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Victor Willis

US-amerikanischer Sänger (1951–2026) From Wikipedia, the free encyclopedia

Victor Edward Willis (* 1. Juli 1951 in Dallas, Texas; † 30. Juni 2026) war ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Schauspieler. Er wurde in den 1970ern als Leadsänger der Disco-Gruppe Village People bekannt. Seine Rollen waren dabei der „Cop“ und der „Marineoffizier“. Willis kraftvolle R&B-Stimme prägte entscheidend den Sound der Formation und hat einen hohen Erkennungswert.

Victor Willis

Frühes Leben

Willis wurde 1951 in Dallas als Sohn eines Baptistenpredigers geboren und entwickelte seine stimmlichen Fähigkeiten in der Gemeinde seines Vaters. Nach Schauspiel- und Tanzunterricht ging er nach New York und schloss sich dort der angesehenen Theatergruppe Negro Ensemble Company an. Er trat in zahlreichen Musicals und Theaterstücken auf, insbesondere in der 1976 uraufgeführten Broadwayproduktion The Wiz – Das zauberhafte Land und anschließend in ihrer australischen Produktion.

Musikkarriere

In der Mitte der siebziger Jahre schrieb er einige Stücke, nahm Musikdemos auf und wurde vom französischen Musikproduzenten Jacques Morali in die Disco-Szene eingeführt. Morali, der Willis als „jungen Mann mit der gewaltigen Stimme“ bezeichnete, trat an ihn heran und sagte: „Ich träumte, dass du Leadsänger auf meinem Album warst und es sehr, sehr erfolgreich wurde.“[1]

Bis 1983: Village People

Willis erklärte sich bereit, den Leadgesang und die Hintergrundstimmen bei der noch nicht bestehenden Musikkonzeptgruppe Village People von Morali zu übernehmen. Ihr erstes Album mit den Hits San Francisco (You’ve Got Me) und In Hollywood (Everybody Is a Star) wurde in der gerade entstehenden Disco-Zeit rasch ein Riesenerfolg. Nach einem Angebot von Dick Clark, die Musikgruppe in der amerikanischen Fernsehshow American Bandstand auftreten zu lassen, musste auf die Schnelle eine „echte“ Musikgruppe um Willis geschaffen werden, damit der Auftritt stattfinden konnte. In Musikzeitschriften suchten sie nach „Macho“-Sängern, die auch tanzen konnten.[1]

Willis schrieb bald einen Hit nach dem anderen, die von Morali mitgeschrieben und vor allem produziert wurden. Village People stieg rasch in die Spitzen der Hitparaden mit den Charthits wie Macho Man, Y.M.C.A., In the Navy und Go West auf. Als die nur schlecht ausgeführten Vorbereitungen 1980 für den Musikfilm Supersound und flotte Sprüche begannen, verließ Willis die Gruppe. Obwohl er nicht in dem Film auftritt, schrieb er die Songtexte zu zwei der Filmsongs: Magic Nights und Milkshake. Supersound und flotte Sprüche wurde einer der größten Hollywood-Filmflops aller Zeiten.[2]

Nach dem Weggang von Willis landeten Village People keinen weiteren Hit mehr. Beim Versuch, „den Zauber alter Zeiten wieder einzufangen“, überzeugten ihn Morali und Henri Belolo davon, wieder der Gruppe beizutreten und das Album Fox on the Box aufzunehmen. Das Album hatte keinen Erfolg, und Willis verließ die Gruppe 1983 im Guten.

Willis war in der Zeit der Village People auch Co-Autor für Titel anderer Künstler, wie die Ritchie Family und den in Frankreich sehr bekannten Patrick Juvet.

1983–2008: Rückzug und private Probleme

Wegen Drogenexzessen und folgender Verhaftungen erschien Willis mehrmals in den Medien. Nach seiner Gefängnisstrafe willigte er 2006 in einen Drogenentzug in der Betty-Ford-Klinik ein.[3] Nach dem Entzug 2007 äußerte er sich erstmals nach 25 Jahren in der Presse „… der Drogenalbtraum ist aus meinem Leben verschwunden … der Nebel durch die Drogen ist vorbei, ich denke und sehe klarer als in den Jahren zuvor … Ich freue mich auf den zweiten, drogenfreien Teil meines Lebens“.

Nach seinem Abgang von den Village People lehnte Willis immer wieder Angebote ab, neue Aufnahmen zu machen oder einen der alten Hits mit aufzuführen.

2008–2026: Rückkehr auf die Bühne

Nach 28 Jahren Abwesenheit stand er 2007 erstmals wieder auf der Bühne und trat seither wieder regelmäßig als Sänger auf. Im Juli 2008 musste er sich im San Diego Hospital Knoten auf seinen Stimmbändern entfernen lassen.[4][5]

Im Zuge einer Änderung des US-amerikanischen Urheberrechts machte Willis von seinem gesetzlichen Rückrufrecht Gebrauch und erlangte zwischen 2012 und 2015 Anteile an mehreren Dutzend von ihm mitverfassten Liedern der Village People zurück, darunter Y.M.C.A., Macho Man, Go West und In the Navy. Die Entscheidungen, u. a. gegen Henri Belolo, der bislang viele Anteile gehalten hatte, galten als Grundsatzentscheidungen für das amerikanische Urheberrecht. Willis hatte zuvor nur höchstens 20 % der Royaltys an den Songs erhalten, nach den letzten Gerichtsentscheidungen waren es meist 50 %.[6][7]

Nach einer Einigung mit Henri Belolo kehrte Willis nach fast 35 Jahren Auszeit zu den Village People zurück und wurde wieder deren Aushängeschild. In den 2020er-Jahren erlangte Y.M.C.A. neue Bekanntheit durch die regelmäßige Verwendung des Liedes bei politischen Veranstaltungen von Donald Trump in dessen Wahlkämpfen 2020 und 2024. Willis zeigte sich anfangs kritisch gegen die politische Nutzung, änderte aber später seine Meinung. Im Januar 2025 trat er mit den Village People im Rahmen der Feierlichkeiten zur Amtseinführung von Donald Trump auf.[8] Willis stand bis einen Monat vor seinem Tod mit der Gruppe auf der Bühne.[9]

Privates

Willis war von 1978 bis 1980 mit Phylicia Rashad verheiratet, die die Claire Huxtable in Die Bill Cosby Show gespielt hat. Er schrieb auch die Songtexte für ihr Album Josephine Superstar. Die Scheidung erfolgte wegen Willis’ Drogenproblemen. Im November 2007 heiratete er ein zweites Mal. Seine Frau ist Juristin und hat einen Master in Wirtschaftswissenschaften.[10]

Victor Willis starb im Juni 2026 an primärem Leberkrebs im Alter von 74 Jahren.[11][12][13]

Commons: Victor Willis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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