Vetsch

Familienname From Wikipedia, the free encyclopedia

Vetsch, ausgesprochen [fetʃ], ist ein Ostschweizer Familienname und gilt als das Hauptgeschlecht der Gemeinde Grabs im St. Galler Rheintal, Kanton St. Gallen. Altverbürgerte Vetsch sind nur dort nachweisbar.

Familienwappen Vetsch a
Familienwappen Vetsch b
Siegel von Markus Vetsch, 1757–1813

Heimatorte

Alteingesessen: Grabs (SG)

Einbürgerungen im 19. Jh.: keine

Einbürgerungen im 20. Jh.: Medels im Rheinwald (GR) 1935, Reigoldswil (BL) 1942, St. Gallen 1952 (aus Grabs SG), Pfäfers (SG) 1953, Winterthur (ZH) 1953 (aus Grabs SG), Oberhelfenschwil (SG) 1958, Basel 1959 (aus Grabs SG), Uetikon am See (ZH) 1961 (aus Grabs SG), Zürich 1949, 1950, 1951, 1952, 1953, 1954, 1955, 1958 (aus Grabs SG)[1]

Häufigkeit und Verbreitung

Nach verwandt.ch gibt es ca. 2533 Personen (950 Telefonbucheinträge) mit diesem Namen. Die meisten dieses Namens leben in Buchs, Wildhaus und Umgebung. Eine zweite Ballung ist in und um Zürich zu finden. Ein dritter Hotspot liegt in Jenaz (GR).

Die absolute Verteilung des Namens Vetsch in verwandt.ch

Nach local.ch gibt es 1355 Treffer für Vetsch, davon 144 Firmen. Deutlich zeigt sich ein Herd im St. Galler Rheintal um Grabs und um Zürich.

In Deutschland gibt es nach verwandt.de 35 Telefonbucheinträge zum Namen Vetsch und damit ca. 93 Personen mit diesem Namen.

Namenerklärungen

Grabser Orientierungsschrift:[2]
1. Vetschan, St. Galler Edelknechte des 13. Jh. Tavetsch (romanisch: Tujetsch) ist eine bündnerische Gemeinde mit mehreren Ortschaften und liegt im Bezirk Vorderrhein, Surselva, im Kreise Disentis. Im Wallis gibt es das Geschlecht Tavetsch.
2. Nach dem Ort Tavetsch bei Disentis.
3. Nach dem Geschlecht Tavetsch im Wallis.
4. Zu schweizerdeutsch Fetsch ‚bemitleidenswerter Tropf‘ (nach Idiotikon, s. u.).
5. Zu romanisch vestg, Verkürzung zu lat. episcopus ‚Bischof‘.
6. Zu romanisch vez ‚klug, erfahren, alt‘ (Gegenteil malavetsch ‚unklug, unerzogen‘).

Schweizerisches Idiotikon:[3] Fetsch m.: meist mit dem Epitheton «arm», bemitleidenswerter Tropf, z. B. von einem verstümmelten oder beschränkten Menschen, mit dem Nebenbegriff der Gutmütigkeit GL [Kanton Glarus] und (ehemalige Glarner Landvogtei) Werdenberg, wo es als Familienname vorkommt. Vielleicht zu bairisch Feggs, der Blödsinnige; vielleicht aber ein appellativ gewendeter Personenname mit der in GL beliebten Form der Geringschätzung (vgl. Fritsch ‚Fridolin‘, Petsch ‚Peter‘): Vetsch zu Felix ‚der Glückliche‘.

Rätisches Namenbuch:[4] Vetsch zu Bonifatius unter Wegfall des ersten Wortteils und damit zu bonum fatum ‚gutes Geschick‘. Alträtoromanisch ist der Name im deutschsprachigen Alpenvorland (St. Gallen, Reichenau) belegt. Nach der Deutung im Rätischen Namenbuch sind vom hinteren Wortteil -fatius auch die Namen Fazi, Fetz, Fetzi, Cafetzi, Facinella abgeleitet.

familiennamen.ch:[5] Dieses von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons betriebene Portal hat die Namenerklärung des Rätischen Namenbuchs übernommen. Auch die Erklärung auf SRF 1 im Sendegefäss Auf den Spuren Eures Namens, wo die Redaktion des Schweizerischen Idiotikons Familiennamen erklärt, folgt dem Rätischen Namenbuch.

