Vicki Lynne Hanson
US-amerikanische Informatikerin, Psychologin und Hochschullehrerin
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Vicki Lynne Hanson (* 1951 in Indianapolis, USA; † 20. Januar 2026) war eine US-amerikanische Psychologin, Informatikerin und Hochschullehrerin. Sie war Distinguished Professor of Computing am Rochester Institute of Technology, Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Inklusive Technologien an der School of Computing der University of Dundee und ehemalige IBM-Forscherin. Sie ist bekannt für ihre Forschung zur Mensch-Computer-Interaktion und Barrierefreiheit.[1]

Leben und Werk
Hanson erwarb ihren Bachelor-Abschluss in Psychologie sowie Sprachpathologie und Audiologie an der University of Colorado. Anschließend studierte sie an der University of Oregon, wo sie 1976 ihren Master of Arts in Kognitionspsychologie erhielt. 1978 promovierte sie dort bei Michael Posner. Ihre Forschungsarbeit im Rahmen ihrer Promotion umfasste Psycholinguistik und angewandte Kognitionspsychologie.
Als Postdoktorandin war sie am Laboratory for Language and Cognitive Studies des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla und an den Haskins Laboratories in New Haven (Connecticut). Hier betrieb sie Pionierforschung zur Aneignung der amerikanischen Gebärdensprache und zum Leseerwerb bei gehörlosen Bevölkerungsgruppen.[2]
1986 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Thomas J. Watson Research Center von IBM. Dort entwickelte sie Lernanwendungen für gehörlose Nutzer, darunter das preisgekrönte zweisprachige Englisch/ASL-Lernsystem HandsOn. 2000 gründete und leitete sie die Accessibility Research Group von IBM und trieb die Entwicklung einflussreicher Browsererweiterungen voran, die Webinhalte für Nutzer weltweit mit Seh-, motorischen und kognitiven Beeinträchtigungen zugänglich machten. 2009 wechselte sie als Professorin und Lehrstuhlinhaberin für inklusive Technologien an die University of Dundee in Schottland und leitete dort verschiedene Forschungsprojekte, darunter das Projekt Social Inclusion Through the Digital Economy (SiDE).
2013 wurde sie zur Distinguished Professor am Rochester Institute of Technology ernannt, wo sie das Center for Accessibility and Inclusion Research (CAIR) mitbegründete und ein Team aufbaute, das sich auf die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und älteren Erwachsenen konzentriert.
Sie war von 2004 bis 2009 Vorsitzende von ACM SIGACCESS, Gründerin und von 2006 bis 2013 Mitherausgeberin der ACM Transactions on Accessible Computing, von 2016 bis 2018 Präsidentin der ACM und von 2018 bis 2025 dritte Geschäftsführerin der ACM.[3][4]
Ihr Forschungsgebiet war die Mensch-Computer-Interaktion, wobei sie sich auf die Zugänglichkeit von Technologie für Menschen mit Behinderungen, die ältere Bevölkerung und die damit verbundene Forschungsethik spezialisierte.
Sie war mit John Richards verheiratet, mit dem sie zwei Töchter bekam.
Auszeichnungen und Ehrungen
- 2004: Fellow der Association for Computing Machinery
- 2008: ACM SIGCHI Social Impact Award[5]
- 2009: Royal Society Wolfson Research Merit Award
- 2011: Distinguished Professor am Rochester Institute of Technology
- 2013: Anita Borg Institute Women of Vision Award für soziales Engagement
- 2020: Wahl in die National Academy of Engineering
- 2013: Fellow der Royal Society of Edinburgh
- 2008: Fellow der British Computer Society
- 2017: Ehrendoktorwürde der Newcastle University[6]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Within category discriminations in speech perception. Perception and Psychophysics. 21 (5), 1977, S. 423–430. doi:10.3758/BF03199497.
- mit U. Bellugi: On the role of sign order and morphological structure in memory for American Sign Language sentences. Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior. 21 (5), 1982, S. 621–633. doi:10.1016/s0022-5371(82)90809-x.
- mit I. Liberman, D. Shankweiler: Linguistic coding by deaf children in relation to beginning reading success. Journal of Experimental Child Psychology. 37 (2), 1984, S. 378–393. doi:10.1016/0022-0965(84)90010-9.
- mit D. Shankweiler, F. W. Fischer: Determinants of spelling ability in deaf and hearing adults: Access to linguistic structure. Cognition. 14 (3), 1983, S. 323–344. doi:10.1016/0010-0277(83)90009-4.
- Short-term recall by deaf signers of American Sign Language: Implications for order recall. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition. 8 (6), 1982, S. 572–583. doi:10.1037/0278-7393.8.6.572.
- mit L. McIntyre: Buildings and users with visual impairment (PDF). Proceedings of the 16th international ACM SIGACCESS conference on Computers & accessibility - ASSETS '14, 2014, S. 59–66. doi:10.1145/2661334.2661371. ISBN 978-1450327206.