche Unterstützung anzubieten, die VFP bei der Bereitstellung medizinischer und humanitärer Hilfe leisten konnte. Nach Gesprächen mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM), einer weiteren UN-NGO, begann das nationale Büro von VFP, Krankenhäuser in den USA zu kontaktieren und um kostenlose Leistungen (pro bono) für kriegsverletzte Kinder zu bitten, die evakuiert werden konnten. Innerhalb weniger Wochen hatte VFP kostenlose Plätze und Leistungen für über 100 verwundete Kinder organisiert, doch die IOM konnte aufgrund politischer Beschränkungen seitens Serbiens, Kroatiens und der UN nur sehr wenige evakuieren. Als Reaktion darauf organisierte VFP das Projekt Children of War Rescue Project („Kinder des Krieges retten“). Mit Unterstützung von Kontakten in Großbritannien, allen voran John Morrison von der Ex-Services Campaign for Nuclear Disarmament, und über 200 weiteren britischen Freiwilligen, wurde in Brighton, England, ein Konvoi aus 63 Fahrzeugen, darunter 50 Krankenwagen, zusammengestellt. Sieben VFP-Freiwillige, darunter drei Ärzte, schlossen sich dem Konvoi an, der fast fünf Tage und Nächte ohne Pause unterwegs war. Der Konvoi hielt nur in Kroatien, um sich neu zu formieren. Ein spanisches Bataillon der UN-Friednstruppen unterstützte die Evakuierung von über 22 verwundeten Kindern aus Istočni Mostar, Bosnien, mit gepanzerten Fahrzeugen. Jedes Kind wurde von mindestens einem Familienmitglied begleitet. Die Kinder wurden nach Ancona, Italien, ausgeflogen und nach Stabilisierung ihres Zustands von dort in Krankenhäuser in Westeuropa und den Vereinigten Staaten verlegt. Insgesamt wurden durch das Projekt unentgeltlich Unterkünfte und medizinische Versorgung für etwa 50 verwundete bosnische, kroatische und serbische Kinder bereitgestellt.[4.8]
Krieg gegen den Terror
Unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September rief VFP zur Zurückhaltung auf und stimmte zu: „die Anschläge der entführten Flugzeuge auf die World Trade Center und das Pentagon waren ein schwerer Angriff auf Unschuldige; ein Grund für Empörung, Trauer und Ungläubigkeit… An diesem kritischen Punkt halten wir es für unerlässlich zu erkennen, dass Terroristen weder irgendeine Gemeinschaft noch ein Land als Ganzes repräsentieren. Wir dürfen dem Terrorismus nicht die Macht geben, Angst, Misstrauen und Hass zu schüren – oder die Innen- und Außenpolitik unserer Nation zu bestimmen. Wir dürfen uns nicht dem Kreislauf der Vergeltungsgewalt ergeben, in den uns diese wütenden Menschen treiben wollen. Stattdessen müssen wir zusammenstehen und uns gegenseitig mit Glauben und Vertrauen unterstützen.“[16] Veterans For Peace setzt sich für den Schutz der Freiheitsrechte ein, die ihrer Ansicht nach durch den Patriot Act und ähnliche Gesetze bedroht werden.
Krieg im Irak und in Afghanistan
Als die US-Regierung mit einer Invasion des Irak drohte, veranstaltete VFP öffentliche Foren, traf sich mit gewählten Vertretern und nahm an Demonstrationen teil, um ihren Widerstand auszudrücken. Zu Kriegsbeginn versammelte sich VFP zusammen mit anderen Veteranenorganisationen in Washington, D.C., zur Operation Dire Distress. Die Organisation beteiligte sich an der Kampagne Bring Them Home Now („Bringt sie jetzt nach Hause“) und unterstützt die Organisation Iraq Veterans Against the War („Ira-Veteranen gegen den Krieg“).
Ortsgruppen führten Bildungsveranstaltungen, Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen zum Irak-Krieg durch, wie beispielsweise in Arlington West (dargestellt im Dokumentarfilm „Arlington West: The Film“), um an die steigenden menschlichen Kosten des Krieges zu erinnern, die Besatzung zu beenden und die Heimkehr der US-Truppen zu fordern.
