Vienna Public History Lectures
öffentliche transdisziplinäre Vortragsreihe
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Die Vienna Public History Lectures sind eine öffentliche transdisziplinäre Vortragsreihe, die seit 2022 jährlich im Herbst im Großen Festsaal der Universität Wien stattfindet und Historiker, Literatur‑ und Kulturwissenschaftler sowie das Wiener Publikum zusammenbringt, um zentrale gesellschaftliche Themen des gegenwärtigen Vergangenheitsdiskurses zur Debatte zu stellen.[1]

Konzept und Entstehung
Seit 2022 setzt sich diese jährliche Vortragsreihe damit auseinander, dass der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte auch einer eigenen historischen Entwicklung unterliegt und dabei immer wieder neue Erzählungen hervorbringt, deren Wirkungen meist unbewusst bleiben. Die Reihe möchte Autoren vorstellen, die in ihren künstlerischen, journalistischen oder historischen Werken zeigen, wie solche Geschichten über die Geschichte den Alltag prägen, ohne dass ihre Ursprünge oder Bedeutungen im öffentlichen Bewusstsein klar erkennbar sind.
Für die Vorträge werden Personen eingeladen, die sich an den Schnittstellen zwischen wissenschaftlicher Forschung und literarischem Schreiben bewegen. Eingeladen werden Grenzgänger zwischen diesen Welten der Wissensprodunktion. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich auch an ein Publikum jenseits rein akademischer Kreise. Die Reihe verfolgt das Ziel, die üblichen fachlichen Abgrenzungen aufzubrechen und ein gemeinsames öffentliches Nachdenken über historische Sinnbildungsprozesse anzuregen.[2][1]
Organisation
Organisiert wird die Vortragsreihe von Marko Demantowsky in Zusammenarbeit mit der Historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Die Veranstaltungen finden einmal jährlich im Herbst als öffentliche Vorträge statt, bei denen neben dem Begrüßungs- und Einführungsteil gibt es jeweils im Anschluss an die Hauptvorträge einen sozialen Anlass, einen Apéro. Zur organisatorischen Struktur gehört zudem eine eigene Publikationsreihe mit dem Titel Vienna Public History Lectures, in der die Vortragstexte nach der Veranstaltung zweisprachig, auf Deutsch und Englisch, veröffentlicht werden.[3] Darüber hinaus werden die Beiträge aufgezeichnet und redigiert dauerhaft zugänglich gemacht. Medienpartner sind seit 2022 der Deutschlandfunk Kultur und das Verlagshaus De Gruyter. Diese Partnerschaft ermöglicht sowohl die professionelle Dokumentation der Vorträge als auch deren anschließende Bereitstellung als Audio‑ bzw. Podcast‑Folgen für ein breites Publikum.
Vortragende und Themen
- Valentin Groebner (15. November 2022): "Futsch. über Geschichte und Verschwinden"[4]
- Patrick Bahners (7. November 2023): "Fakteneinsicht. Hilary Mantels spektakulärer Realismus"[5]
- Ursula Krechel (5. November 2024): "Schlüssel, Pass, Fluchtboot. Eine Handreichung zur Geschichte der Migration und Remigration"[6]
- Anne Weber (31. Oktober 2025): "Untot und unvergangen. Der Angriff der Virtual Reality auf die Vergangenheit"[7]
- geplant ist Robert Schneider (28. Oktober 2026)[1]
Radiosendungen
- Valentin Groebner: Geschichte und Archivierung – Was darf verschwinden – und was nicht?, Deutschlandfunk Kultur, 20. November 2022[8]
- Patrick Bahners: Hilary Mantels spektakulärer Realismus, Deutschlandfunk Kultur, 12. November 2023[9]
- Ursula Krechel: Schlüssel, Pass, Fluchtboot. Geschichte der Migration und Remigration, Podcast von Public History in Vienna via Spotify, 29. April 2025[10]
- Anne Weber: Untot und unvergangen. Der Angriff der Virtual Reality auf die Vergangenheit, Deutschlandfunk Kultur, 16. November 2025[11]
Literatur
Weblinks
- Videokanal der Vortragsreihe auf YouTube
- Gesamtüberblick, Universität Wien: Vienna Public History Lectures