Rein spekulativ ist, dass der Name von einem verarmten Adelsgeschlecht «von der Etsch» stamme, das aus dem Etschtal (Südtirol) ins Rheintal ausgewandert sei. Von daher soll auch die Lilie im Familienwappen stammen, die auf ein Adelsgeschlecht schliessen lasse. Mit der Zeit sei der Name «von der Etsch» auf «v. Etsch» gekürzt und dann als «Vetsch» ausgesprochen worden.

Wappen

Es gibt zwei Wappen der Familien mit dem Namen Vetsch:

  • Das Familienwappen Vetsch a:
    Schrägrechts geteilt von blau und weiß, unten vorn ein gelber sechszackiger Stern, oben hinten eine halbe blaue Lilie, die in der Heraldik bekannte französische Fleur-de-Lis. Sie legt es nahe, dass der erste Wappenträger ein Militär war. – Hier handelt es sich um das meistverwendete Wappen der Familien Vetsch.

Namensträger

  • Andrea Vetsch (* 1975), Schweizer Moderatorin
  • Andreas Vetsch (* 1995), Schweizer Greco-Ringer
  • Burkhard Vetsch (* 1937), Schweizer Politiker
  • Christian Vetsch (1912–1996), Appenzeller Bauernmaler
  • Florian Vetsch (Politiker) (1921–1972), Schweizer Politiker
  • Florian Vetsch (Rennfahrer) (* 1941), Schweizer Unternehmer und ehemaliger Autorennfahrer
  • Florian Vetsch (Literat) (* 1960), Schweizer Autor, Übersetzer und Herausgeber
  • Jakob Vetsch (Schriftsteller) (genannt Mundus; 1879–1942), Schweizer Mundartforscher und Schriftsteller
  • Jakob Vetsch (Bezirksammann) (1886–1944), Schweizer Bezirksammann
  • Jakob Vetsch (Pfarrer) (* 1954), Schweizer Pfarrer, Seelsorger und Autor
  • Markus Vetsch (1759–1813), Schweizer Schneider, Arzt, Agronom und Politiker
  • Mona Vetsch (* 1975), Schweizer Fernseh- und Radiomoderatorin
  • Nicolas Vetsch (* 1973), Schweizer Maler
  • Peter Vetsch (* 1943), Schweizer Architekt (Erdhausbauten)
  • Thomas Vetsch (* 1974), Schweizer Kinderbuchautor
  • Uli Vetsch (1929–2008), Schweizer Fußballspieler
  • Ulrich Vetsch (Politiker) (1856–1920), Schweizer Augenarzt und Politiker
  • Ulrich Vetsch (Fussballspieler) (1935–2014), Schweizer Fußballspieler
  • Walter Vetsch (* 1951), Schweizer Landschaftsarchitekt
  • Walter Bär-Vetsch (* 1953), Schweizer Betriebswirt und Hochschullehrer

Siehe auch

Literatur

  • Grabs. Eine Orientierungsschrift der Gemeinde. Arbon 1976.
  • Historisches Lexikon der Schweiz. Chefredaktor: Marco Jorio. Band 12: Stich – Vinzenz Ferrer. Schwabe, Basel 2013, S. 848.
  • Rätisches Namenbuch. Band 3: Die Personennamen Graubündens. Bearbeitet und herausgegeben von Konrad Huber. Teil 1: Von Rufnamen abgeleitete Familiennamen. Francke, Bern 1986, S. 66.
  • Schweizerisches Idiotikon. Band 1, bearbeitet von Friedrich Staub und Ludwig Tobler. Huber, Frauenfeld 1881, Sp. 1141.
  • David Vetsch: Das Urbar der Gemeinde Grabs 1463. Hrsg. von der Historisch-heimatkundliche Vereinigung Werdenberg. Buchs SG 1963.
  • Daniel Wilhelm Hartmann: Wappen-Skizzenbuch. Mit 1500 bis 1600 Wappen. 1861, S. 157, Standort im Jahre 1982: Stadtbibliothek Vadiana, St. Gallen, 111b des Mscr.-Zimmers.
  • Siegel von Dr. med. Markus Vetsch (1757–1813). Standort im Jahre 1982: Helvetisches Archiv R.158 F.2 Subf.9.
  • Vetsch. In: familiennamen.ch – das Portal der schweizerischen Familiennamenforschung. Abgerufen am 14. Oktober 2025.

Einzelnachweise

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