Die VFP-Ortsgruppe 14 in Gainesville, Florida hat entlang eines etwa 1,6 km langen Straßenabschnitts in der Stadt, den sie „Memorial Mile“ nennen, kleine Grabsteinnachbildungen aufgestellt. Die Reihe besteht aus vier Reihen „Grabsteinen“ und Säulen. Die Gedenkstätte symbolisiert jeden Gefallenen seit Kriegsbeginn in Afghanistan bis zum Tag ihrer Errichtung. Jeder einzelne Gedenkstein kann von Freunden oder Angehörigen besucht werden, und oft werden dort Blumen oder Erinnerungsstücke niedergelegt. Von Samstagmorgen bis Montagabend am Memorial-Day-Wochenende bewachen Mitglieder und Freiwillige der VFP die Gedenkstätte im Schichtdienst. Die Gemeinde hat diese Ehrung der gefallenen Soldatinnen und Soldaten begrüßt.
Amtsenthebungsverfahren gegen George W. Bush
In den Jahren 2005 und 2007 forderte VFP die Amtsenthebung von Präsident Bush. In einem Schreiben an alle Mitglieder des US-Repräsentantenhauses und des Senats erklärte Veterans For Peace: „Der Krieg dieser Regierung gegen den Irak ist nicht nur zunehmend unpopulär in der amerikanischen Bevölkerung, sondern stellt auch einen unmissverständlichen Verstoß gegen unsere Verfassung und Bundesgesetze dar, zu deren Einhaltung Sie geschworen haben. In unserem System ist die Konsequenz für solch schwere Verbrechen klar: Diese Regierung muss ihres Amtes enthoben werden.“[17][18]
Israel-Palästina-Konflikt
Veterans For Peace veröffentlichte eine Erklärung zum israelischen Einmarsch in den Libanon 2006, in welcher die Angriffe auf Zivilisten durch beide Seiten und der „ungerechtfertigte und völlig unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt durch die israelischen Streitkräfte“ verurteilt wurden.[19] Im Jahr 2009 veröffentlichte die Organisation eine Erklärung gegen Israels Angriffe auf Gaza, in welcher sie Angriffe auf Zivilisten beider Seiten verurteilte und erklärte: „Bombenangriffe, Raketenangriffe, Blockaden von medizinischen Hilfsgütern und militärische Invasionen werden nicht zu Frieden und Sicherheit führen, sondern den Kreislauf von Tod, Zerstörung, Angst und Unsicherheit unter den Menschen aller Länder, einschließlich der USA, fortsetzen.“[20]
VFP war Sponsor des Bostoner Marsches für Palästina, der zusammen mit der Bostoner Koalition für palästinensische Rechte und der Palästina-Taskforce von United for Justice with Peace die Forderung „Freiheit für Palästina! Kein Krieg gegen Iran oder Syrien! Boykottiert Israel!“ stellte. Mitglieder der Palästina-Arbeitsgruppe unterstützen das Gedenken an die Nakba, haben Gaza besucht und sich an den Bemühungen beteiligt, die Blockade lebenswichtiger Güter in die Region, einschließlich der Gaza-Flottille, zu durchbrechen.[21]
Krieg gegen den Iran
VFP stimmt der iranischen Beschwerde zu, dass die NATO versucht, „den Iran einzukreisen und zu bedrohen“.[22] 2012 erklärte die Gruppe: „Der Iran besitzt keine Atombombe. Die US-Geheimdienste bestätigen dies einhellig und geben an, dass der Iran keine Entscheidung zum Bau einer Atomwaffe getroffen hat. Dennoch hat der Iran drei Nachbarn mit Atomwaffenarsenalen – Indien, Israel und Pakistan.“[23] VFP unterstützte die Position von „United for Peace and Justice“ gegen einen Krieg gegen den Iran.[23]
Humanitäre Intervention in Syrien und Libyen
2012 sprach sich die VFP gegen militärische „humanitäre Interventionen“ (“humanitarian intervention”) in Libyen und Syrien aus, da „die Ablehnung jeglichen Krieges die offizielle Position der VFP ist, weil wir wissen, dass Frieden nicht durch Krieg erreicht werden kann.“[24]
Drohnen
Veterans For Peace schloss sich 2012 in Chicago Code Pink, World Can’t Wait und Afghans For Peace an, um gegen Drohneneinsätze zu protestieren.[25] Im nationalen Aktionskalender war der April 2013 als „No Drone“-Aktionsmonat ausgerufen. Ortsgruppen im ganzen Land führten Aktionen gegen den Einsatz von Drohnen durch.
