Victoria Coeln

österreichische Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Victoria Coeln (* 20. Dezember 1962 in Wien) ist eine österreichische Künstlerin, die in Wien arbeitet und lebt. Licht, Farben und Raum stehen im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung.

Leben

Victoria Coeln studierte von 1981 bis 1985 Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Mathematik an der Universität Wien und der Technischen Universität Wien. Bereits in ihrer Jugend entwickelte Coeln ein Interesse an Theater und Oper, insbesondere für die künstlerischen Möglichkeiten von Licht auf der Bühne. Aus der Verbindung von naturwissenschaftlichen Fragestellungen und künstlerischer Praxis entstand ihr Fokus auf das Medium Licht, das seither im Zentrum ihres Schaffens steht. Nach ihrem Studienabschluss lebte und arbeitete Coeln in Wien, wo sie ihr Atelier gründete. Ab 2019 begann sie, multilokale und partizipative Projekte zu konzipieren und mit gesellschaftspolitischen Themen zu verbinden, darunter Interventionen im kirchlichen und öffentlichen Raum. Seit 2020 ist sie als künstlerische Leiterin des von ihr initiierten Festivals „Wiener Lichtblicke“ tätig. Bekannt ist die Künstlerin vornehmlich für ihre groß dimensionierten und begehbaren Lichtinterventionen im öffentlichen Raum.[1][2]

Werk

Coeln arbeitet sowohl dreidimensional in Form von temporären und permanenten Interventionen als auch im zweidimensionalen Bildraum. Sie verändert dichroitische Gläser mit Ätz- und Schabtechniken, die an die Vorbereitung der Druckplatten in den traditionellen Tiefdruckverfahren erinnern. Anders als in der Druckgrafik üblich verwendet sie diese Gläser nicht als Druckplatten, sondern als Filter, durch die sie Licht projiziert. Mit den entstehenden Lichtbildern komponiert sie polychrome Lichträume, die sie „Chromotope“[3] nennt. Diese dienen als Rahmen für Porträtserien, Bewegungsstudien und Performances, fungieren als visuelle Entsprechung musikalischer Kompositionen und bilden Orte sozialer Begegnungen im öffentlichen Raum.

Die Chromotope erschließen neue Wahrnehmungsebenen durch die gezielte Nutzung von Licht, Raum und Farbe. Die Arbeiten thematisieren historische Ereignisse, gesellschaftliche Narrative und individuelle Erinnerungen, indem sie diese sichtbar machen und bestehende Erzählungen reflektieren. Die Lichtinterventionen ermöglichen eine räumliche sowie emotionale Auseinandersetzung mit den jeweiligen Orten. Dabei stehen in den öffentlich zugänglichen Werken von Coeln häufig gesellschaftliche Themen wie Partizipation, Teilhabe und Demokratie im Mittelpunkt.

Werke (Auswahl)