NATO
VFP fordert die Auflösung der NATO, da diese „stets eine kriegstreibende Institution war, die den Völkern der von ihr vertretenen Nationen gegenüber keine Rechenschaft ablegt“ („NATO has always been a war-making institution lacking in accountability to the peoples of the nations it claims to represent“). VFP erklärt, die NATO habe Angriffskriege gegen Jugoslawien, den Irak, Afghanistan und Libyen geführt. Weiterhin wirft VFP der NATO vor, Atomwaffen entgegen dem Atomwaffensperrvertrag zu unterhalten. VFP unterstützt Russlands Protest gegen den Bau von Raketenbasen an seinen Grenzen. Als Beispiele nennt VFP Saudi-Arabien, Bahrain und Husni Mubarak, wo die NATO Menschenrechtsverletzungen durch NATO-unterstützende Diktatoren nicht geahndet habe, und wirft ihr vor, Israels expansionistische Agenda zu unterstützen („Israel’s expansionist agenda“).[22]
Agent Orange
VFP arbeitet mit anderen Vietnamveteranen, vietnamesisch-amerikanischen Mitgliedern und der Vietnam Agent Orange Relief and Responsibility Campaign (VAORRC)[26] zusammen, um Gerechtigkeit und Entschädigung für die vietnamesischen Opfer des dioxin-belasteten Entlaubungsmittels Agent Orange und anderer Herbizide zu erreichen, die während des amerikanischen Teils des Vietnamkriegs über mehr als ein Achtel des Landes im südlichen Vietnam, Laos und Kambodscha versprüht wurden.
School of the Americas
Jedes Jahr reisen VFP-Mitglieder aus dem ganzen Land nach Fort Benning in Georgia, um für die Schließung der umstrittenen School of the Americas (Western Hemisphere Institute for Security Cooperation) der US-Armee zu demonstrieren, einem Ausbildungszentrum für Tausende von Soldaten aus lateinamerikanischen Ländern, welche laut VFP für „lange Listen von Menschenrechtsverletzungen“ verantwortlich ist.
Korea
Nach Enthüllungen über die Massaker an Zivilisten durch US-Soldaten während des Koreakriegs[27] entsandte VFP mehrere Untersuchungsdelegationen, um diese Vorwürfe zu prüfen und die verborgene Geschichte dieses Krieges ans Licht zu bringen.[15] Sie setzen sich weiterhin im Rahmen ihrer Korea-Friedenskampagne für ein Ende des Konflikts ein.
Vieques
Die VFP hat sich aktiv für die Beendigung der Nutzung der Inselgemeinde Vieques (Puerto Rico) durch die US-Marine als Bombenabwurfziel eingesetzt. Die VFP unterstützt weiterhin die laufenden Bemühungen zur Sanierung der Umwelt.
Kolumbien
VFP entsandte Delegationen zur Informationsbeschaffung nach Kolumbien und klärte die amerikanische Bevölkerung über die militärische Beteiligung der USA, die Ermordung von Gewerkschaftsführern durch Paramilitärs und andere Menschenrechtsverletzungen auf, darunter den Einsatz schädlicher chemischer Entlaubungsmittel im Drogenkrieg (War on Drugs).
Überwachung und Infiltration durch die Regierung
Laut Dokumenten des Freedom of Information Act (FOIA), welche die American Civil Liberties Union (ACLU) 2006 erhielt, gehörte VFP zu den Friedensgruppen, die von der Überwachung und Infiltration durch das FBI und lokale Anti-Terror-Einheiten der Strafverfolgungsbehörden ins Visier genommen wurden, die gegen Umwelt-, Antikriegs- und religiöse Gruppen gerichtet waren.[28]