  • „Wiener Lichtblicke“, jährliches Festival der Kunst und politischen Kultur im öffentlichen Raum, Wien und Umgebung, seit 2020.[4][5][6][7][8][9]
  • „Lichtblicke Österreichs - Chromotopia Austria“, Lichtkunstwerk Heldenplatz und Neue Burg der Hofburg, Wien, 2025.[10][11][12][13][14]
  • „LichtStrauss“, Licht- und Medienkunstwerk im Rahmen von Johann Strauss 2025 Wien, Stadtpark Wien, 2025.[15][16][17]
  • „Chromotopic Cycle“, Ausstellungsbeteiligung LUCE 2024, Ars Carinthia – Kunst und Handwerk Kärnten, 2024.[18]
  • „Chromotopia Laakirchen“, Einzelausstellung / Papiermachermuseum, Bad-Ischl-Salzkammergut, 2024.[19][20]
  • „Engel.Licht.Orgel“, Carinthischer Sommer, Klagenfurter Dom, Klagenfurt, 2024.[21]
  • „Das Parlament im Licht der Menschenrechte“, Lichtkunstwerk Österreichisches Parlament, Wien, 2023.[22][23]
  • „Soma Kardía“, Ausstellungsbeteiligung und Lichtintervention, Kultursommer 2023, Herz Jesu Kirche Bregenz, 2023.[24][25][26][27]
  • „Chromotopia“, Ausstellungsbeteiligung LichteWege, Weinbergterrassen Kassel, 2022.[28]
  • „Café Chromatique“, Künstlerhaus Wien X Nespresso, Atelier Kärntnerstraße und Wiener Kaffeehäuser, Wien, 2021.[29]
  • „Peaceful Revolution“, Lichtstudio, Lichtring, partizipative Lichtinterventionen im öffentlichen Raum im Rahmen des Lichtfest Leipzig 2019, 30 Stationen entlang des Innenstadtrings, Leipzig 2019.[30][31]
  • „Victoria Coeln - Chromotopia“, Studio-in-residence und Einzelausstellung, Museum der Bildenden Künste, Leipzig, 2019.[32][33]
  • „Katharinen+Passion“, Künstlerische Lichtintervention, Katharinenkirche Frankfurt am Main, 2018.[34][35]
  • „Crossing Realities Cyprus“, Lichtinterventionen, Nikosia, Zypern, 2017.[36]
  • „Chromogramme“, Ausstellungsbeteiligung FarbeLicht – LichtFarbe, Neuer Kunstverein, Aschaffenburg, 2017.[37]
  • „Im Dialog“, Lichtperformance, Museum Angerlehner, Thalheim bei Wels, 2017.[38]
  • „Verhüllungen • Lebenszeit Herkunft Geschlecht“, Künstlerische Longtime-Intervention, Stephansdom, Wien, 2017.[39]
  • „Painting the Night“, Künstlerische Lichtinterventionen, KunstFestSpiele Herrenhausen, Großer Garten von Herrenhausen, Hannover, 2017.[40][41]
  • „DYSTOPIA EUTOPIA“, temporäre Lichtintervention im öffentlichen Raum, Inneres und Äußeres Burgtor, Wien, 2016.[42]
  • „Chromotopia Santa Maria“, Künstlerische Lichtintervention, Catedral de Burgos, 2016.[43][44]
  • „Chromogramme“, Ausstellungsbeteiligung Licht Light, Fotogalerie Wien, 2016.[45]
  • „Chromotopie on the Move“, internationales Reise- und Ausstellungsprojekt, AT/TR, seit 2015.
  • „Crossing Realities Türkiye“, Einzelausstellung, Österreichisches Kulturforum Istanbul, Istanbul, 2015.[46]
  • „Chromotopia Heldentor“, temporäre Lichtintervention, Wien, Mai bis September 2014.[47]
  • „Chromotopia St. Stephan“, temporäre Lichtintervention, Stephansplatz, Wien, Mai 2011 bis Dezember 2014.[48]
  • „Chromotopia Kokoschka“, temporäre Lichtintervention am Leopold Museum, Wien, 2013.[49]
  • „Expand [2141.2417.2741]“, Ausstellungsbeteiligung/expanded painting, Künstlerhaus u. Projektraum M54, Wien u. Basel, 2011/12.[50][51]
  • „Sonnenchromotop“, Sonnenlichtbasierte permanente Intervention, Kunst am Bau, Molzbichl, Spittal/Drau, 2010.[52]
  • „Chromolab I + II“, Ausstellungsbeteiligung/Salon XV, Monat der Fotografie, Galerie Foto K, Wien, 2010.[53][54][55]
  • „Chromotopia Stadtpark I Painting the Night“, permanente Lichtintervention am Eingang des Stadtparks/Reisnerstrasse, Wien, seit 2008.[56]
  • „Chromotopia Konzerthaus“, permanente Lichtintervention an der Fassade des Wiener Konzerthauses, Wien, seit 2007.
  • „Chromotop ZKM“, Ausstellungsbeteiligung, Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM Karlsruhe, 2005.[57][58]
  • „Farbraum Bogen 48“, Künstlerische Lichtintervention, Kubus Valie Export, Wien, 2002.[59]

Literatur

  • Peter Roehlen: FARB LICHT SPIEL: Dichroic Glass in Fine Arts and Architecture. Prinz Optics, Berlin, 2013, S. 14–19.
  • Doris Lippitsch: Lichträume in Wien: Lichter der Grossstadt. Bohmann, Wien, 2009, ISBN 978-3-901983-87-0, S. 32–47.
  • Peter Weibel & Gregor Jansen: Lichtkunst aus Kunstlicht – Licht als Medium der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert / Light Art from Artificial Light – Light as a Medium in 20th ad 21st Century Art. (Ausstellungskatalog ZKM), Hatje Cantz Publishers, Ostfildern, 2006, ISBN 978-3-7757-1774-8, S. 373.

Einzelnachweise

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